Produkt: events Magazin 04/2019
events Magazin 04/2019
Kongresse: Anziehungskraft steigern in der digitalen Welt +++ Destinationen: Neue Tourismus-Strategie für Wien +++ Messen: Interaktive Installationen auf dem Vormarsch +++ Virtual Reality: Digitale Klone machen Raumkonzepte erlebbar +++ Video-Walls: Technische Innovationen steigern die Wirkung
Wie Virtual Reality Messen revolutioniert:

Digitale Klone machen Raumkonzepte erlebbar

Raumkonzepte_Glühbirne
Virtuelles Architekturmodell eines Showrooms (Bild: cueconcept (l.); shutterstock_711208885 (r.))

Der „Digital Twin“ (digitaler Zwilling) ermöglicht eine völlig neue Art der Planung und Konzeptionierung von Messeständen. Denn mit einem maßstabgetreuen 3D-Modell können Standkonzepte schon weit vor dem Aufbau getestet werden. Ganzheitlich und erfahrungsbasiert durch die Erkundung des virtuellen Raums – mit Hilfe von VR-Brillen, Displays, Browsern oder auf Video aufgezeichneten „Walkthroughs“.

Mit CAD-Modellen werden schon seit über dreißig Jahren Prozesse simuliert und geplant. Der Digital Twin führt einen Schritt weiter. Er macht Raumkonzepte virtuell erlebbar und eröffnet völlig neue Möglichkeiten vor, während und nach der Messe.

Vor der Messe: Koordination & Vorbereitung

Digital-Twin
Walkthrough durch den Digital Twin eines Messestandes (Bild: cueconcept)

Der „Digital Twin“ des Ausstellungsaufbaus sorgt dafür, dass alle Beteiligten des Planungsprozesses in den virtuellen Messestand eintauchen können, lange bevor dieser aufwendig gebaut wird. Dadurch lassen sich sowohl interne Abstimmungsprozesse vereinfachen, als auch die externe Abstimmung mit Partnern, Dienstleistern und Lieferanten effizienter gestalten. Dies schon alleine dadurch, dass sich alle Beteiligten den Stand sehr genau vorstellen können. Das betrifft vor allem diejenigen, die sonst kaum Hallen- oder Standpläne lesen und sich den fertigen Stand daher nur schwer vor Augen führen können. Somit entfallen andere aufwendige Simulationsprozesse, um z. B. die Freigaben von Top-Entscheidern zu erhalten, die Dank des realitätsnahen Digital Twins schneller erteilt werden können.

Darüber hinaus zeigen sich mithilfe des digitalen Zwillings Planungsfehler schon, bevor diese entstehen und können so erfolgreich vermieden werden. Denn sämtliche Prozesse in den Bereichen Koordination und Vorbereitung sind wesentlich akkurater planbar und bedeuten eine enorme Zeitersparnis für alle Beteiligten.

Durch die realitätsnahe Abbildung eines Standes können außerdem Mitarbeiter und Hostessen perfekt gebrieft und geschult werden: Wo befinden sich welche Exponate? Was zeigen welche Displays? Wie wird die Lounge-Ecke aussehen? Das alles ist zwar auch auf „herkömmliche“ Weise sichtbar, doch bei Weitem nicht so lebendig und wirklichkeitsnah. Deshalb können die Schulungen des Standpersonals online stattfinden und ersparen z. B. Raum- und Übernachtungskosten im Vorfeld der Messe. Weiteres Plus: Die virtuellen Schulungen können beliebig oft stattfinden.

Während der Messe: Marketing-Inhalte & erweiterter Vertrieb

Vor Ort steht das reale Erlebnis im Vordergrund. Dennoch unterstützt der Digital Twin auch die Kommunikation mit den Besuchern und zwar mit innovativem Content für Marketing und Sales und durch die digitale Verlängerung der Vertriebsaktivitäten. Auch wer nicht vor Ort ist, kann den Messestand, Produkte und Dienstleistungen erleben.

Nach der Messe: Dokumentation & digitale Verlängerung

Der Digital Twin kann weiterhin nach der eigentlichen Messe für Marketing- und Vertriebszwecke, wie z. B. Online-Marketing oder Kundenpräsentationen, genutzt werden, um interessierte Kunden, die die Messe nicht besuchen konnten, über das Angebot zu informieren. Für diesen Zweck eignet sich auch die Einbindung von Elementen der realen Messe, wie z. B. das aufgezeichnete Bühnenprogramm.

Darüber hinaus spart ein Digital Twin Dokumentationskosten, denn sämtliche Druckschriften, Wandscheiben, Grafiken etc. sind bereits im Modell integriert. Vorbei sind die Zeiten, in denen Aussteller nach der Messe mit umfangreichem Bildmaterial den Stand dokumentieren mussten. Ganz zu schweigen von der Suche nach dem „eigenen Bereich“ in den zahlreichen Bildern. Deutlich effizienter schafft das heute der Digital Twin. Einfach Link öffnen, in den richtigen Bereich surfen – fertig.

Case Study: Siemens

Gerade in Konzernen mit großen und komplexen Messeauftritten zeigen sich die Vorteile des Digital Twin. Denn hier sind naturgemäß viele Abteilungen und Personen involviert und es gilt zahlreiche Prozesse zeit- und kosteneffizient zu koordinieren. So auch die Messeteilnahme des Unternehmens Siemens auf der „SPS IPC Drives 2017“ in Nürnberg. Auf der Suche nach einer einzigen Plattform, auf die alle Beteiligten zugreifen können, entschied sich Siemens für den Digital Twin. Entscheidend für den Erfolg des Digital Twin war die insgesamt reibungslose und enge Zusammenarbeit zwischen den Stakeholdern und Dienstleistern. Dadurch, dass verschiedene Experten aus den Bereichen Architektur, Messeprozessplanung, 3D-Design, Modellierung und Programmierung direkt zusammengebracht wurden, ließ sich ein Wissensaustausch erreichen, der sich positiv auf die Arbeitsabläufe ausgewirkt hat.

Fazit:

Der Digital Twin für Raumkonzepte revolutioniert Messen, wird Ausstellern mehr Effizienz bei der Zusammenarbeit mit allen Beteiligten bringen und unterstützt neue digitale Geschäftsmöglichkeiten. Die Lösung dient als digitale Plattform für die Koordination und Vorbereitung der Messe, aber auch für die Durchführung, die Besucherkommunikation und -dokumentation, das Erstellen von innovativen Marketing-Inhalten und die Erweiterung von Vertriebsaktivitäten. Last but not least, zahlt der Einsatz des digitalen Zwillings auch auf das Thema Nachhaltigkeit ein durch eine Minimierung der CO2-Emmissionen durch weniger Reisen und einen niedrigeren Ressourcen-Verbrauch durch eine effiziente Planung, bei der Wandelemente oder großflächige Ausdrucke entfallen.

Vorteile auf einen Blick

  • Simulationsprozesse entfallen
  • Zeitersparnis durch akkurat planbare Prozessabläufe
  • Effiziente Abstimmung mit Partnern, Dienstleistern und Lieferanten
  • Verkürzte Abstimmungsprozesse mit Top-Entscheidern
  • Erkennung und Vermeidung von Planungsfehlern
  • Reduzierung von Meeting- und Reisekosten durch virtuelles Briefing & Schulung
  • Reduzierte Kosten für die Dokumentation
  • Steigerung der medialen Reichweite von Werbebotschaften

Katrin_Taepke_cueconcept

Die Autorin: Katrin Taepke organisiert seit mehr als 20 Jahren Messen, Kongresse, Tagungen, Workshops und Seminare unterschiedlichster Größe und Ausrichtung. Als Certified Meeting Professional und mit dem MBA für Entrepreneurship ist die Autorin für die Digitalagentur cueconcept, einem Spezialist für individuelle Beratung und Prozessanalyse in der MICE-Branche, tätig. www.cueconcept.de

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