Großer Vorteil ist die Finanzierung

Unsicherheit bei Crowdfunding-Kampagnen im Tourismus

Crowdfunding
Foto: Dfbeltranp Lizenz: CC BY-SA 4.0

Crowdfunding ist in der Tourismus-Branche (noch) nicht üblich. Dieser Meinung sind knapp 80 Prozent der Entscheidungsträger, die im Rahmen einer Untersuchung des Schweizerischen Instituts für Entrepreneurship und des Instituts für Tourismus und Freizeit der HTW Chur befragt wurden.

Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer geben zwar an, zu wissen, was Crowdfunding ist und wie es funktioniert. Zudem sind sich über 70 Prozent der Befragten darüber im Klaren, dass eine Kampagne viel Arbeit bedeutet. Doch bei Detailfragen rund um die Kampagne zeigt sich, dass weitestgehend Unklarheiten zu notwendigen Einzelheiten bestehen.

Nur den wenigsten der Befragten ist vollkommen klar, wie eine Kampagne technisch (auf den gängigen Schweizer Plattformen oder im Rahmen einer eigenen Lösung) umzusetzen wäre. Auch in Bezug auf die nicht-technischen Aspekte einer Kampagne wissen nur wenige, welche Aufgaben in Sachen Online-Marketing, Community-Aufbau oder Medienarbeit notwendig wären, um eine Kampagne erfolgreich zu gestalten.

Für den Großteil der Befragten steht als großer Vorteil klar die Finanzierung im Vordergrund. Doch den Wenigsten ist klar, dass Crowdfunding auch genutzt werden kann, um Marketing für ein Produkt oder eine Leistung zu betreiben und die Nachfrage dafür vorab am Markt zu testen.

Außerdem fällt es schwer, einzuschätzen, ob eine Crowdfunding-Kampagne mögliche Image-Effekte in der öffentlichen Wahrnehmung oder bei potenziellen und aktuellen Kunden hervorrufen kann. Dementsprechend sind auch die Absichten, eine eigene Crowdfunding-Kampagne durchzuführen, tief angesiedelt: Weniger als 20 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in den nächsten 12 Monaten eine eigene Crowdfunding-Kampagne zu starten.

Neben der Befragung wurden 1.330 Crowdfunding-Projekte auf der Plattform 100-days.net ausgewertet. Besonderes Augenmerk galt den Kategorien, die im weiteren Sinne dem Tourismus zugeordnet werden können.

Kerstin Wagner, Projketleiterin der Untersuchung:

Dass sich Crowdfunding in der Schweiz und auch im Tourismus zwar langsam, aber stetig etabliert, zeigt sich daran, dass die Zielsummen für die Projekte in den letzten Jahren angestiegen sind. Mit der fortschreitenden Etablierung wagen nun auch Projektinitiatoren den Schritt, die Öffentlichkeit um Unterstützung für größere Projekte anzufragen.

Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

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