Michael Sinn im Gespräch mit events:

Die Bedeutung von Design und Architektur für Veranstaltungshäuser

Michael-Sinn-kING-Ingelheim
Michael Sinn, Geschäftsführer IKuM – Ingelheimer Kultur- und Marketing GmbH

kING – die neue Kultur- und Veranstaltungshalle Ingelheim ist für Sommer 2017 geplant und wird bereits als Veranstaltungsort mit inspirierender Architektur angekündigt. events hat bei Michael Sinn, Geschäftsführer IKuM – Ingelheimer Kultur- und Marketing GmbH, nachgefragt, welche Bedeutung Design und Architektur beim Bau des neuen Veranstaltungskomplexes kING einnehmen.

„Bei der Planung und Errichtung der kING – Kultur- und Veranstaltungshalle Ingelheim – war uns eine außergewöhnliche Architektur von Anfang an sehr wichtig. Die Architektur verleiht dem Gebäude Charakter, sie bestimmt sozusagen die DNA des Bauwerks. Die Architektur ist auch ein Merkmal, dass den Besuchern als erstes ins Auge fällt. Sie ist ein Merkmal, mit dem man sich schon auf den ersten Blick von anderen Veranstaltungshallen abheben kann.

Die Architektur hat aber auch ihre Grenzen. Zum einen sollte sie ins Umfeld passen, zum anderen beeinflusst sie natürlich auch die Funktionalität des Gebäudes. Letztendlich sind Veranstaltungshallen immer auch Zweckbauten, in denen reibungslose Abläufe – auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Betriebs – gewährleistet sein müssen. Insofern muss natürlich die Architektur auf die Funktionalität Rücksicht nehmen, was aber nicht bedeutet, dass sie in die Beliebigkeit abrutschen muss. Man muss sich auch schon die Frage stellen, ob in jeder Halle immer alles möglich sein muss.

Außenansicht kING

Leider fehlt bei sehr vielen Hallen eine klare Positionierung. Wenn in den meisten Hallen immer alles stattfinden soll, ist es kein Wunder, wenn die typischen multifunktionalen Hallen aufgrund eines fehlenden klaren Profils selbst austauschbar sind.

Der richtige Weg wäre sicherlich, im ersten Schritt eine klare Positionierung für eine Location vorzunehmen und diese dann mit einer passenden, charakteristischen Architektur zu untermauern. Ob diese Architektur dann eher modern, gewagt, avantgardistisch oder traditionell ausfällt, ist sicherlich auch Geschmackssache und im Einzelfall individuell zu entscheiden.

Zitat-Michael-Sinn

Beliebig und austauschbar sollte die Architektur aber auf keinen Fall sein, erst recht nicht, wenn die Veranstaltungshalle, wie bei uns in Ingelheim, an einem so exponierten Standort in der Stadtmitte steht und das Stadtbild maßgeblich mitbestimmen wird. In unserem Fall haben wir zudem auf eine zeitlose Architektur gesetzt, da die neue Veranstaltungshalle viele Jahrzehnte bestehen bleibt und auch noch in 20 oder 30 Jahren als schön empfunden werden soll.

Bei reinen Multifunktional-Hallen, die außerhalb einer Stadt auf der „grünen Wiese“ gebaut werden, ist die Situation sicherlich anders zu beurteilen. In diesen Fällen wäre es nachvollziehbar, wenn die Architektur zugunsten einer hohen Funktionalität weitgehend in den Hintergrund rückt, wobei auch hier zahlreiche Beispiele zeigen, dass man solche Hallen architektonisch ansprechend gestalten kann.”

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