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Captain’s Talk

Die neuesten Nachhaltigkeits-Trends im Kreuzfahrtmarkt

Schwimmendes Resort_OceanEvent
Schwimmender Organismus – umweltfreundliche Energiegewinnung und Müllvermeidung haben Priorität an Bord. (Bild: OceanEvent)

Im letzten Captain’s Talk berichtete ich über die Bemühungen der Kreuzfahrt-Branche zur Reduzierung von umweltschädlichen CO2-, Stickoxyd- und sonstigen Emissionen. Ein halbes Jahr ist das her. Seitdem ist das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin auf großes Interesse gestoßen.

Der Bund Naturschutz (NABU) polemisierte mit Zahlen, die nicht ganz verlässlich waren (wie cruisetickets.de aufdeckte). Atmosfair, eine Organisation, über die Umweltbelastungen klimaneutral gestellt werden können, kündigte seine Kooperation mit AIDA. Zuletzt lieferte der FOCUS in dem Artikel „Meer erleben mit Verantwortung“ reflektierte Tipps, worauf Reisende bei der Buchung einer klimaverträglichen Kreuzfahrt achten sollten.

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Umwelt-Ranking für Kreuzfahrtschiffe

Ebenfalls vom NABU veröffentlicht wurde das Umwelt-Ranking 2019 für Kreuzfahrtschiffe. Es bestätigt im Wesentlichen meine Aussagen: Die AIDAnova ist das derzeit umweltfreundlichste Kreuzfahrtschiff der Welt, angetrieben von emissionsarmem LNG-Gas und mit Landstrom-Anschluss ausgestattet. Für das Schiffs-Design wurde die Reederei mit dem Blauen Engel, dem Umweltzeichen der Bundesregierung, ausgezeichnet. Hapag-Lloyd landet für seine Bemühungen, auf Schweröl zu verzichten und SCR-Katalysatoren einzusetzen, im NABU-Ranking auf Platz drei und vier. Der Hybridantrieb von Hurtigruten, der ein schadstofffreies Cruisen durch sensible Ökosysteme ermöglicht, wird ebenso gewürdigt wie Reedereien, die auf Biogas- oder Elektroantrieb umrüsten. Weiterhin werden derzeit Brennstoffzellen getestet für eine noch emissionsärmere Energieversorgung an Bord.

Umweltschutz an Bord geht über Antriebssysteme hinaus

Antriebssysteme sind die offensichtlichen Umweltsünder auf Kreuzfahrtschiffen und es hat oberste Priorität, dass hier gehandelt wird. Doch gibt es weitere Stellschrauben, die in punkto Umweltschutz umgesetzt werden können. Davon handelt mein aktueller „Nachhaltigkeitsbericht“: Plastikvermeidung ist eines der großen Themen unserer Zeit. Spätestens seit die EU dazu neue Gesetze erlassen hat. Die meisten Reedereien haben längst reagiert und so kommen heute auf fast keinem Kreuzfahrtschiff mehr Plastikstrohhalme zum Einsatz. 50 Millionen Strohhalme werden dadurch allein auf den 26 Kreuzfahrtschiffen von Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises eingespart. Auch Plastikflaschen werden abgeschafft, wo immer möglich. Norwegian Cruise Line kündigte zum Beispiel an, ab Januar 2020 Einwegplastikflaschen von Bord der gesamten Flotte zu verbannen. Damit würden jedes Jahr mehr als sechs Millionen Plastikflaschen weniger verbraucht.

Sensible Ökosysteme_OceanEvent
Die Reedereien arbeiten mit Hochdruck daran, ihren ökologischen Footprint zu minimieren. (Bild: OceanEvent)

Nahezu alle Reedereien thematisieren den Wasserverbrauch, die Abwasserbehandlung, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Müll. An Bord wird Trinkwasser beispielsweise durch Meerwasseraufbereitungsanlagen selbst produziert. Frischwasser für die Wäschereien liefert in der Regel die Klimaanlage und ähnlich wie in Flugzeugen oder Zügen arbeiten die Toiletten an Bord mit Unterdruck. So werden pro Spülvorgang nur 1,2 Liter Wasser verbraucht, statt sieben bis neun Liter. Mülltrennung und -vermeidung sind auf hoher See ein Muss. Dafür sorgt das internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe, kurz Marpol. Auch hier gibt es viele Positivbeispiele, wie Reedereien die strengen Auflagen noch unterbieten. Umweltfreundliche Unterwasseranstriche, wie sie Hapag Lloyd und die französische Reederei Le Ponant verwenden, sind ein Beispiel. MSC Cruises stattet seine Schiffe seit Jahren mit modernsten Systemen zur Reduzierung, zum Recycling und zur Wiederverwendung von Abfällen aus. An Bord nahezu aller Kreuzfahrtschiffe findet Müllvermeidung statt: Beispielsweise durch Seifenspender statt portionsweiser Shampoos und Duschgels. Welchen Impact solche Einzelmaßnahmen haben, zeigt eine Zahl von TUI Cruises: Wasserspender in den öffentlichen Bereichen ersetzen auf einem einzigen Schiff 2.500 Plastikwasserflaschen pro Tag.

Unsere Meere müssen geschützt werden. Das haben alle großen Reedereien erkannt und treiben mit viel Engagement ihre Nachhaltigkeitsprogramme voran.  Ich bleibe dran, Ihnen weiterhin davon zu berichten, damit die Teilnehmer Ihrer maritimen Incentives oder Konferenz mit einem guten Gefühl reisen.

Portrait_Christian_Mühleck
Christian Mühleck (Bild: OceanEvent)

Der Gastautor: Treten Sie mit dem früheren Yachtkapitän Christian Mühleck in Dialog über umweltfreundliche Kreuzfahrtschiffe für Ihr Corporate Event: muehleck@oceanevent.com


Lesen Sie hierzu auch den Artikel “Nachhaltigkeit im Kreuzfahrtmarkt – der Positiv-Trend geht weiter”.

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