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Die MICE-Destination überzeugt mit einem umfangreichen Incentive-Angebot und attraktiven Locations: ob Badehaus, Berghütte, Kloster oder Venues in Frankfurt.
Romantisch, geschichtsträchtig, spektakulär:

Burgen & Schlösser als Event-Locations

Château d'Angers
Die Burg von Angers ist ein beeindruckender Festungsbau im Westen Frankreichs. Aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind viele Schlösser und Burgen beheimatet. (Bild: ©Thomas Launois - stock.adobe.com)

Seit Jahren erfreuen sich Special-Event-Locations einer zunehmenden Nachfrage – und das Angebot wächst mit. Auch Burgen und Schlösser profitieren vom Trend zum Außergewöhnlichen. Höchste Zeit also, einen genaueren Blick auf diese Veranstaltungsstätten zu werfen. Das sagte sich auch die Hochschule Worms – und hat eine Studie zu Burgen und Schlössern als Veranstaltungsstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgelegt. Die wichtigsten Ergebnisse werden hier zusammengefasst. 

Majestätisch thronen sie über dem Land. Man sieht sie schon von fern, und je näher man ihnen kommt, desto imposanter werden sie. Doch Burgen und Schlösser sind nicht nur topographische, sondern auch historische Orientierungspunkte: Sie erzählen Geschichten aus vergangenen Zeiten – von stattlichen Fürsten und holden Jungfern, von Macht und Minne, Krieg und Frieden.

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Ergebnisse einer Studie der Hochschule Worms

Als Burg bezeichnet man einen wehrhaften und zugleich repräsentativen Adelswohnsitz, der zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert erbaut wurde. Ein Schloss wiederum, im Sinne der Wormser Studie ist eine Burg, deren Wohncharakter ihren Wehrcharakter überwiegt. Nicht wenige Burgen wurden im Lauf der Jahrhunderte zu Schlössern um- und ausgebaut, um sie wohnlicher zu gestalten. Die Grenzen zwischen Burgen und Schlössern sind also fließend. Und da die Bezeichnungen nicht geschützt sind, lassen sich manche Burgen als Schlösser führen, sehr wahrscheinlich aus Marketing-Gründen, denn „Schloss“ klingt nun einmal märchenhafter und romantischer. Hier sollten Veranstaltungs-Manager genau hinsehen.

Burgen und Schlösser zählen zu den sogenannten „Special Event Locations“ (SEL) – Veranstaltungsstätten, die ursprünglich nicht als solche, sondern zu anderen Zwecken errichtet wurden, die aber gelegentlich oder dauerhaft als Veranstaltungsstätten genutzt werden. Und dieses Veranstaltungsgeschäft wird immer wichtiger: Mehr als drei Viertel der Burgen und Schlösser in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden auch als Veranstaltungsstätte genutzt. Das hat eine Studie der Hochschule Worms ergeben, für die insgesamt 186 Betreiber in den drei Ländern befragt wurden (siehe Infokasten).

Steckbrief Hochschule Worms

Romantik und Geschichte als Alleinstellungsmerkmal

Der Markt für Veranstaltungsstätten ist heute durch eine enorme Vielfalt gekennzeichnet. Doch Burgen und Schlösser verfügen über klare Differenzierungsmerkmale im Wettbewerb: Sie heben sich ab durch ihre romantische Atmosphäre und die Aura der Geschichte – eine absolute Steilvorlage für jedes Motto-Event und jedes Storytelling-Konzept. Aber wie sieht es mit der praktischen Seite aus – Erreichbarkeit, Nutzbarkeit, Ausstattung und nicht zuletzt Sicherheit sind schließlich wichtige Kriterien für die Veranstaltungsstättenwahl?

Nutzbarkeit

Bei der Nutzbarkeit muss mit Einschränkungen gerechnet werden. Wer ein Event auf einer Burg plant, sollte als Erstes anfragen, welche Bereiche der Burganlage dafür überhaupt zur Verfügung stehen. Denn die Mehrzahl der befragten Burgen und Schlösser öffnet nur bestimmte Areale für Besucher (siehe Grafik 1) – am häufigsten: Burghof, Parkanlagen, historische Räume (z. B. Rittersaal), Palas (Wohngebäude), Kapelle, Türme und Verliese. Vollständig zugänglich ist nur die Minderheit der Burgen und Schlösser in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Grafik1 - Burg Arras
Grafik 1: Bereiche der Burganlage, die für Besucher zugänglich sind (Auswahl)

Erreichbarkeit

Auch bei der Erreichbarkeit ist mit Einschränkungen zu rechnen – schließlich ist eine schwer zugängliche Lage Teil der Schutzfunktion einer Burg und führte zuweilen zu sehr verwegenen Konstruktionen (siehe etwa Schloss Lichtenstein bei Reutlingen).

Schloss Lichtenstein
Schloss Lichtenstein in Baden-Württemberg (Bild: © jarek106 – fotolia.com)

Es gibt zwar auch heute noch Burgen und Schlösser, die nur zu Fuß erreichbar sind – in der Schweiz 28 %, in Deutschland 17% und in Österreich 13 %. Doch bei den übrigen ist die Verkehrsanbindung inzwischen viel besser als gedacht: Einen Parkplatz haben neun von zehn in maximal 400 m Entfernung, nur in der Schweiz muss man höchstens 300 m weiter laufen. Die nächste Autobahnauffahrt ist in Deutschland im Schnitt 13 km entfernt, in Österreich ist es ähnlich, in der Schweiz muss man sogar nur halb so weit fahren. Und dass die Schweiz beim Bahnanschluss führend ist, wird niemanden überraschen, der die Eisenbahnvernarrtheit der Eidgenossen kennt: Der nächste Bahnhof ist im Schnitt nur 7 km entfernt, da können Deutschland und Österreich mit durchschnittlichen 20 km Entfernung nicht mithalten. Direkt umliegende Wander- und Radwege finden sich in jedem der drei Länder mindestens bei einem Dreiviertel der Burgen. In Summe ist das gar nicht übel. Doch grundsätzlich muss bei Burgen natürlich mit bautypischen Einschränkungen der Erreichbarkeit gerechnet werden.

Ausstattung

Auch die veranstaltungsbezogene Ausstattung der meisten Burgen ist inzwischen recht gut (siehe Grafik 2): Ob Sanitäranlagen, Bestuhlung, Starkstromanschluss, Heizung oder Küche – mindestens 70 % aller untersuchten Burgen, und oft mehr, erfüllen diese Merkmale. Über die Qualität ist damit natürlich noch nichts gesagt, ein Check im Vorfeld ist also Pflicht. Beim WLAN hingegen liegt die Ausstattungsquote in allen drei Ländern unter der Fünfzigprozentmarke – hier besteht dringend Aufholbedarf.

Grafik 2 - Ausstattungsmerkmale Burgen
Grafik 2: Wichtige Ausstattungsmerkmale der befragten Burgen (Auswahl)

Übernachtungskapazität

Wichtig, vor allem für Mehrtagesveranstaltungen, ist ein ausreichendes Übernachtungsangebot in möglichst geringer Entfernung zur Location. Weil Burgen und Schlösser oft auf dem Land liegen, sind Hotels nicht immer die Lösung. Umso vorteilhafter sind eigene Übernachtungskapazitäten, und über diese verfügen in Deutschland und Österreich immerhin rund 40 % der Burgen und Schlösser. Die Schweiz hat hier einen deutlichen Rückstand, dessen Hintergründe wohl regulatorischer und finanzieller Art sind (hoher Staatsanteil bei den Betreibern).

Dienstleistungsangebot & Gastronomie

Hinzu kommt ein vielfältiges Dienstleistungsangebot: Rund 60 % der erfassten Burgen haben ein Museum. 70 % und mehr verfügen über Tagungsräume – Spitze ist hier die Schweiz (82 %) vor Deutschland (78 %) und Österreich (68 %). Das gastronomische Angebot ist in Deutschland am größten: Ein Restaurant findet sich hierzulande in fast 40 % aller Burgen und Schlösser, ein Café und eine Burgschänke sogar in knapp mehr als der Hälfte. In Österreich liegt die Dichte um bis zu 10 % niedriger, in der Schweiz um bis zu 20 %.

Die Mehrzahl der Burgen und Schlösser ist also gut gerüstet für Veranstaltungen. Doch wie viele Veranstaltungen sind es im Schnitt, und welche Arten, die hier stattfinden?


Private Nachfrage aus der Region dominiert – bei Corporate Events ist noch “Luft nach oben”!


Anzahl und Art der Veranstaltungen

In Deutschland werden auf den befragten Burgen und Schlössern im Durchschnitt 53 Veranstaltungen pro Jahr durchgeführt, in Österreich 41, in der Schweiz 68. Das entspricht im Schnitt etwa einer Veranstaltung pro Woche. Die Nutzung von Burgen und Schlössern als Event-Location ist also noch nicht sehr intensiv und somit ausbaufähig.

Burgen und Schlösser eignen sich für ganz kleine Veranstaltungen, aber auch für Gesellschaften mit bis zu über 1.000 Personen. Den Schwerpunkt bilden jedoch, mit einem Anteil zwischen 50 und 60 % in allen drei Ländern, ganz klar Veranstaltungen von 21 bis 100 Teilnehmern. Am häufigsten sind private Feierlichkeiten (Hochzeiten, Geburtstage), gefolgt von Kulturveranstaltungen und Eigenveranstaltungen der Betreiber (Ritterspiele, Mittelaltermärkte, Inszenierungen der Anlage). Hingegen spielen Corporate Events und Tagungen bisher nur eine untergeordnete Rolle; hier schlummert noch Potenzial, die nötige Ausstattung vorausgesetzt.

Die Veranstaltungsnachfrage ist zu mehr als zwei Dritteln regional, kommt also aus einem Umkreis von weniger als 50 km (das passt zum hohen Anteil privater Kunden). Durch überregionale Vermarktung ließe sich das Veranstaltungsgeschäft also ausbauen. Dazu bedarf es allerdings entsprechender Vertriebskanäle. Bisher sind in allen drei Ländern Tourismusorganisationen (DMO) die wichtigsten Kooperationspartner für Burgen und Schlösser im Veranstaltungsvertrieb, gefolgt von Reiseveranstaltern/Reisebüros sowie Event- und Werbeagenturen. In Österreich wird überdies auffallend eng mit Hotels und Gasthöfen zusammengearbeitet.

Augen auf beim Thema Sicherheit

Heikel ist allerdings das Thema Sicherheit, vor allem bei Burgen und Schlössern, die nur selten für Veranstaltungen genutzt werden. Kritisch sind Fragen der Flucht- und Rettungswege (bauliche Anpassungen sind oftmals schwierig) sowie des Brandschutzes wegen historischer Baumaterialien und Dekorationsstoffe (Vorhänge, Wandteppiche), die modernen Feuerfestigkeitsklassen nicht entsprechen. Das sollten Veranstaltungs-Manager keinesfalls ausblenden und darüber das Gespräch mit dem Betreiber suchen. Und die Betreiber sollten ihrerseits das Thema aktiv angehen, denn hier besteht zum Teil noch großer Aufholbedarf.

Burgbetreiber erwarten weiteres Wachstum im Veranstaltungsgeschäft

Das Geschäft mit Veranstaltungen ist für viele Burgen und Schlösser von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Aussage „Ohne Nutzung als Veranstaltungsstätte ließe sich der Unterhalt der Anlage nicht finanzieren“ bejahen in Deutschland 45%, in Österreich sogar 65 %. In der Schweiz dagegen wird das Veranstaltungsgeschäft mehrheitlich nur als willkommenes Zubrot angesehen, ist der Vermarktungsdruck am geringsten. Diese Befunde korrespondieren mit der Eigentümerstruktur in den drei Ländern: In der Schweiz sind nur 17 % der befragten Burgen und Schlösser in privater Hand, 58 % werden staatlich betrieben. In Österreich ist es ziemlich genau umgekehrt (56 % privat, 26 % staatlich), während Deutschland (42 % privat, 48 % staatlich) eine Mittelposition einnimmt. Die übrigen Betreiber sind Stiftungen.

Und die Betreiber rechnen mit weiterem Wachstum. Am optimistischsten sind dabei die Österreicher, 60 % erwarten eine Zunahme oder starke Zunahme der Veranstaltungsnachfrage, in Deutschland sind es 41 %, in der Schweiz 28 %. Mit einem Rückgang rechnen nur sehr wenige Betreiber.

Stärken und Schwäschen von Burgen und Schlössern

Fazit:

Kein Zweifel: Burgen und Schlösser haben viel zu bieten, vor allem die Chance auf unvergessliche Inszenierungen und Erlebnisse für die Teilnehmer! Veranstaltungs-Manager sollten allerdings mit Zusatzaufwand bei der Logistik rechnen. Und sie sollten ein Auge haben auf das Thema Sicherheit. Dann steht einer romantischen Zeitreise nichts mehr im Wege!

Die Autoren:

Ira NeuhausIra Neuhaus (25), B. A., Absolventin des Fachbereichs Touristik/Verkehrswesen an der Hochschule Worms, verfasste ihre Bachelor-Thesis über Burgen und Schlösser als Special- Event-Locations.

 

 

Prof. Dr. Hans RückProf. Dr. Hans Rück (53) ist Dekan des Fachbereichs Touristik/Verkehrswesen an der Hochschule Worms und lehrt dort Event-Management und Marketing. Er betreute die Thesis von Ira Neuhaus.

 

 

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