Zukunftssicherung kleiner Anbieter

Touristik fordert einheitliche Regeln & Rettungshilfefond für deutsche Hotels

Hotelzimmer(Bild: davidlee770924 - pixabay.com)Bund und Länder wollen die Ausbreitung von COVID-19 verlangsamen mit drastischen Einschränkungen für den deutschen Tourismus. So heißt es in einem am 16. März getroffenen Beschluss, dass Übernachtungsangebote nur zu notwendigen und nicht touristischen Zwecken genutzt werden können. Jedoch mangele es hierbei noch an einer einheitlichen Umsetzung, so der Deutsche Tourismusverband DTV. In einigen Bundesländern seien touristische Übernachtungen verboten, in anderen wiederum nicht. Unterstützungsgelder kämen hingegen zu langsam.

„Dieser Flickenteppich stiftet Chaos, rechtliche Unsicherheit und ist in dieser Situation eine zusätzliche Belastung für alle Gastgeber und Gäste. In allen Ländern müssen einheitliche Regelungen gelten“, so DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz. Daher fordere man die Länder auf, unverzüglich einheitliche Regelungen für alle Ferienunterkünfte zu treffen: „Wir brauchen jetzt deutschlandweit Klarheit.“

Auch DEHOGA-Präsident Guido Zöllick appelliert an die Bundesregierung: „Wir akzeptieren alle notwendigen Maßnahmen. Das gegenwärtige Verordnungschaos jedoch ist völlig inakzeptabel. Unterschiedliche Regelungen für Hotels und Restaurants in Bund, Ländern und Gemeinden führen dazu, dass keiner mehr durchblickt. Das überfordert Unternehmer, Mitarbeiter und Gäste. So macht beispielsweise in Baden-Württemberg jede Kommune etwas anderes. Die finanziellen und rechtlichen Folgen der Coronakrise belasten Gastronomie und Hotellerie in Deutschland bereits über alle Maßen, nun kommt auch noch die immense Unsicherheit durch die völlig uneinheitliche Umsetzung der Leitlinien und Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen hinzu“, kritisiert DEHOGA-Präsident Guido Zöllick. Es sei z. B. unklar, was für Cafés oder Geschäftsreisende in Hotels gelte.

Laut DTV müsse außerdem sofort ein Rettungshilfefonds für touristische Betriebe in besonders betroffenen Branchen eingerichtet werden. „Analog zur Fluthilfe 2013 brauchen wir jetzt nicht-rückzahlbare Zuschüsse für all diejenigen, die an der Grenze ihrer Zahlungsfähigkeit sind“, so Kunz. „Viele kleine Tourismusanbieter können nicht auf Liquiditätshilfen warten oder die Kurzarbeitergeld-Regelungen reichen nicht aus, um zu überleben. Sofortige Abschlagszahlungen können die Folgen für Campingplatzbetreiber, Schausteller oder Ferienwohnungsvermieter zumindest abmildern. Die Existenz der touristischen Anbieter sowie die daran gekoppelten Arbeitsplätze müssen mit schnellen Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern während dieser Ausnahmesituation gesichert werden.“

Die Forderung nach einem sofortigen Rettungshilfefonds habe der DTV in seinen Maßnahmenkatalog zur Zukunftssicherung des Tourismus aufgenommen und an die Politik übermittelt.

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