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Prioritäten bei Veranstaltungsplanung:

Nachhaltigkeit kein Wettbewerbsvorteil für Veranstaltungsstätten

Nachhaltigkeit_Recyclingkonzept(Bild: voinsveta - stock.adobe.com)Die Hochschule Worms hat im Rahmen einer Studie, in der Veranstaltungsmanager/innen online befragt wurden, ein niederschmetterndes Ergebnis zutage gefördert: Umweltschutz liegt in der Prioritätenskala bei der Auswahl von Locations ganz weit hinten!

Natürlich muss man wie bei den meisten Umfragen eine gewisse Vorsicht walten lassen. Dennoch liefert die Studie der Hochschule Worms wichtige Fingerzeige. 4.862 Personen wurden mit einem komplexen Fragebogen bestückt. Die effektive Stichprobe belief sich dann allerdings leider nur auf 122 komplett ausgefüllte Fragebögen. Der Anteil der Eventagenturen lag bei 60% und der der Corporate Planner bei 40%. 18% der Antworten entfielen auf Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Warum nun gibt diese Umfrage ein völlig anderes Bild ab, als die landläufig von Branchenverbänden veröffentlichten Ergebnisse? Ganz einfach: Die Technik der Befragung ist entscheidend! Fragen die Verbände meist unverbindlich in einem „verdächtigen Gesamt-Kontext“ von Nachhaltigkeit nach und erhielten so vermutlich Antworten im Sinne von Political Correctness, so machten die Initiatoren der Hochschule das ganz anders: Sie versteckten die Nachhaltigkeitsfrage in einem Bündel von möglichen Antworten. So wurden die Planer unter anderem gefragt, welche Entscheidungskriterien bei der Wahl einer Veranstaltungsstätte für sie die wichtigsten seien. Priorisierung war also angesagt.

Mit einer Relevanz von 7,9 war Lage/Erreichbarkeit klar auf dem ersten Platz. Gefolgt von Raumangebot/-Aufteilung (7,5), Preis-/Leistungsverhältnis (6,1), Ausstattung der Location (5,6) und Anbindung ÖPNV sowie Service-Angebot (jeweils 4,4). Weit abgeschlagen in der Prioritätenliste dann Barrierefreiheit auf Platz 13 und Umweltzertifikate sowie Möglichkeit für Green Meetings auf den beiden letzten Plätzen von insgesamt 16 genannten Kriterien.

Was folgt daraus laut Professor Dr. Hans Rück, Dekan an der Hochschule Worms? Wenn Nachhaltigkeitsaspekte also für die Buchung weitgehend irrelevant sind, dann können sie auch kein Wettbewerbsvorteil sein. Man wird sich also andere Wege überlegen müssen, um Nachhaltigkeitsthemen bei Veranstaltungsplanern flächendeckend voran zu bringen. Das heißt: verbindlichere Nachhaltigkeits-Kodizes in den Unternehmen selbst und Verankerung in den Veranstaltungsrichtlinien. Der Wettbewerbsvorteil durch entsprechende Positionierung bei den Anbietern scheint jedenfalls ein Mythos.

Lesen Sie hier den ausführlichen Beitrag zur Studie von unserem Gastautor Professor Dr. Hans Rück…

Produkt: events Magazin digital 02/2018
events Magazin digital 02/2018
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