Veranstaltungssicherheit

Auf Großevents wie z. B. Festivals, Konzerten oder Sportereignissen bewegen sich manchmal Tausende von Menschen dicht gedrängt auf engstem Raum. Sicherheit hat hier natürliche Grenzen.

Inhaltsverzeichnis

Kamen die Besucher von Großveranstaltungen früher größtenteils aus der näheren Umgebung, strömen sie heute je nach Veranstaltung vielfach auch aus dem (benachbarten) Ausland. Bei gleicher Veranstaltungsfläche hat die Besucherfrequenz also vielerorts zugenommen.

Aber auch die Ansprüche und das Verhalten der Besucher mit teilweise gefährlichen Begleitszenarien wie Alkoholismus, Schlägereien und vor allem drohender Terrorgefahr verdichten die Sicherheitsrisiken allerorten und sind im Rahmen des Event-Managements besonders zu beachten.

Veranstaltung Konzert Event Publikum Gäste
(Bild: Pexels)

Mit Vorkehrungen Leben retten

Sicherheitskonzepte sind nützliche Hilfsmittel für eine strukturierte Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Sie sind jedoch nur dann wirklich sinnvoll, wenn sie die Inhalte und Elemente eines Events realistisch darstellen und von allen Beteiligten verstanden und umgesetzt werden. Gerade weil es keine vom Gesetzgeber festgelegten Vorgaben bezüglich der Gliederung und des Inhalts gibt, ist die Entwicklung eines Sicherheitskonzeptes mit einigen Herausforderungen verbunden.

Grundsätzlich gilt: Ein Sicherheitskonzept muss laut § 43 MVStättVO für Versammlungsstätten immer ab einem Event mit mehr als 5.000 Besucherplätzen (und immer dann, wenn es die Art der Veranstaltung erfordert) erstellt werden.

Sicherheitskonzepte müssen also immer dann entwickelt werden, wenn eine besondere Gefährdung vorliegt. Aufgrund der strukturgebenden Eigenschaften eines Sicherheitskonzepts macht es allerdings theoretisch für jede Veranstaltung Sinn.

Wichtig auch bei Kleinveranstaltungen

Ein Sicherheitskonzept beschreibt die sicherheitsrelevanten Faktoren einer Veranstaltung, also wie die im Rahmen einer Gefährdungsanalyse festgelegten Schutzziele erreicht bzw. aufrechterhalten werden können, welche möglichen Gefährdungen vorliegen, welche handelnden Personen und Beteiligten es gibt und welche Maßnahmen zur Reduzierung der Gefährdung implementiert werden.

Für kleinere Veranstaltungen kann unter diese festzulegenden Faktoren schon fallen, wer einen Notruf absetzt, wer die Gäste betreut oder wer entscheidet, die Veranstaltung abzubrechen. Denn auch bei Events mit nur 30 Gästen können Unfälle passieren, ein Brand ausbrechen, das Wetter verrückt spielen oder technisches Versagen zu einer Gefahr für Leib und Leben der Teilnehmer werden.

In solchen Situationen zählt jede Sekunde – werden notwendige Maßnahmen erst beschlossen, wenn die gefährliche Lage bereits eingetreten ist, geht wertvolle Zeit verloren.

Speziell die Unberechenbarkeit des Wetters stellt bei großen Outdoor-Events Veranstalter immer wieder vor große Herausforderungen. Im Juni 2016 fiel beispielsweise ein mehrtägiges Festival (Rock am Ring 2016 in Mendig) größtenteils im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Momentaufnahme Rock am Ring 2016 in Mendig: Blitzeinschläge, Starkregen und Schlamm, selbst Zelte fliegen wie Drachen gen Himmel,.
(Bild: Youtube)

Nachdem es zunächst am Freitag einen Blitzeinschlag gegeben hatte, folgten weitere Unwetterwarnungen, die den vollen Umfang des Programms torpedierten, bis dann schließlich die Veranstaltung abgebrochen wurde.

Von Teilnehmern des Festivals gab es später für den Veranstalter jede Menge Kritik: Das Festival hätte aufgrund der gefährlichen Wetterlage gar nicht erst starten dürfen. Auch wurde die Informationspolitik des Veranstalters getadelt, denn an jeder Ecke des betroffenen Areals gaben die Mitarbeiter andere Informationen an die Besucher weiter.  Außerdem stellten sich im Chaos die Durchsagen als zu leise heraus und waren oftmals kaum zu verstehen.

Jeder Veranstalter muss im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht das Erforderliche und Zumutbare tun, um Schäden von Mitarbeitern, Mitwirkenden, Dienstleistern und Besuchern fernzuhalten. Dazu gehört auch, sich bei jeder Veranstaltung grundlegende Gedanken über Maßnahmen und Vorkehrungen beim Notfall zu machen und diese an entsprechende Personen weiterzugeben.

Der Veranstalter ist für den reibungslosen und sicheren Ablauf des Events zuständig. Dabei muss er nicht nur für sein Handeln geradestehen, sondern auch für das seiner Gehilfen. Er muss alle möglichen Risiken beachten und alle erdenklichen Schutzmaßnahmen für die Besucher ergreifen. Insofern spiegelt ein Sicherheitskonzept letztlich in geordneter und schriftlicher Form wider, wozu der Verkehrssicherungspflichtige gesetzlich verpflichtet ist.

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Die wwwvvwwsw-Fragen

Ein universell anwendbares Sicherheitskonzept gibt es nicht. Deshalb muss jedes Konzept individuell auf die jeweiligen Gegebenheiten abgestimmt sein. Neben der Teilnehmerzahl und dem Veranstaltungsort spielen auch nicht vorhersehbare Faktoren eine Rolle. Ebenso ist die spezifische Zielgruppe von Relevanz, denn Technofreaks verhalten sich anders als z. B. Musikliebhaber von Andrea Bocelli.

Wer? Wann? Wie viele? Von wo? Wie schnell? Wohin? – diese Fragen helfen, die Eckdaten für eine Veranstaltung zusammenzutragen. Dann sind die Infos zu dokumentieren, die Eignung der Aufstell-, Warte- und Bewegungsflächen müssen beurteilt und auch vor Ort überprüft werden. Sicherheitsmaßnahmen sollten immer mit Zahlen, Zeiten und Namen sowie die Gefährdungspotentziale mit geeigneten Gegenmaßnahmen festgeschrieben sein.

Diese Angaben gehören auf jeden Fall in ein gutes Sicherheitskonzept: Allgemeines, Rollen und Funktionen, Veranstaltungsbeschreibung, Gefährdungsanalyse, sicherheitsrelevante Faktoren, Organisation, Szenarien und Anhänge zur Dokumentation und Erläuterung.

Aber nicht alle Daten sind präzise vorhersehbar. Deshalb: Wo man nicht messen kann, müssen Annahmen getroffen und Werte hinterlegt werden.

Die nachfolgende Liste zeigt in einem logischen Ablauf, nach welchen Kriterien ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet werden kann. Entsprechend der Komplexität der Veranstaltung müssen einige Unterpunkte kaum, andere hingegen sehr detailliert ausgestaltet werden.

Sicherheitskonzept (Muster)

Allgemeine Angaben/Titel

Durch die Angabe einer Versionsnummer, dem Verfasser, dem Stand der letzten Bearbeitung, etc. kann sichergestellt werden, dass alle Beteiligten mit der gleichen Version arbeiten. Das kann insbesondere bei komplexeren Veranstaltungen wichtig werden, wenn aufgrund vieler Änderungen unterschiedliche Konzeptversionen im Umlauf sind.

Einleitung

Um die Bewertung der nachfolgenden Informationen zu erleichtern, wird in der Einleitung des Sicherheitskonzepts ein kurzer Überblick darüber gegeben, was das Konzept beschreibt und welche Schutzziele zugrunde liegen.

Verantwortlichkeiten

Um zu vermeiden, dass wichtige Mitwirkende zu spät in den Prozess eingebunden oder sogar ganz vergessen werden, ist es wichtig, die Funktionen, Aufgabengebiete und Schnittstellen aller Beteiligten klar zu beschreiben.

Dazu gehört auch, verbindlich Ansprechpartner der verantwortlichen und beteiligten Institutionen und Organisationen zu benennen.

Veranstaltungsbeschreibung

Im Anschluss müssen alle Faktoren, die für eine weitere Bewertung der Veranstaltung notwendig sind, zusammengestellt werden. Diese exemplarische Liste lässt sich je nach Veranstaltungsart und -ort beliebig weiterführen und mit Unterpunkten versehen.

  • Allgemeine Beschreibung der Veranstaltung/Veranstaltungstyp
  • Programm
  • Zeiten (inkl. Auf- und Abbauzeiten)
  • Flächennutzung und Flächengestaltung (diese Angaben sollten immer als Plan in der Anlage beigefügt werden) z. B.:
    • Aufbauten
    • Wege
    • Beschreibung des definierten Veranstaltungsbereiches
    • genutzte Fläche
    • etc.
  • Besucherzahl und Besucherverhalten/Besucherprofil
  • An- und Abreise
  • Erfahrungen aus dem Vorjahr

Gefährdungsanalyse

In der folgenden Gefährdungsanalyse werden die Risikofaktoren für eine Veranstaltung beschrieben und bewertet. Dabei sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Was könnte für die Veranstaltung/die Besucher gefährlich werden (Gefährdungsfaktoren)?
  • Wie gefährlich/risikoreich ist dieser Gefährdungsfaktor (Wahrscheinlichkeit des Eintritts, potenzielle Schadensschwere)?
  • Wer ist betroffen?
  • Welche Maßnahmen wurden getroffen, um die Eintrittswahrscheinlichkeit oder die Schadensschwere zu minimieren?
  • Gibt es besondere Gefahrenbereiche (z. B. kritische Infrastruktur, Tunnel)?

Infrastruktur auf dem Gelände

In diesem Punkt werden die auf dem Veranstaltungsgelände existierenden, sicherheitsrelevanten, temporär eingebrachten oder vorhandenen Infrastrukturen beschrieben. Dazu zählen z. B.:

  • Zäune und Abschrankungen
  • Ausschilderungen wie Besucherleitsysteme oder Fluchtwegbeschilderung
  • Beleuchtung
  • Beschallung
  • Stromversorgung
  • Toiletten, Behindertentoiletten
  • Aufbauten, Zelte, Bühnen

Besondere Wege und Flächen

In der Regel gibt es auf jedem Veranstaltungsgelände Flächen, die einer besonderen Betrachtung bedürfen. Zu diesen Flächen gehören z. B.:

  • Einlass- und Auslassbereiche
  • Fluchtwege/Ausgänge
  • Zufahrten für Rettungsfahrzeuge
  • Aufstellflächen und Zugangsbereiche für Einsatzkräfte
  • Flächen für Unfallhilfsstellen
  • Warteflächen für Besucher
  • Entlastungsflächen
  • Bühnen/Backstagebereich, besonders schützenswerte Bereiche, Produktionsflächen

Organisation

Organisatorische Maßnahmen, die eingeleitet und umgesetzt werden müssen. Hierzu gehören u. a.:

  • Einweisung aller an der Durchführung beteiligten Personen in das Sicherheitskonzept
  • Publikumslenkung und -steuerung
  • Verkehrslenkung
  • Kommunikation
    • Kommunikation vor der Veranstaltung: Sicherheitsgespräche
    • Kommunikation während der Veranstaltung
    • Einsatzbesprechungen
    • Notfallkommunikation
    • Kommunikation mit beteiligten Dritten
    • Presse & Öffentlichkeitsarbeit
  • Dokumentation
  • Sicherheits- & Ordnungsdienst
    • Auftreten & Aufgaben
    • Anzahl & Positionen
    • Zugangs-/Einlasskontrollen
    • Berechtigter zur Ausübung des Hausrechts
  • Rettungs- & sanitätsdienstliche Versorgung
  • Feuerwehr

Maßnahmenbeschreibung/Szenarien

Schlussendlich ist es für ein Sicherheitskonzept von besonderer Bedeutung, dass Handlungsweisen, Abläufe, Kommunikationswege und Verantwortlichkeiten für die Abwicklung eines Stör- oder Schadenfalles beschrieben werden. Dafür müssen alle Beteiligten bereits in der Konzeptionsphase zusammenarbeiten, da nur so rechtzeitig alle Schnittstellen definiert und Abläufe koordiniert werden können. Je nach Veranstaltungsart kann die Liste der Szenarien variieren, folgende Szenarien gilt es u. a. zu beachten:

  • Absage vor Veranstaltungsbeginn
  • Räumung
    • Teilräumung
    • Räumung des gesamten Geländes
  • Unwetterlage
  • Brand
  • Stromausfall
  • Überfüllung von Abschnitten
  • Abbruch der laufenden Veranstaltung

Sicherheitsdurchsagen

Insbesondere im Schadensfall kommt der Information der Besucher eine besondere Bedeutung zu. Dabei müssen Informationen klar, deutlich, strukturiert und glaubhaft vermittelt werden. Es ist festzulegen, wer die Auswahl und die Anordnung von Durchsagen, z. B. zur Räumung, Programmunterbrechung oder auch zu gefährdend parkendenden Fahrzeugen verantwortet.

Anlagen

In den Anlagen müssen alle Dokumente gesammelt werden, auf die sich das Sicherheitskonzept bezieht. Darunter fallen z. B.:

  • Kommunikationsplan
  • externe Veranstaltungsinformationen (Broschüren)
  • Verkehrsbeschilderung/-lenkung
  • Platzbeschilderung
  • Pläne
  • Einsatzaufträge
  • Einsatzpläne Sicherheits- und Ordnungsdienst
  • externe Konzepte (z.B. ÖPNV)
  • Versicherungsunterlagen

Via: goo.gl/5P5TdV

Tipps und Tricks fürs Crowd-Management

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(Bild: Pexels)

Crowd-Management, die in England schon seit vielen Jahren etablierte Disziplin von der sorgfältigen und systematischen Planung für Menschen in Menschenansammlungen, ist in Deutschland vor allem nach den Ereignissen der Love-Parade in 2010 zu einem reinen Modebegriff geworden. Da rechtlich nicht geschützt, schmücken sich viele Anbieter mit dem Buzz-Wort, ohne zu wissen, was wirklich hinter dem Management von Gruppen steckt. So wird der Begriff häufig falsch verwendet bzw. inhaltlich nicht korrekt ausgelegt.

Ziel des Crowd-Managements ist es, den Mensch in den Mittelpunkt der präventiven Planung zu rücken. Dabei kann Crowd- Management als eine systematische Planung für bzw. Überwachung von geordneter Bewegung bzw. von Menschenansammlungen verstanden werden (vgl. Fruin, 2002). Bei diesem Planungsansatz steht der Besucher und sein Sicherheits- und Wohlbefinden im Zentrum. Das ist besonders in Deutschland ein innovativer Ansatz, wo der Mensch eher als durchschnittliche Variable innerhalb der baurechtlichen Vorgaben und Brandschutzbestimmungen betrachtet wird. Die Sicht des Crowd-Management Ansatzes erkennt hingegen, dass Besucher bestimmte Bedürfnisse in Bezug auf die Veranstaltung haben. Das kann von einer kurzen Einlasszeit, über den Blick auf die Bühne bis zu Informationen über die öffentlichen Verkehrsmittel reichen. Dazu zählt ebenfalls das Bedürfnis, sich in Gefahrensituationen in Sicherheit zu bringen.

Dicht an dicht gedrängt. Bricht während eines stark besuchten Konzertes z. B. eine Panik durch einen Brand aus, muss das Sicherheitskonzept greifen und alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten.

Mehr Sicherheit mit dem FIST-Modell

Der amerikanische Planer John Fruin stellte schon 1993 fest:

“most major crowd disasters can be prevented by simple crowd management strategies. ” (Fruin, 2002)

Für Fruin ist das primäre Ziel des Crowd-Managements das Verhindern des Aufbaus von großem Druck und unkontrollierter Bewegungen von bzw. in Menschenmengen. Dabei haben laut Fruin verschiedene Faktoren einen Einfluss auf die Besuchersicherheit bei Veranstaltungen, die er im sogenannten FIST-Modell zusammengefasst hat:

  • Force – Druck / Gedränge
  • Information – Information und Kommunikation
  • Space – der Bewegungsraum des Besuchers inkl. Infrastruktur
  • Time – die zeitlichen Dimensionen der Raumnutzung.

Auf dem FIST-Modell basierend lassen sich Anforderungen für die Planung ableiten. Im Rahmen einer präventiven Sicherheitsplanung sollten also mindestens die Auslastung, die zur Verfügung gestellte Infrastruktur, die Organisationsstruktur sowie Information und Kommunikation vor und während der Veranstaltung geklärt werden. Zusätzlich muss festgestellt werden, um welche Veranstaltungsart es sich handelt und welche Besonderheiten daraus resultieren, wie das Besucherprofil aussieht und welche An- und Abreisemodalitäten vorliegen. Alle diese Faktoren werden in der Regel im Rahmen eines Sicherheitskonzepts betrachtet. Professor Keith Still hat im Jahr 2000 hierzu die DIM-ICE Meta Matrix entwickelt – ein Drei Phasen-Modell, mit dem sich anhand verschiedener Faktoren der Normal- und der Gefahrenzustand bei der Veranstaltung analysieren lässt. Insgesamt definiert Still drei zentrale Einflussfaktoren, die als Grundlage für die Planung dienen:

  • D – Design (Flächenplanung, Sichtlinien, Infrastrukturen, etc.)
  • I – Information & Kommunikation (akustisch und visuell)
  • M – Management (Personaleinsatz, Organisationskonzepte, Ressourcen, etc.)

Für die unterschiedlichen Phasen der Veranstaltung, also der Anreise- bzw. Einlassphase (ingress), der Anwesenheitsphase (circulation) und der Auslass- bzw. Abreisephase (egress), als auch für die Normal- und Gefahrenlage müssen diese Einflussfaktoren individuell geplant werden.

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Für die Anreise- und Einlassphase sollten u. a. alle Fragen bezüglich der Zugangswege zum Veranstaltungsgelände, der Parkbereiche oder der ÖPNV Verkehrsknotenpunkte, des Platzbedarfs und der Organisation der wartenden Menge und der Kapazitäten der Eingangsbereiche geklärt werden. In der Anwesenheitsphase spielen die Bewegungen der Besucher auf der Event-Fläche eine entscheidende Rolle. Dabei können unterschiedliche Situationen die Bewegungen beeinflussen. Ein Gast kann nach seiner Begleitung suchen, eine bessere Position zur Bühne einnehmen oder sich erfrischen wollen. Für diese Handlungen benötigen die Veranstaltungsbesucher Informationen, z. B. zu Standorten, Abläufen oder Programmen. Zusätzlich müssen die Besucherbewegungen durch das Gelände-Design (also z. B. die Wegführung, aktive Lenkungsmaßnahmen oder durch Hinweisschilder) gelenkt werden. Die Auslassphase ist meistens davon gekennzeichnet, dass eine größere Besuchermenge das Gelände zu einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig verlassen will. Die Auslässe müssen also in einem kurzen Zeitraum eine hohe Personenkapazität bewältigen können. Zusätzlich sind viele Besucher oft am Ende des Events erschöpft, müde oder auch betrunken. Dadurch ergibt sich in der Auslassphase in der Regel ein höherer Lenkungsbedarf als in der Einlassphase.

Hieraus ergibt sich folgende Matrix (K. Still, 2014)

DIM-ICE Meta Matrix

Die DIM-ICE Meta Matrix kann allerdings nicht nur für die Sicherheitsplanung, sondern auch für die Prüfung vorhandener Maßnahmen eingesetzt werden. Durch ihre klare Gliederung kann sie komplexe Sachverhalte, wie z. B. in einem Sicherheitskonzept, strukturiert darstellen und so dazu beitragen, Schwachstellen in der Planung oder das Fehlen notwendiger Maßnahmen aufzuzeigen.


Quellenangabe

Fruin, John J (2002): The causes and prevention of crowd disasters. Originally presented at the First International Conference on Engineering for Crowd Safety, London. Still, K (2014): Introduction to Crowd Science. London. Tylor & Francis Group. S. 118ff. basigo.de / Handbuch: Crowd Management (Link)