Aufgrund von COVID-19

Deutlich mehr Unternehmen verbieten weltweite Geschäftsreisen

Flugzeug_Geschäftsreise(Bild: pixabay.com)Das ist das Ergebnis einer aktuellen Mitgliederumfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR), an der 123 Geschäftsreise-Manager teilnahmen. Davon knapp ein Viertel gab an, Dienstreisen bereits vollständig ausgesetzt zu haben oder es zumindest zu planen. Grund sei die zunehmende Verbreitung des neuartigen Coronavirus. Verbote wurden daher bisher vor allem für Länder ausgesprochen, in denen das Risiko einer Ansteckung als besonders hoch eingeschätzt wird.

So untersagen inzwischen rund 85 Prozent der befragten Unternehmen Dienstwege nach China, knapp 60 Prozent erlauben keine geschäftlichen Ausflüge mehr nach Italien. Hinzu kommen Reisebeschränkungen für ganze Regionen, die auch Umsteigeflüge ausschließen, sofern der Transfer in einem ausgewiesenen Risikogebiet stattfindet. Nach derzeitigem Stand gelten als Risikogebiet ebenfalls Regionen im Iran und in Südkorea, in Deutschland sind aktuell 534 Infektionen bestätigt (Stand 06.03.2020, Quelle: www.rki.de). Aufgrund der Reisebeschränkungen rechnen drei Viertel der Befragungsteilnehmer mit einem noch nicht abschätzbaren finanziellen Schaden für das eigene Unternehmen.

„Die Firmen stehen derzeit vor der großen Herausforderung, die wirtschaftliche Notwendigkeit einer Geschäftsreise gegen das potenzielle Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus abzuwägen. Sie müssen präventive Vorkehrungen verantwortungsbewusst und mit Augenmaß treffen, um Mitarbeiter vor einer unkalkulierbaren Gefahr zu schützen und gleichzeitig den finanziellen Schaden für die Unternehmen zu begrenzen. Ob und wohin Reisen stattfinden, liegt grundsätzlich im Ermessen der Firma. Wir raten Travel- und Mobilitätsmanagern, sich bei Unsicherheiten – auch aufgrund der teilweise sehr emotionalisierenden und verunsichernden medialen Nachrichtenlage – an den länderspezifischen Hinweisen des Auswärtigen Amtes sowie den tagesaktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu orientieren“,

so VDR-Präsident Christoph Carnier.

Veranstaltungsverbote aufgrund von COVID-19

Reisen zu Großveranstaltungen mit Teilnehmern von mehr als 100 Personen werden aktuell von 31 Prozent der befragten Unternehmen untersagt, 67 Prozent sehen dazu derzeit keinen Anlass. Durch die Ausbreitung des Coronavirus stehen zusätzlich firmeninterne Veranstaltungen vermehrt auf dem Prüfstand. So werden immer häufiger Schulungen, Seminare und Meetings mit externen Gästen abgesagt, verschoben oder durch virtuelle Konferenzen ersetzt.

Rückkehrer aus einem Risikogebiet werden von 56 Prozent der Firmen erst einmal mit Lösungen wie Home Office, Freistellung oder Zwangsurlaub in Quarantäne versetzt. Der Anteil der Unternehmen, die in solchen Fällen keine besonderen Maßnahmen ergreift, ist gegenüber einer früheren VDR-Erhebung Ende Januar deutlich gesunken.

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