Global Travel Forecast

Aufschwung der Weltwirtschaft sorgt für höhere Hotel- und Flugpreise in 2019

Geld-Währung-Finanzierung(Bild: Pexels)

Im kommenden Jahr ist mit einem starken Preisanstieg der Reisekosten zu rechnen. Der erwartete Weltwirtschaftsaufschwung und steigende Ölpreise sorgen dafür, dass die Hotelpreise um 3,7% und die Flugpreise um 2,6% steigen werden. In Westeuropa muss mit einem Anstieg der Hotelpreise um 5,6% und der Flugpreise um 4,8% gerechnet werden. Zu diesem Ergebnis kommt der fünfte Global Travel Forecast von GBTA und Carlson Wagonlit.

Flugpreisprognosen für 2019

Der Flugsektor wird durch die Einführung von Ultra-Langstreckenflügen, der Tendenz der Airlines hin zu neuen Vertriebsmodellen und einem wachsenden Wettbewerb durch Billigfluggesellschaften, die inzwischen auch auf den Markt von Interkontinentalflügen drängen, geprägt sein.

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Aufgrund des steigenden Ölpreises, einer Wettbewerbsverschärfung durch einen Mangel an Piloten, möglichen Handelskriegen und einer Zunahme der Preissegmentierung ist letztlich mit höheren Flugpreisen zu rechnen.

  • In Westeuropa kann mit einer Preissteigerung von bis zu 4,8% bei Flügen gerechnet werden. Besonders in Norwegen (+11,5%), Deutschland (+7,3%), Frankreich (+6,9%) und Spanien (+6,7%) ist der Anstieg deutlich. Im Gegensatz hierzu werden die Preise für Flüge in Osteuropa, Nahost und Afrika zwischen 2% und 2,3% fallen.
  • In Nordamerika ist laut der Prognose nur ein leichter Preisanstieg von 1,8% zu erwarten. Die Fluggesellschaften in den USA überarbeiten ihr Angebot, um besser auf die Nachfrage am Markt reagieren zu können – je nachdem, wie sich die Handelsbeziehungen zwischen den USA und anderen Ländern entwickeln werden.
  • Die Preise für Flüge in Lateinamerika werden voraussichtlich um 2% im kommenden Jahr fallen. In Mexiko und Kolumbien kann allerdings ein leichter Anstieg von 0,1% und 1,2% beobachtet werden. Sehr deutlich wird der Preisanstieg in Chile ausfallen (+7,5%).
  • In der Region Asien-Pazifik sagt der Forecast einen Preisanstieg von 3,2% voraus. Dabei bleibt die Nachfrage in China hoch (+3,9% bei Flugpreisen) – das Land wird im Jahr 2020 auch den weltweit größten Reisemarkt stellen. Neben China sehen aber auch andere Länder der Region Preissteigerungen auf sich zukommen – besonders Neuseeland (+7,5%) und Indien (+7,3%). Das einzige Land in der Region, bei dem die Preise fallen werden, ist Japan mit -3,9%, weil das Land seine Kapazitäten für die Olympischen Spiele 2020 bereits ausgeweitet hat.

Hotelpreisprognosen 2019

Die Prognosen für Hotelpreise stehen in direktem Zusammenhang mit dem Zuwachs im Flugsektor, der für eine größere Nachfrage nach Hotelzimmern sorgt. Hotels setzen auf den Einsatz neuer Technologien, um ihren Gästen ein personalisiertes Reiseerlebnis bieten zu können.

Die Hotellandschaft wird sich zudem durch weitere Zusammenschlüsse verändern, da hochpreisige Hotels mit Hotels der mittleren Preisklasse um jüngere Reisende konkurrieren müssen, die vermehrt auf Boutique-Hotels setzen.

In der Region Europa, Nahost und Afrika muss für Westeuropa mit einer Preissteigerung von 5,6% für Hotelübernachtungen gerechnet werden. Die Preise in Osteuropa und Nahost/Afrika fallen hingegen um 1,9% und 1,5%. Besonders deutlich fällt der Preisanstieg in Norwegen (11,8%), Spanien (8,5%), Finnland (7,1%) und Frankreich sowie Deutschland mit jeweils 6,8% aus.

Die Hotelpreise in Nordamerika werden laut der Prognose ebenfalls steigen – 5% in Kanada und 2,7% in den USA.

Die Region Asien-Pazifik wird eine Preissteigerung von 5,1% verzeichnen. Dabei gibt es große Unterschiede: während in Japan mit fallenden Preisen von 3,2% gerechnet werden kann, wird es in Neuseeland voraussichtlich einen Preisanstieg von 11,8% geben.

In Lateinamerika sagt die Prognose fallende Preise von 1,3% voraus. Während die Hotelpreise in Argentinien um 3,5%, in Brasilien um 1,9% und in Kolumbien um 0,7% zurückgehen werden, muss in Chile (+6,4%), Peru (+2,1%) und Mexiko (+0,6%) mit einer Zunahme der Preise gerechnet werden.

Preisprognose für Bus, Bahn, Mietwagen und Taxi

Laut des Travel Price Forecast muss im kommenden Jahr nur in Nordamerika mit leicht erhöhten Preisen für Transportmittel wie Bus, Bahn und Taxi gerechnet werden (+0,6%). In allen anderen Regionen werden die Preise stabil bleiben. Allerdings könnten die Mietwagenunternehmen insbesondere im vierten Quartal 2019 ihre Preise anheben.

Die Reisenden werden vermehrt auf Apps für private Fahrdienste setzen, während das Interesse an Highspeed-Zügen aufgrund von hohen Kosten in Verbindung mit dem geringen Ausbau der benötigten Technik sinken wird. Im Mietwagenbereich setzen neue Technologien Trends, wie beispielsweise der Einsatz von vernetzten Autos.

  • Die Prognose sagt stabile Preise für die Region Europa, Nahost und Afrika voraus. In einigen westeuropäischen Ländern, wie Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien können allerdings Preissteigerungen von über 4% möglich sein – in Norwegen werden es voraussichtlich sogar +10%. Im Gegenzug kann Schweden mit einem Preisabfall von 13,9% rechnen.
  • Während die Preise in der Gesamtregion Nordamerika nur leicht steigen (+0,6%), sollen sie in Kanada um 3,6% steigen. Trendsetter in der Region könnte Audis App-basierter Mietwagenanbieter Silvercar sein, der mobile Buchungen ermöglicht und die Abwicklung bei der Abholung und Abrechnung stark vereinfacht hat.
  • Auch in der Region Asien-Pazifik bleibt die Preisentwicklung bei den Beförderungsmitteln auf Straße und Schiene stabil. Lediglich in Neuseeland (+4%), Indien (+2,7%) und Australien (+2,4%) werden die Preise steigen. Das Unternehmen Didi Chuxing wird seine Investitionen im Bereich des autonomen Fahrens weiter ausbauen, während Uber den heimischen privaten Fahrdiensten bereits das Feld in Südostasien überlassen hat.
  • Mit einer stabilen Preisentwicklung ist auch in Lateinamerika zu rechnen, auch wenn Argentinien (-9,7%) und Brasilien (-5,4%) fallende Preise verzeichnen werden. Für Chile wird ein Preisanstieg von 3,1% vorausgesagt.

Den vollständigen Travel Price Outlook mit allen Detailinformationen finden Sie hier.

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