Digitalisierung in Hotels:

Wie sieht das Hotel der Zukunft aus?

Roboter_smartes Hotel_Technik(Bild: ekkasit919, stock.adobe.com)Dieser Frage geht das Fraunhofer IAO im Rahmen des Innovationsnetzwerks „FutureHotel“ gemeinsam mit wichtigen Branchen-Institutionen nach. Derzeit werden u. a. die folgenden Konzepte und Lösungen als umsetzungsfähig empfohlen:

  • Individuelle, spezifische Hotelzimmerauswahl des Gastes (vgl. Sitzplatz im Flugzeug)
  • Konzepte zur zeitlich flexiblen Hotelzimmerbuchung
  • Automatisierte Check-in- und Check-out-Prozesse mit variablem Anteil an Mitarbeitereinsatz
  • Technisch vernetzte, personalisierbare Innenräume (vgl. Smart Environments), z. B. Steuerung von Licht, Klimaanlage etc. durch Smartphone App des Gastes
  • Synergetische Kombination von Coworking Space und Hotel
  • Lösungen für innovative Bad- und Wellness- Bereiche (vgl. Showcase FutureHotel)

Umfragen bestätigen ferner, dass jeder Fünfte (19 Prozent) sein Hotelzimmer gerne mithilfe einer App per Smartphone öffnen und verschließen können möchte. Wer im Henn-na Hotel in Japan eincheckt, spricht an der Rezeption bereits mit einem Tyrannosaurus Rex. Die Urzeitechse teilt sich den Arbeitsplatz mit einem weiteren Dinosaurier und einer Puppe, die äußerlich eher den Vorstellungen einer Hotelangestellten entspricht. Menschen sind sie alle nicht – das Haus setzt auf Roboter.

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Das japanische Hotel, das sein künstliches Lobbypersonal zum Markenzeichen gemacht hat, ist nicht allein in der Branche. Auch in einigen deutschen Hotels erledigen Roboter bereits den Check-in, geben Infos für Ausflüge in der Region u.v.m..

Roboter umrennen – die neue Trendsportart im Hotel?

Der Brunner Hof in Arnschwang im Bayerischen Wald testet den Roboter Pepper am Empfang. Andernorts eiert ein Roboter-Kellner à la Pepper bereits durch ein Restaurant. Das sorgt für Neugier und Gesprächsstoff. Allerdings sind den Roboter-Mitarbeitern im Vergleich zu menschlichen Bedienungen reichlich Grenzen gesetzt. Auf dem Weg zu den Tischen sind sie beispielsweise auf festgelegte Routen angewiesen und die Gäste im Café werden angehalten, ihnen nicht im Weg zu stehen. Mal ehrlich: Wollen Sie außerhalb des Neugier-Faktors im Hotel wirklich von einem Roboter bedient werden?

In einigen NH-Hotels können bereits auf dem iPad verschiedene Lichtstimmungen im Zimmer eingestellt werden, je nach Tageszeit. In einem ungarischen Haus wird damit experimentiert, wie der Gast aus hunderten Kilometern Entfernung Heizung oder Klimaanlage in seinem Hotelzimmer programmieren kann. Bis hin zur Voreinstellung der Duschtemperatur per App. Ob immer alles Sinn macht, was man glaubt können zu müssen, sei dahingestellt.

Überall sind jedenfalls derzeit die Trendsurfer unterwegs. Entweder aus Marketing-Versessenheit oder der überflüssigen, vorauseilenden Besorgnis, vielleicht etwas zu verpassen. Maarten Markus, Managing Director der NH-Hotelgroup für Nordeuropa, erklärte kürzlich in einem Interview: „Die Hotellerie darf im heutigen digitalen Zeitalter den Anschluss nicht verpassen und sollte sogar Vorreiter darin sein, neue Services und Lösungen auszuprobieren und anzubieten!“ Früher hat man sich immer zuallererst die Frage gestellt: Cui bono – wem nützt es? Tut man das auch in diesem Kontext, dann muss der Gast im Mittelpunkt stehen, und nicht die Absatzinteressen der immer dominanteren Digital-Industrie. Und auch nicht die Hebung der letzten Einsparpotenziale in der Hotellerie. Gegebenenfalls zu Lasten der immer wieder verbesserungswürdigen Hospitality-Klassik!

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