Produkt: events Magazin digital 01/2018
events Magazin digital 01/2018
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Aus dem Leben eines Burgherren:

events im Interview mit Friedrich Graf zu Eulenburg und Hertefeld zu Events in Burgen und Schlössern

Hertefeld(Bild: © Hertefeld)Alte Gemäuer wollen und müssen unterhalten werden. Das ist aufwändig. Nicht wenige Burgherren suchen daher mit der Öffnung ihrer historischen Schätze für Veranstaltungen zusätzliche Deckungsbeiträge. Das ist nicht immer einfach.

Die Deutsche Burgenvereinigung e.V. hat bundesweit 3.000 Mitglieder und unterhält ein eigenes Burgeninstitut, bei dem auch die größte europäische Bibliothek für Burgenliteratur beheimatet ist. Ihr Hauptanliegen ist der Denkmalschutz und eines der besucherstärksten Denkmäler Deutschlands, die Marksburg am Mittelrhein, ist ihr Sitz. Sie ist übrigens auch Eigentümer dieser nie zerstörten, großartig restaurierten Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert. Friedrich Graf zu Eulenburg und Hertefeld arbeitet im Vorstand der Landesgruppe Rheinland und betreibt selbst bei Weeze am Niederrhein in 23. Generation ein heute auch für Veranstaltungen mit Übernachtung bestens geeignetes Haus: Schloss Hertefeld. Übrigens nach eigener Aussage „die einzige bewohnbare Schlossruine in Deutschland“.

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www.hertefeld.com

events im Interview mit Friedrich Graf zu Eulenburg und Hertefeld  zum Thema „Veranstaltungen in Burgen und Schlössern“:

events: Wer sucht, der findet. Das gilt für fast alles, nur nicht für veranstaltungsgeeignete Burgen und Schlösser. Man sucht sich förmlich den berühmten Wolf. Woran liegt das?

Nun, es gibt rein private Schlösser und Burgen, die sind verschlossen. Andere öffnen sich für die Vermarktung, teilweise sogar mit Übernachtungskapazitäten. Das ganze Thema ist historisch zwar homogen, strukturell allerdings extrem heterogen. Weil der Veranstaltungsmarkt seit mehr als zehn Jahren immer stärkere Nachfrage-Signale in diese Richtung gibt, ist es in der Tat bedauerlich, dass es aufgrund der von mir genannten Heterogenität keinen einheitlichen Auftritt gibt. Wenn Sie eine Burg oder ein Schloss für Veranstaltungen suchen und nicht gerade explizit ein Schlosshotel, dann müssen Sie sich das leider selbst suchen. Es gab zwar immer wieder Ansätze, aber letztendlich keine gemeinsame Vermarktungs-Plattform. Was ich angesichts der Popularität des Themas ausgesprochen schade finde.

events: Das insbesondere, wo es doch sicher hier und da an Geld fehlt für die Instandhaltung, oder?

Man muss Betriebe und große Ländereien dazu haben, ansonsten ist man mit der Erhaltung der alten Bausubstanz immer im Zuschussbereich. Die Denkmalpflege ist eine gesetzliche Verpflichtung und es gibt für die Erben alter Denkmalssubstanz immer den pragmatischen Versuch, einen Ausgleich zu schaffen zwischen den Nutzungszwecken, den ökonomischen und den historischen Zwängen. Ganz wichtig bei allem Respekt für die berechtigten Anliegen des Denkmalschutzes, der übrigens durch Landesgesetze unterschiedlich interpretiert wird: Die Denkmalpflege darf kein Selbstzweck sein. Das Objekt muss den Menschen und der Nutzung dienen!

 

„Wir nehmen für uns in Anspruch, dass wir wissen, was nachhaltiges Arbeiten ist. Sonst gäbe es uns nicht mehr.“

 

events: Fühlt sich so mancher Burgherr nicht auch überfordert durch das Fachwissen, das für eine professionelle Vermarktung erforderlich ist?

Als problematisch erweist sich tatsächlich immer wieder die Zangenbewegung von etwa 41 Verordnungen, in denen sich Betreiber bewegen, die ihre Häuser für Veranstaltungen öffnen. Energieeinsparungsverordnung, Beherbergungsverordnung, Brandschutz Versammlungsstätten-Verordnung, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht usw.. Das alles im Zusammenwirken mit dem Denkmalschutz stellt manche Burgherren vor derart komplexe Herausforderungen, dass sich viele sagen: Dann lasse ich das Ganze lieber!

events: Birgt alte Bausubstanz nicht auch spezielle Risiken für Veranstaltungsgäste

… Nein, nein: Jeder der eine solche Location öffnet und betreibt, hat ein vitales Interesse daran, dass die Besucher genauso gesund und bestenfalls fröhlicher nach Hause fahren, wie sie gekommen sind.

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