Compliance

Der Begriff Compliance steht für Regelkonformität und die Einhaltung freiwilliger Codizes in Unternehmen zum Schutz vor Image- und Vermögensschäden. In der Praxis geht es zumeist um die Vermeidung von Korruption und anderem unethischen Verhalten (Kinderarbeit, Prostitution etc.).

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Compliance findet vorwiegend in Konzernen und Großunternehmen statt. Compliance-Richtlinien haben vor allem in enger Auslegung einen erheblichen und dann auch negativen Einfluss auf die Gestaltung und Annahme von Einladungen, auf Werbegeschenke und die Budgets im Veranstaltungsgeschäft.

Insbesondere Luxuskonzepte (Fünf-Sterne-Hotels) und Gratis-Zuwendungen, unter denen auch Einladungen zu Famtrips und Hospitality-Veranstaltungen verstanden werden, stehen häufig unter dem Generalverdacht von Vorteilsnahme und sogar Korruption.

Zuständig für die Aufstellung und Einhaltung der Compliance Richtlinien ist in der Regel ein Compliance-Beauftragter/Compliance-Officer. Diese sollen zunächst die Reputation des Unternehmens schützen und finanzielle Schäden vermeiden. Darüber hinaus jedoch sollen Compliance-Beauftragte auch eine Qualitätssicherungsfunktion wahrnehmen und die Beziehungen zu den Marktpartnern versachlichen, speziell in Einkauf und Marketing/Vertrieb, indem sie z. B. auf eine Objektivierung von Auftragsvergaben hinwirken. Verstöße gegen die Compliance Richtlinien können mit Abmahnungen und fristlosen Kündigungen geahndet werden.

Obwohl es sich bei Compliance Maßnahmen nicht um gesetzliche Regelungen handelt, folgen die Arbeitsgerichte in der Regel dem Arbeitgeber bei Verstößen gegen eindeutig formulierte Regeln.

Welche Arten von Events sind besonders betroffen?

Betroffen sind zunächst einmal Veranstaltungen für externe Zielgruppen (Kunden, Vertriebspartner, Politiker etc.). Für interne Veranstaltungen gelten die Richtlinien nicht. Hier sind einige besonders wichtige Auswirkungen der Richtlinien:

  • Einladungen zu gesellschaftlichen Events wie Empfängen, Festakten, Galas und (gesponserten) Fremdveranstaltungen wie Fußballspielen oder Konzerten sind nur noch zu besonderen Anlässen gestattet (Firmenjubiläum, Werkseröffnung, Weltmeisterschaft etc.) oder wenn der Teilnehmer eine Repräsentationsfunktion erfüllt (hochrangiger Amtsträger). Andernfalls muss der externe Gast für seine Teilnahme bezahlen.
  • Incentives: Das klassische Kunden-Incentive ist tot. Das ist eine gute Nachricht, denn diese sinnfreien Bespaßungsveranstaltungen haben den Ruf der Veranstaltungswirtschaft lange genug ramponiert. Eine Überlebenschance (aber keine Überlebensgarantie) haben nur solche Kunden- Incentives, die einen sachlichen Bezug zum Produktprogramm des einladenden Unternehmens aufweisen (z. B. durch eingestreute Produktpräsentationen) und mit geschäftlichen Themen oder Werbung gekoppelt sind (z. B. Verkaufswettbewerbe).
  • Die Info-Reisen der Reiseveranstalter für ihre Reisebüros zeigen, wie es auch in Zukunft gehen kann: Info-Reisen sind eine Mischung aus Incentive und Fam-Trip – sie sind wettbewerbsbasiert (die Teilnehmer qualifizieren sich zumeist über ihre Verkaufszahlen) und bieten eine attraktive Mischung aus Destinations- bzw. Produktpräsentation sowie allgemeinen Weiterbildungselementen, die anschließend abgeprüft werden. Bei einer solchen Kombination von Fun- und Info-Elementen sind keine substantiellen Probleme durch die neuen Richtlinien zu erwarten.
  • Andere Marketing-Events (z. B. Produktpräsentationen und Händler-Events) haben wegen ihres unmittelbaren Produktbezugs ebenfalls keine gravierenden Auswirkungen zu befürchten. Zulässig bleiben auch alle Arten von gesponserten Bildungsveranstaltungen (Kongresse, Tagungen, Symposien, Seminare, Workshops) für externe Zielgruppen.

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