Handtücher, Fernseher oder sogar ausgestopfte Tiere

Skurriles Diebesgut: Das wird am meisten in Hotels geklaut

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(Bild: Pexels)

Als harmloser Kavaliersdelikt gilt für die meisten Hotelgäste das Mitnehmen von Seifen oder Stiften – doch dabei bleibt es bei Weitem nicht: Manche Besucher sind so dreist, dass sie Fernseher, Klaviere oder sogar ausgestopfte Tiere aus dem Hotel tragen. Besonders pikant ist das unterschiedliche Klauverhalten zwischen Gästen in 4-Sterne und 5-Sterne Hotels, wie eine Umfrage von Wellness Heaven unter 1.026 Hoteliers ergeben hat.

Das Hauptergebnis der Untersuchung, die nach den häufigsten Diebesgütern in Hotels fragte: die erdrückende Mehrheit der Gäste klaut Handtücher und Bademäntel – vielleicht als Goodie für den nächsten Aufenthalt? Dicht gefolgt werden diese beiden Spitzenreiter von Kleiderbügeln, Stiften und Besteck. Neben diesen “gewöhnlichen” Gegenständen gibt es hingegen eine Reihe von spektakulären Ausreißern, die auf eine rege Diebstahlfantasie der Delinquenten schließen lässt.

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Prozentuale Verteilung der am häufigsten gestohlenen Gegenstände in Hotel-Zimmern
Prozentuale Verteilung der am häufigsten gestohlenen Gegenstände in Hotel-Zimmern

 

Skurriles Diebesgut: Fernseher, Pianos oder sogar ausgestopfte Tiere

In hohem Maße handwerkliche Fähigkeiten mussten wohl jene Gäste aufbringen, die diverse Badarmaturen eines Hotelzimmers entwendeten: den Kopf einer Regendusche, eine Hydromassage-Dusche, einen Toilettensitz, ein Abflussrohr oder gleich ein ganzes Waschbecken, wie von einem Berliner Hotel berichtet wird.

Ein Hotelier aus Italien erklärte in der Umfrage hingegen, dass im beim Gang durch die Lobby auffiel, dass irgendetwas fehlte. Kurz darauf erfuhr er, dass drei unbekannte Männer in Overalls das große Piano des Hotels abtransportiert hatten.

Ein Hotelbesitzer aus dem Sauerland berichtet davon, wie eines Morgens die gesamte Stereoanlage des Wellness-Bereichs verschwunden war: Langfinger hatten offenbar über Nacht das gesamte Sound-Equipment abmontiert und als Gastgeschenk ins Auto verladen, bevor sie das Weite suchten.

Ebenfalls skurril: In einem Hotel in England hatte ein Gast kurzerhand die Nummern von seiner Hotelzimmertür abmontiert. “Wir haben das erst bemerkt, als der nachfolgende Gast sein Zimmer nicht finden konnte”, erzählt die Hoteldirektorin.

In einem Hotel in Frankreich wurde ein Gast bei dem Versuch erwischt, einen ausgestopften Wildschweinkopf zu stibitzen. Später kam er doch noch zu seiner Trophäe: Freunde kauften dem Hotel das gute Stück ab und schenkten es ihm zur Hochzeit.

Einen langen Atem bewies hingegen der Stammgast eines Hotels: Er erbeutete ein ganzes Speiseservice. Regelmäßig über mehrere Monate ließ er immer wieder Teller, Tassen, Besteck und Gläser aus dem Hotelrestaurant mitgehen.

Diebische Vorlieben nach Nationalität

Gliedert man die Delinquenten nach Nationalität, so ergibt sich ein differenzierteres Bild. Es stellt sich etwa heraus, dass der deutsche Hotelgast einem eher langweiligen Diebstahlverhalten folgt: Neben Handtüchern und Bademänteln lässt er in erster Linie Kosmetik mitgehen.

Viel genussorientierter geht es da schon bei den Österreichern zu. Geschirr und Kaffeemaschinen tauchen weit oben in der Diebstahlskala auf: vom korrekten Esswerkzeug und den Zubereitungsvarianten für den “kleinen Braunen” kann man in der Alpenrepublik offenbar nicht genug zu Hause stehen haben.

Italiener bevorzugen Weingläser als Hotel-Souvenir, bei Schweizern rangiert hingegen der Föhn weit oben im Ranking. Der Franzose hingegen klaut schon etwas spektakulärer: Er vertritt die Nation, die mit Abstand am häufigsten Fernsehgeräte und Fernbedienungen mitgehen lässt.

Holländische Hotelgäste sehen in ihren Mitbringseln vor allem den praktischen Nutzen: Zu ihren Favoriten zählen Glühbirnen und Toilettenpapier.

Unterschiede im Diebstahlsverhalten zwischen Gästen von 4-Sterne und 5-Sterne-Hotels.
Unterschiede im Diebstahlverhalten zwischen Gästen von 4-Sterne und 5-Sterne-Hotels

Gäste von 5-Sterne-Hotels bevorzugen teures Diebesgut

Insgesamt wurden 569 Hoteliers von 4-Sterne-Häusern sowie 457 von 5-Sterne-Hotels befragt, um das Diebesverhalten in Abhängigkeit vom Wohlstand der Gäste zu ermitteln. Dabei tritt Erstaunliches zu Tage: “Greed is good” scheint gerade bei betuchten 5-Sterne-Gästen ein zuverlässiges Motto zu sein.

So ist etwa die Wahrscheinlichkeit, dass hochwertige TV-Geräte aus dem Zimmer geklaut werden bei Gästen im 5-Sterne-Segment 10,4-fach höher als bei Reisenden in 4-Sterne-Hotels. Ebenso sind Kunstwerke in Luxushotels ein begehrtes Diebstahlsobjekt (4,5-mal höhere Diebstahl-Wahrscheinlichkeit). Auch Tablet PCs und Matratzen werden in 5-Sterne-Häusern häufiger entwendet.

Das Risiko für den Matratzenklau ist im 5-Sterne-Hotel 6,7-fach erhöht. Wie die sperrige Ware jedoch unbemerkt aus dem Hotel transportiert wird, bleibt ein Rätsel. Auf Nachfrage antworteten manche Hoteliers, dass dies ausschließlich mitten in der Nacht über Aufzüge geschehe, die direkt in die Tiefgarage führen.

Passend zum Matratzenklau besorgen sich manche luxusaffinen Hotelgäste gerne auch gleich die Bettdecke, um das Schlaferlebnis mit Hotel-Reminiszenz in den eigenen vier Wänden zu komplettieren: Der Deckenklau ist in 5-Sterne-Hotels 4,1-mal wahrscheinlicher als im niedrigeren Segment.

4-Sterne-Gäste begnügen sich hingegen mit weniger spektakulären „Geschenken“: Handtücher und Kleiderbügel sind bei ihnen tendenziell beliebter als bei 5-Sterne-Gästen, praktische Utensilien wie Batterien und Fernbedienungen klaut der 4-Sterne Hotelgast mit besonderer Wonne (2,7-mal bzw. 4,0-mal häufiger als der 5-Sterne Reisende).

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