Aufwärtstrend:

Neuer Rekord im Hotel-Investmentmarkt

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Mit einem Transaktionsvolumen von 2,96 Mrd. Euro behalten Hotel-Investments ihren Aufwärtstrend bei und vermelden nach den Rekordzahlen in den ersten sechs Monaten auch zum Ende des dritten Quartals einen neuen Höchstwert. Das ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

Laut Alexander Trobitz, Head of Hotel Services BNP Paribas Real Estate, wurde dabei der bisherige Top-Umsatz aus dem Vorjahr um gut drei Prozent übertroffen. Auf Einzeldeals entfallen dabei rund 1,83 Mrd. Euro beziehungsweise knapp zwei Drittel, Portfolios steuern rund 1,13 Mrd. Euro bei.

Auf der Käuferseite positionieren sich Immobilien AGs/REITs als die mit Abstand führende Nachfragegruppe. Sie sorgen für mehr als ein Drittel des Investitionsvolumens, ein Großteil allein durch den Kauf des Interhotel-Portfolios durch FDM Management.

Die traditionell starken Spezialfonds sichern sich mit knapp 20 Prozent den zweiten Platz und haben primär einzelne Hotels im mittleren zweistelligen Millionenbereich gekauft. Dabei handelt es sich vorwiegend um Neubauobjekte wie das Holiday Inn Hotel City Nord in Hamburg, das an Union Investment ging.

Eigennutzer wie Accor oder Motel One komplettieren die Top-3-Käufer. Sie haben entweder selbst genutzte Objekte oder Hotels zur Eigennutzung erworben und damit rund 13 Prozent des Volumens generiert.

Bedeutende Städte insgesamt mit Plus
An den sieben großen Investmentstandorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München) summiert sich das Hotel-Investmentvolumen auf insgesamt 1,92 Mrd. Euro und liegt damit rund 16 Prozent über dem Vorjahreswert.

Innerhalb der Städte waren jedoch unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. So konnten Berlin (622 Mio. Euro; +42 Prozent), Frankfurt (371 Mio. Euro; +158 Prozent), Düsseldorf (229 Mio. Euro; +248 Prozent), Leipzig (165 Mio. Euro; +69 Prozent) sowie Köln (67 Mio. Euro; +155 Prozent) deutliche Zuwächse verbuchen.

Berlin profitierte dabei ebenso wie Leipzig von den Hotels des Interhotel-Portfolios, die allein in Berlin mit dem Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz und dem Westin Grand für zwei Drittel des Umsatzes sorgten.

Das Frankfurter Investitionsvolumen wurde von der sehr guten Bautätigkeit gestützt: Mehr als die Hälfte der Verkäufe entfällt auf Neubauten bzw. Projekte. Dem Düsseldorfer Markt kam derweil der Verkauf des Hyatt Regency, das für mehr als 100 Mio. Eueo Umsatz den Eigentümer wechselte, erheblich zu Gute.

München (179 Mio. Euro; -61 Prozent) und Hamburg (289 Mio. Euro; -33 Prozent) konnten dagegen trotz der anhaltend hohen Dealzahl die Rekordvolumina aus dem Vorjahreszeitraum nicht wiederholen. Nichtsdestotrotz liegen die Ergebnisse in beiden Städten weit über dem langjährigen Durchschnitt.

Perspektiven
Laut Alexander Trobitz haben sich Hotel-Investments als eine der bedeutendsten Assetklassen auf dem Gewerbeimmobilienmarkt etabliert, auch wenn die Zuwächse naturgemäß mittlerweile nicht mehr ganz so stark ausfallen wie in den Vorjahren:

Dabei wären die hervorragenden Ergebnisse ohne die rege Bautätigkeit nicht möglich: Auch in diesem Jahr entfällt ein nicht unerheblicher Teil der Hotel-Investments auf Neubauobjekte. Da die Haltedauer der Investoren gegenüber anderen Assetklassen deutlich länger ist, kommen zudem seltener Bestandsobjekte auf den Markt. Vor diesem Hintergrund herrscht auf dem Hotel-Investmentmarkt wie auch bei anderen Assetklassen ein Angebotsmangel, der den Investmentumsatz begrenzt. Nichtsdestotrotz erwarten wir ein sehr lebhaftes Schlussquartal, mit dessen Hilfe gegebenenfalls sogar die 4-Mrd.-Euro-Grenze erneut geknackt werden könnte.

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