Allzweck-Waffe für die intelligente Charme-Offensive

Promi-Talk mit Multitalent Jennifer Knäble

Jennifer Knäble ARQ
© Mayk Azzato for ARQ

Jennifer Knäble ist so etwas wie eine Allzweck-Waffe für die intelligente Charme-Offensive. Die quirlige Frankfurterin ist auf der Live-Bühne gut im Geschäft. Bekannt ist sie auch durch das RTL-Frühstücksfernsehen und aus diversen Magazinformaten.

Von Morgan Freeman bis Vitali Klitschko hat sie schon allerlei Prominenz vor dem Mikrofon gehabt. Auf der Bühne ist sie so stilsicher zu Hause wie vor der Kamera. Ganz wie ihr Vorbild Barbara Schöneberger. Nur singen, sagt sie, kann sie nicht. Ein Porträt:

Mit Jennifer Knäble ist man schnell im Gespräch. Kein mühsames Abtasten, kein krampfiger Austausch kleiner Freundlichkeiten zum Warming-Up. Klein und zierlich ist sie, Fernsehen “bläht auf”. Attraktiv, lebendig und unkompliziert. Das Mädchen von nebenan. Am 8. Februar 1980 wurde sie in Frankfurt geboren. Die Eltern waren selbstständig im Elektro-Handwerk. Das erdet. Man merkt ihr an, dass sie groß geworden ist unter ganz normalen Bedingungen, früh wusste, dass das Geld nicht aus der Steckdose kommt und vor dem Preis der Fleiß steht.

Nach dem Abitur hat Sie BWL studiert mit Schwerpunkt Marketing und Sprachen, Auslandssemester in Newcastle und Valencia absolviert. Zwei Diplomarbeiten hat sie geschrieben, eine in Deutsch und eine in Englisch. Eine fundierte Basis, die sie zunächst zu einem Praktikum bei Union Investment führte. Was in Frankfurt nahe liegt, ihr aber so gar nicht lag. Das Leben auf der Excel- Tabelle war ihr zu trocken und so ging sie 2005 als Volontärin zu RTL. Dort hat sie ihr journalistisches Handwerk noch einmal von der Pike auf gelernt, recherchiert, geschrieben, redigiert, vertont.

Jennifer Knäble ist keine telegene “Vorlese-Maus”, sondern TVJournalistin, Reporterin und Moderatorin mit Substanz. Was nicht heißt, dass sie nicht gerne mal was Verrücktes, Unerwartetes macht, wie sie mit erfrischendem Lachen einstreut. Für ihren Chef sei sie die “Queen of Small Talk” im besten Sinne. Er nimmt sie gerne mit als Eisbrecher bei schwierigen Terminen. Denn sie kann gut mit Menschen. Mit diesen Gaben und Fähigkeiten moderiert sie VIP-, Luxus- und Lifestyle- Formate aber auch Business-Events und Gala-Abende für Unternehmen und Verbände. Unter anderem die Womans Night von BAUHAUS und den SAMSUNG Solution Day. Im Gespräch mit events erzählt sie mehr von sich.

events: Darf man als Lifestyle-Moderatorin eigentlich eine eigene Meinung haben?

Jennifer Knäble: Ich denke, dass man gerade im Journalismus eine Meinung haben muss. Wir stehen jeden Tag bei Geschichten vor der Frage: Wie erzählt man sie am besten und verständlichsten für den Zuschauer und welche Meinung vertreten wir selbst? Was wir gelernt haben ist: Ja, der Zuschauer möchte eine Einordnung haben. Dabei sollte man allerdings immer die generell gebotene journalistische Distanz wahren. Es ist wichtig, dass man weiß, wovon man spricht. Authentizität ist in der immer schwieriger werdenden Fernsehwelt und den vielen Kanälen wichtiger denn je! Man muss schon sehen, dass man selbst, die Sendung und auch der Sender eine Marke bleiben. Der Zuschauer soll sich nicht die Frage stellen müssen: Weiß die, was die gerade sagt oder abliest?

events: Was ist Ihr Lebensmotto?

Jennifer Knäble: Everything happens for a reason! Pri vat und beruflich. Es gibt keine Zufälle.

events: Ihre größte Schwäche?

Jennifer Knäble: Ich bin vielleicht oft zu menschlich. Als Frohnatur mit Offenheit und Gutmütigkeit natürlich auch angreifbar. Ich bin allerdings nicht naiv – dafür bin ich zu lange im Geschäft und habe eine gute Menschenkenntnis. Dennoch denke ich manchmal: Ach: Hättest Du dich doch ein bisschen mehr zurückgenommen!

events: Welche historische Persönlichkeit hat Sie beindruckt?

Jennifer Knäble: Was ich immer beeindruckend fand, war eine Persönlichkeit wie Helmut Schmidt. Einer, der sich treu geblieben ist. Ihm glaube ich, was er gesagt hat, nach vielen Jahrzehnten Leben auf verschiedenen Feldherrnhügeln.

events: Und mit wem möchten Sie gerne mal tauschen?

Jennifer Knäble: Lachen Sie nicht: Ich wäre eigentlich gerne einen Tag lang ein Mann. Männer und Frauen ticken einfach anders. Man kann nicht ohne und auch schwer miteinander. Wie sehen Männer die Dinge in gewissen Situationen und warum? Das fände ich spannend.

events: Nennen Sie uns positive Eigenschaften, die Sie mögen?

Jennifer Knäble: Je älter ich werde, umso größer wird für mich Loyalität geschrieben. Der Freundeskreis wird kleiner, intensiver. Loyalität ist in allen Lebensebenen wichtig. Das hat auch etwas mit Kinderstube und Anstand zu tun. Geht einer über Leichen? Legt jemand andere Menschen rein oder lässt sie im Regen stehen? Das geht alles gar nicht. Hinterlist, Heuchelei. Falschheit finde ich unerträglich. Auch Aufdringlichkeit, wenn man als “Fernsehgesicht” manchmal gar nicht mehr weiß, wohin man flüchten soll.

Zitat Bild

events: Wo würden Sie denn am liebsten wohnen?

Jennifer Knäble: In Los Angeles. Ich könnte nie meine Wurzeln vergessen, dafür bin zu sehr ein hessisches Mädchen. Aber die Hälfte des Jahres, die würde ich sofort dort verbringen. Man spürt auf Schritt und Tritt, dass die Kalifornier alles leichter nehmen, von der Grundeinstellung her positiver sind. Auch wenn das oft oberflächlich wirkt – es macht den Alltag einfach leichter! Es liegt ein anderer Spirit in der Luft. Den hatte ich übrigens auch, als ich das erste Mal in New York war. Dieses gewisse Kribbeln … Mein Lieblingshotel steht in Las Vegas. Man sitzt da und denkt o.k., ich habe schon viel gesehen in meinem Leben, ich arbeite beim Fernsehen und ich komme viel rum – aber in Las Vegas: Wow!

events: Worauf sind Sie besonders stolz?

Jennifer Knäble: Auf meine Familie. Meine Eltern haben es aus einfachen Verhältnissen geschafft, sich eine gute bürgerliche Existenz mit eigener Firma aufzubauen. Sie haben auf alles verzichtet, um mir und meiner Schwester alles zu ermöglichen. Dafür bin ich dankbar.

events: Sie dürfen eine Zeitreise machen:

Jennifer Knäble: Jetzt wird´s kitschig. In die Zeit von Sissy. Ich bin der größte Sissy-Fan, habe alle Filme bis zum Erbrechen gesehen und kann die auch mitsprechen.

events: Und sie dürfen sich jemanden aussuchen, mit dem Sie im Ernstfall im Aufzug stecken bleiben wollen …

Jennifer Knäble: Auch wenn viele Leute behaupten, er sei null sexy und habe nachgelassen: Robbie Williams ist so eine coole Socke! Ich wäre schon froh, wenn ich einmal ein Interview mit ihm machen dürfte. Er ist einfach immer überraschend, nie konventionell, haut immer einen raus, ist aber nie “drüber”! Mit dem hätte man richtig Spaß – auch im Fahrstuhl. Und dann will ich auch gleich noch eine Kollegin heraus heben: Barbara Schöneberger. Die ist unkonventionell direkt, schafft es auch bei Events, alle Hürden schon in den ersten fünf Minuten zu nehmen. Sie ist hoch präsent, macht Witze über sich selbst – was kaum noch jemand kann. Und: Sie lässt sich nicht verbiegen, ist fachlich und inhaltlich top, burschikos und Femme Fatale zugleich.

events: Worüber können Sie denn lachen?

Jennifer Knäble: Über mich! Mein Spitzname während meines Studiums in England war ja auch Clumsy, also so ähnlich wie Tolpatsch. Whatever happened, immer hatte ich damit zu tun. Wenn man die Dinge nicht mit Humor nimmt, kann es manchmal eng werden. Alles geht leichter mit Humor. Menschen tun mir leid, wenn sie bierernst sind oder sich bei jedem Witz angegriffen fühlen.

events: Welche berufliche Herausforderung reizt Sie für die Zukunft?

Jennifer Knäble: Ich mache derzeit eine tolle Mischung aus Magazinformaten. Vielleicht wäre es noch die Schauspielerei. Singen möchte mich keiner hören, obwohl ich singen toll finde.

RTL Fashion Charity
© Agency People Jessica Kassner

events: Was machen Sie lieber, Live oder Fernsehen?

Jennifer Knäble: Schwer zu vergleichen. Die besondere Herausforderung bei Events ist das Feedback, Das finde ich gut, da sprudelt das Adrenalin. Bei einem Versicherungskonzern die Jahreshauptversammlung zu moderieren ist besonders spannend, denn da kommt es auf den Mittelweg zwischen fachlicher Kompetenz und Unterhaltungswert an.

events: Worauf kommt es bei Moderationen denn generell an?

Jennifer Knäble: Ich wollte mir immer bewahren „bunt“ zu sein und genauso gut ein Wirtschaftstreffen wie eine Filmpremiere begleiten zu können. Egal welches Format man macht: Kompetent im Thema zu stehen ist unerlässlich. Was auch immer gilt: charmant sein und mit einem gewissen Augenzwinkern agieren. Die Leute selbst sind schon aufgeregt genug, sind in Sorge, dass alles klappt. Nach meiner Erfahrung sind alle happy, wenn einmal etwas Erfrischendes, Befreiendes kommt. Manchmal sind die Gäste kurz irritiert – ups – hat das wirklich jemand gemacht? Aber dann sind sie voll dabei. Das Publikum dankt es einem, wenn man die Persönlichkeit mit hinein bringt.

events: Sie übernachten oft in Hotels. Was ist Ihnen bei der Auswahl am wichtigsten?

Jennifer Knäble: Ein toller Fitness-Bereich. Ich schleppe immer enthusiastisch meine Sporttaschen mit, habe die ganze Tasche voll und merke am Wochenende dann oft: Das hast Du alles nicht einmal benutzt. Spaß beiseite: Lage, Gemütlichkeit, Sauna, nette kleine Extras zum Wohlfühlen drum herum. Kalte Design-Paläste mag ich nicht. Es muss schon kuschelig sein.

events: Worauf reagieren Sie verärgert in Hotels?

Jennifer Knäble: Ach, das Herumzicken liegt mir nicht. Aber ich habe schon immer ein bisschen Angst vor der Sendung “Versteckte Kamera” und bin bei ungewöhnlichen Vorfällen dann doch etwas nervös.

events: Sie haben in England und Spanien studiert: Was ist geblieben an Verbindungen zu diesen beiden Ländern?

Jennifer Knäble: Ich habe heute noch tolle Kontakte nach England. Was mit Regen und Grau in Grau begann in Newcastle, war am Ende das schönste Jahr, das ich je hatte. Eine tolle Studentenstadt mit viel Leben in den Pubs und nicht nur in der Uni hocken und nach Hause gehen. Ich mag die Briten. Auch Prinz Charles und Prinz William sind übrigens entgegen der landläufigen Auffassung total witzig. Ich glaube die Queen ist auch sehr lustig. Bei Spanien habe ich die Sprache geliebt und sogar die Handelskammerprüfung auf Spanisch gemacht.

events: Sie wohnen in Frankfurt und arbeiten in Köln. Was macht für Sie den Unterschied aus zwischen Köln und Frankfurt?

Jennifer Knäble: Frankfurt hat die schönere Skyline, die Kölner dagegen sind viel aufgeschlossener, empfangen Dich mit offenen Armen, sind lustig und unkompliziert. Gerade so, als wäre man immer da gewesen. Frankfurt ist mentalitätsmäßig schwieriger, hat sich aber unfassbar entwickelt. Ich bin jetzt sehr gerne da. Die Kombination Köln- Frankfurt ist für mich optimal und eine Stunde Fahrzeit mit dem ICE ist auch nicht zu toppen.

IAA

events: Wie sieht Ihr Alltag aus, wenn Sie das RTL-Frühstücksfernsehen moderieren und schon in aller Frühe hellwach sein müssen?

Jennifer Knäble: In diesen zwei Wochen im Monat bleibe ich in Köln. Ich stehe um zwei Uhr nachts auf und stelle mir dafür drei Wecker, alle weit weg vom Bett. Um fünf Uhr nachmittags gehe ich dann konsequent schlafen. Man darf echt kein Morgenmuffel sein. Um zwei Uhr nachts dann eine kalte Dusche mit Hallowach-Effekt und laute Musik. Wenn ich im Studio bin und die Sendung vorbereite, wird in der Redaktion gefrühstückt. Das muss sein, egal wie früh. Sonst bin ich ungenießbar. In diesen Wochen ist es schwer, Sport zu treiben und soziale Kontakte zu pflegen. Die Energie ist einfach nicht da. Ich fahre dann auch nicht Auto. Das letzte Quäntchen Reaktionsfähigkeit könnte fehlen …

events: Engagieren Sie sich sozial?

Jennifer Knäble: Ja, in der Bärenherz-Stiftung: Ich hatte eine Bekannte mit einem kranken Kind, die dort Hilfe und Unterstützung bekam. Die Eltern kranker Kinder werden dort entlastet. Ich habe dort des Öfteren unentgeltlich moderiert. Das ist leider in letzter Zeit etwas eingeschlafen. Sehr am Herzen liegt mir auch der RTL-Spendenmarathon.

events: Sie haben etwas mit Loriot gemeinsam: Sie lieben Möpse!

Jennifer Knäble: Ich habe mir einen Mops geteilt mit einer Freundin, als “Patentante” sozusagen. Der geteilte Mops hieß Sissy, ist aber leider tot. Möpse sind witzig, weil sie so etwas Menschliches haben. Hunde verbessern das Klima – auch im Studio. Sissy war viel bei RTL. Mein größter Wunsch ist ein eigener Hund. Allerdings rational betrachtet: Wo soll man bei dem Leben mit dem hin?

Ja, ein bewegtes Leben mit 35. Zum Abschluss des Gesprächs plaudert Jennifer Knäble noch ein wenig über ihre Hobbies. Ballett hat sie gemacht. 13 Jahre lang. Und was man nicht erwartet hätte: auch Karate, parallel! Sie hat den braunen Gürtel und, wie sie sagt, “auch einmal einen Pokal gewonnen und der Typ war drei Köpfe größer!” Noch unerwarteter das nächste Hobby: Boxen. Das Bild rundet sich. Eine sympathische junge Frau, die gut aussieht, mit beiden Beinen auf der Erde steht, ihren Job gelernt hat und frei ist von Promi-Gehabe und manierierten Lifestyle-Attitüden.

Keine hohle Plappergans, wie man sie häufig auf der Bühne erlebt, wenn auf “Teufel-komm-raus” undifferenziert in die Promi-Schatulle gegriffen wurde, damit die Moderation was her macht und dann genau das nicht tut. Jennifer Knäble ist eine gute Wahl für die Moderation von Business- und Gala-Events. Buchen kann man sie über Pool Position.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte Sie auch interessieren: