Auf ein Wort

4 Fragen an Olaf Feuerstein, Geschäftsführer Tagungshotel “Freizeit In”

Olaf-Feuerstein

Olaf Feuerstein ist nicht nur mittlerweile Besitzer des renommierten „Tagungstankers“ Hotel Freizeit In in Göttingen, sondern auch Betreiber schöner, den Standort prägender Locations. Also Hotelier und Gastronom. events hat er verraten: “Machen statt meckern ist meine Devise!”

Wie kam es dazu, zu der Geschichte „vom Tellerwäscher zum Millionär“? Im Alter von 29 Jahren bestimmte eine Stellenanzeige maßgeblich seine weitere berufliche Zukunft: Für das 4-Sterne Tagungs- und Eventhotel “Freizeit In” wurde ein Wirtschaftsdirektor gesucht. Er bekam den Job. Nur zwei Jahre später bot ihm der Inhaber eine 19 Prozent-Beteiligung an dem Hotel mit 480 Betten, 44 Sälen und mehreren Restaurants an. In den Folgejahren sollte das „Freizeit In“ insgesamt sieben Mal zum besten Tagungshotel Deutschlands gewählt werden. Heute besitzt der Wahlgöttinger, jahrelange Präsident der Hoteldirektorenvereinigung Deutschlands und vierfache Vater 77,5 Prozent am Hotel „Freizeit In“ und sein Kompagnon Jörg Trilling als kaufmännischer Leiter weitere 22,5 Prozent.

Freizeit-In-Göttingen

events: Vielerorts würden sich Touristiker wünschen, dass Hoteliers ihre Kompetenz in Sachen Standortmarketing in kommunale Entscheidungen einbringen. Nun haben Sie sich als langjährig erfolgreicher Hotelier und Gastronom am Standort Göttingen entschieden, für den Stadtrat zu kandidieren. Was hat Sie dazu bewogen?

Olaf Feuerstein: Naja, nun bin ich seit knapp 25 Jahren am Standort Göttingen und blicke sozusagen durch. Ich sitze zusätzlich in vielen ehrenamtlichen Gremien, aber dennoch gibt es – den Tourismus- und die allgemeinen Standortfaktoren betreffend – immer noch unausgeschöpfte Potenziale oder falsche Entscheidungen. Machen statt Meckern ist da meine Devise. Also gestalte ich in einigen Bereichen mal eine Periode mit und schaue, ob man dort etwas bewegen, befördern und besser begleiten kann. Ich glaube auch fest daran, dass ich als Unternehmer im Stadtrat durch eine andere Brille schaue und hier sicherlich zu manchen Dingen Wertvolles einbringen kann.

 

events: In der ahgz war zu lesen: „Überregional hat er sich in der Branche zudem mit klar formulierten Meinungen einen Namen gemacht, unter anderem stand er schon bei Kongressen der AHGZ auf den Podium. Zuletzt zeigte er klare Kante in einem „Kopftuch-Streit“ im eigenen Hotel: Ein Gast wollte nicht von einer Servicekraft mit Kopftuch bedient werden. Olaf Feuerstein bat diesen Gast daraufhin darum, künftig ein anderes Hotels aufzusuchen. ‘Unsere Branche ist bunt und wir existieren auch ein stückweit dadurch, dass unser Personal bunt ist’, so der Hotelier.” Wo in unserer Branche insgesamt würden Sie gerne sonst noch mehr Zivilcourage anmahnen?

Olaf Feuerstein: Mehr Zivilcourage in unserer Branche? Nun eigentlich haben wir die ja schon, aber nur wenige trauen sich zu handeln aus Angst falsch zu liegen. Zivilcourage ist für mich eine Frage des Charakters jeder Führungskraft, eines jeden Menschen. Entweder man hat Charakter und damit auch Zivilcourage, oder man hat gleich beides nicht. Service-Exzellenz ist in unserer Branche ein viel malträtierter Begriff; ich selbst bin geradezu ein Freak darin, allen Gästen ihre Wünsche von den Augen ab zu lesen. Allerdings endet dieser Gedanke spätestens an dem Punkt, wo meine Mitarbeiter durch Diskriminierung leiden, gemobbt, ausgegrenzt oder beleidigt werden. Unsere Gastfreundschaft ist grenzenlos, denn in unserem knapp 300 köpfigen Team finden sich Mitarbeiter aus 24 Nationen.

 

Zitat-Olaf-Feuerstein

 

events: Kommen wir kurz zum Hauptberuf: Was gibt es Neues für die Branche zu vermelden vom Hotel “Freizeit In” und den anderen Locations, die Sie in Göttingen betreiben?

Olaf Feuerstein: Was gibt es Neues bei uns? Mittlerweile ist die Immobilie Hotel Freizeit In in unser Eigentum übergegangen und wir renovieren wie die Weltmeister. Vor wenigen Wochen haben wir den gesamten SPA-Bereich nochmals um 600m2 auf 9400 qm erweitert und vollständig renoviert. Weiterhin entstand ein Haus für das Personal sowie eine neue Kantine zum Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Vor einigen Tagen haben wir auch die letzte Tagungsebene mit insgesamt sieben Tagungsräumen komplett entkernt und neu gestaltet. Zurzeit laufen noch die Renovierungen von 94 Zimmern bis zum März 2017, aber 42 Zimmer werden bis Oktober schon fertig sein. Die Investitionssumme der letzten 15 Monate beträgt knapp vier Millionen Euro. Als nächstes folgt dann der komplette Umbau der Orangerie sowie eine Hotelerweiterung auf dem Areal plus neuer Veranstaltungshalle… hierzu aber in Kürze mehr.

 

events: Wie hat sich der Standort insgesamt entwickelt und was würden Sie als Hauptanziehungsfaktoren im Tagesgeschäft für Göttingen bezeichnen?

Olaf Feuerstein: Der Standort Göttingen glänzt durch seine gute Erreichbarkeit durch A7 und A38 sowie unseren hoch frequentierten ICE Haltepunkt. Göttingen liegt mitten in der Bundesrepublik – was will man als eigentlich Vertriebler mehr? Der Standort Hotel Freizeit In lebt zu 80% vom Tagungs- Geschäft aus dem gesamten Bundesgebiet. Das fällt uns aber nicht zufällig in den Schoß. Trotz der guten Lage Göttingens leisten wir mit dem gesamten Freizeit In- Team sicherlich ungewöhnliche Arbeit an einem Standort abseits der Metropolen. Wir sind hier sicherlich in gewisser Weise ein gut etabliertes Tagungsunikat. Damit das auch in den nächsten 10-15 Jahren so bleibt, feilen wir gerade sehr aktiv an unserer Zukunft!

www.freizeit-in.de

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