Bald überflüssig?

Darum muss sich das Travel Management operativ und strategisch neu strukturieren

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„Digitale Attacker“ werden die Geschäftsreisewelt nachhaltig verändern – dessen sind sich Ludger Bals, Associate Partner von The TravelConsulting Group (TTCG) und Dr. Engelbert Wimmer, Gründer & CEO der e&Co. AG, sicher. Der wachsende Einfluss sogenannter disruptiver Geschäftsmodelle wird nicht ohne Folgen für das Berufsbild des Travel Managers bleiben, weil sich digitale Prozesse immer stärker auf Arbeitsabläufe, Arbeitsort und Arbeitszeit auswirken.

Beim Business Travel Forum des VDR auf der ITB Berlin haben Bals und Wimmer provokante Fragen zur Zukunft des betrieblichen Mobilitätsmanagements gestellt  – und ebenso provokante Antworten gegeben:

„Früher war der Arbeitsplatz dort, wo die Maschinen und der PC standen. Heute ist er dort, wo das Mobiltelefon ist. So funktioniert New Work“, erklärt Wimmer. Mit der veränderten Rolle des Individuums müssen sich auch die Unternehmen beschäftigen – und ihre Organisationsstrukturen entsprechend anpassen. Denn: Die digitalen Eliten von heute und morgen haben andere Vorstellungen vom modernen Arbeiten und der dazu passenden Mitarbeiterführung. Geprägt von großen Internet-Unternehmen und innovativen Start-ups agiert der Mitarbeiter 4.0 zunehmend autonom und erwartet eine Arbeitswelt, die ihm Individualität und Selbstorganisation ermöglicht. Zu dieser Erkenntnis kommen auch die Mobilitätsexperten des VDR-Zukunftsworkshops TrendsPort 2017.

Airbnb wird den Wandel weiter forcieren

„Je mehr New Work, desto fruchtbarer wird der Nährboden für disruptive Geschäftsmodelle“, sagt Wimmer und hat ein aktuelles Beispiel parat: die Übernachtungsplattform Airbnb. Das Sharing-Economy-Unternehmen aus den USA versucht mit einem neuen Business-Modell auch auf dem deutschen Geschäftsreisemarkt Fuß zu fassen. Mit bislang überschaubarem Erfolg, wie aktuelle Zahlen zeigen. Das wird allerdings nicht so bleiben, glaubt Bals: „Die Travel Manager der Zukunft müssen ihre Rolle als statischer Auktionator der Fachabteilung verlassen und zum proaktiven Innovationsscout und verantwortungsvollen Regisseur innerhalb digitaler Ökosysteme werden. Der Wandel ist im Gange und Angebote wie Airbnb werden diesen Wandel weiter forcieren.“

Unternehmen müssen die Komfortzone verlassen

Auch Wimmer ist davon überzeugt, dass die Unternehmen die Komfortzone verlassen müssen, um künftig erfolgreich zu sein. Dazu zähle auch ein gewisses Maß an Innovationsbereitschaft und vor allem Mut: „Wo ist das Risiko, ein neues Airbnb zu erfinden? Das schlimmste was passieren kann ist, dass Sie am Ende ziemlich reich werden können.“ Digitale Attacker und disruptive Geschäftsmodelle erobern die Geschäftsreisewelt. Welche Botschaft bleibt am Ende für die Mobilitätsmanager in den Unternehmen? Bals formuliert es drastisch: „Wenn sich das Travel Management nicht operativ und strategisch neu strukturiert, wird es bald überflüssig sein“.


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