Im Fokus der Medien und des öffentlichen Interesses

Veranstaltungszentren – Brennglas gesellschaftspolitischer Themen

Lupe-Brennglas
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Stadthallen, Kongresszentren, Messen und Event Locations sind Orte des Wissenstransfers, der unmittelbaren Kommunikation und Schauplätze für Sport, Kultur und Politik. Durch viele aktuelle Fragestellungen stehen Veranstaltungszentren im Fokus der Medien und des öffentlichen Interesses.

Themen wie die derzeitige Sicherheitslage oder das Verbot von Wahlkampfauftritten machen nur allzu deutlich, wie abhängig die Veranstaltungsbranche von äußeren Faktoren wie der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Lage ist.

Joachim König, Präsident des EVVC Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren e.V. und JMIC (Joint Meeting Industry Councils) sowie Direktor des Hannover Congress Centrums:

Die Veranstaltungshäuser sind insgesamt gut aufgestellt in Sachen Sicherheit. Bereits seit vielen Jahren arbeitet die Branche intensiv mit Experten an der kontinuierlichen Verbesserung von Sicherheitskonzepten. Daher sind auch die aktuell vielstimmig geforderten weiteren Einschränkungen und zusätzlichen Restriktionen wenig hilfreich. Schlicht und ergreifend geht es aber auch darum, durch den Besuch von Veranstaltungen zu zeigen, was für eine Art von Leben wir alle weiterhin führen wollen und dies dann auch zu tun. Leider ohne 100%ige Sicherheit.

Maßnahmen wie das Verbot der Mitnahme von Taschen und Rucksäcken sowie Körperkontrollen am Einlass zu Veranstaltungen werden jedoch mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden. Laut Königen müssten sich sowohl Besucher als auch Veranstalter daran gewöhnen.

 

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Spiegel der Gesellschaft und Politik

Gerade an den aktuellen Verboten von Wahlkampfauftritten türkischer Politiker in Deutschland wird deutlich, dass Veranstaltungshäuser das Brennglas für gesellschaftspolitische Themen sind. Während in Deutschland zugelassene Parteien jeder politischen Richtung ein Recht darauf haben, ihre Veranstaltungen in kommunal betriebenen Häusern abzuhalten, gilt dies für ausländische Parteien in dieser Form nicht.

Dazu Joachim  König:

Sowohl in dieser Frage, als auch bei den Umsetzungen und Interpretationen des deutschen Parteiengesetzes, gibt es jedoch leider einen ziemlich unerfreulichen Trend in der Bundespolitik. Obwohl hier die eigentliche Zuständigkeit für beide Fragen liegt, werden diese Themen ausgesessen oder über die Landesebene auf die Kommunalebene – und damit auch auf die Veranstaltungshäuser – abgewälzt. Leider fehlt hier komplett die ansonsten so gerne von Politikern zitierte „klare Kante“. Dadurch werden unsere Kolleginnen und Kollegen auf Leitungsebene in den Häusern häufig mehr als zumutbar zum Prellbock der Emotionen von allen Seiten.

Aber auch die allgemeine politische und wirtschaftliche Lage beeinflusst die Veranstaltungsbranche und die Zahl der realisierten Tagungen, Kongresse, Messen und Präsentationen nachhaltig – positiv wie negativ. Laut König sei man auf den Ausgang der Wahlen insbesondere in Frankreich und Deutschland, aber auch auf die Umsetzung des Brexit gespannt. Es bleibe zu hoffen, dass auch danach der positive Trend für die Branche weiter anhält.

 

Kongress-Standort Deutschland ist Spitzenreiter in Europa

Seit dem Jahr 2009 verzeichnet die Eventbranche ein kontinuierliches Wachstum und zählt derzeit über 7.200 Locations mit mindestens 100 Sitzplätzen im größten Saal. Jährlich finden 3,06 Millionen Veranstaltungen mit 393 Millionen Teilnehmern statt (Quelle: Meeting- & EventBarometer 2016). Damit hält Deutschland den Spitzenplatz in Europa und Platz 2 weltweit nach den USA.

95 Prozent der Veranstaltungshäuser in Deutschland sind in kommunaler Hand und aufgrund der anspruchsvollen Infrastruktur, schwankender Auftragslage und subventionierten Veranstaltungen z. B. von örtlichen Vereinen und Schulen defizitär betrieben. Auf der anderen Seite gelten Stadthallen und Kongresszentren in jeder Stadt als Wachstumsmotor, der mit den Ausgaben der Besucher und Gäste Geld in die Wirtschaft und somit wieder in die städtischen Kassen spült.

Um auch in Zukunft auf dem Markt bestehen zu können, darf jedoch jedes einzelne Veranstaltungshaus und damit auch die Kongress-Destination Deutschland nicht den Anschluss verlieren. Die Konkurrenz-Situation innerhalb Deutschlands aber auch im Ausland verschärft sich, so dass Investitionen sowohl baulicher Art als auch in die Infrastruktur, wie z. B. in Licht- und Tontechnik unerlässlich sind. Themen wie der demografische Wandel, die Digitalisierung und Energieeffizienz werden die Veranstaltungsbranche in Zukunft in gleichem Maße prägen und verändern wie die gesamte Gesellschaft.

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