Produkt: events Magazin 1/2020
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Im Gespräch mit Hoteldirektor Tom Cudok

Tom Cudok_Esplanade Bad Saarow
Tom Cudok, Hoteldirektor des Esplanade Resort & Spa Bad Saarow (Bild: Stefan Effner)

Seit 2013 begrüßt Tom Cudok (41) seine Gäste im Esplanade Resort & Spa Bad Saarow, das er 2003 miteröffnete. Den Beruf des Hotelfachmanns hat der Leipziger von der Pike auf gelernt und bei der Intercontinental Hotels Group, im Grand Hotel Heiligendamm oder bei Kofler & Kompanie nationale und internationale Erfahrungen gesammelt. Lesen Sie hier, wie Cudok über seinen Beruf und die Branche denkt. 

Sie selbst haben den Beruf des Hotelfachmanns gelernt und sind der Branche bis heute treu geblieben – was fasziniert Sie so sehr an diesem Beruf?  

Die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten sind das Wunderbare in unserer Branche. Man kann seinen Job frei gestalten und ihn zur Leidenschaft machen. Man ist Allrounder, dennoch antworte ich nach wie vor auf die Frage nach meinem Beruf mit „Hotelfachmann“, denn dieser Lehrberuf bildet die Basis für mein heutiges Tun.

Die Hotellerie gilt teils als „hartes Pflaster“, wegen des Umgangs mit den Mitarbeitern eilt der Branche nicht der beste Ruf voraus. Was bedeutet es für Sie, (ein guter) Hoteldirektor zu sein?

Die Hotellerie und Gastronomie ist meines Erachtens nicht härter als andere Branchen. Dass sie ins schlechte Licht rückte, lag am Umgang innerhalb der Branche: Zu lange wurden Hotelorganisationen mit starr hierarchischen Strukturen geführt, zu lange wurden Mitarbeiter wie reine Dienstleister und Pflichterfüller behandelt, zu beliebig waren die vielen Angebote auf dem globalen Hotelmarkt. Zum Glück ist damit nun Schluss! Seitdem immer größere Teile der Gesellschaft den Fachkräftemangel erkennen – und endlich beginnen, sich darüber auszutauschen –, findet ein Umdenken statt, das dazu führt, dass der „Faktor Mitarbeiter“ ganzheitlicher wahrgenommen wird. Ich glaube sagen zu können, dass das Esplanade Resort & Spa eine gute Basis für ein wertschätzendes Miteinander geschaffen hat. Als inhabergeführtes Privathotel schätzen wir den familiären Zusammenhalt und verbinden Individualität mit Innovation, Herausforderungen mit lösungsorientiertem Brainstorming und „Bitte mit Danke!“. Ein „guter“ Chef, ob Hoteldirektor oder Vorstandsvorsitzender, ist insofern für mich derjenige, der souverän und auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber kommuniziert und werteorientiert durchs Leben geht.

Wie hat Ihre internationale Laufbahn Sie geprägt?

Um Kosmopolit zu sein, muss man (noch) nicht die ganze Welt bereist haben. Dennoch habe ich viele meiner prägendsten Hotellerie- und Gastronomieerfahrungen im Ausland gesammelt. Die höchste Dienstleistungsbereitschaft existiert in Asien, pulsierende Ideen für Europa entstehen in Englands Hauptstadt und sehr strukturiert und organisiert arbeitet man in Deutschland. Doch egal ob Singapur, Paris oder London – am entscheidendsten waren die Jahre in Berlin. Rückblickend bin ich sehr froh und dankbar, dass ich wegen meines Berufs um die Welt reisen konnte, sodass ich heute das Beste aus jeder Kultur einfließen lassen kann.

Was hat Sie nach Bad Saarow verschlagen?

Familie, Werte und Möglichkeiten! Nach achtjähriger Unterbrechung bin ich in neuer Funktion nach Bad Saarow, dem Ort, an dem 2003 mit der Neueröffnung des Resorts alles begann, zurückgekehrt. Nun kreiere ich gemeinsam mit meinem Team besondere Erlebnisse und möchte Bad Saarow zum „Place to be“ machen.

Sie leben in Berlin und arbeiten in Bad Saarow – oft pendeln Leute ja genau entgegensetzt von der kleinen in die größere Stadt. Was reizt Sie an beiden Orten?

Ich liebe die Gegensätze von Stadt und Land. Es ist Luxus pur, entscheiden zu können, wie lange ich die Stadt brauche und wann mir das Land gut tut. Die Symbiose Berlin-Brandenburg ist schon jetzt einzigartig und wird auch für die Zukunft – emotional und wirtschaftlich – immer wichtiger. Spätestens wenn wir den von vielen beschmunzelten Hauptstadt-Airport haben – dessen „Gate“ wir als Destination Bad Saarow sind –, werden wir uns mit internationalem Anspruch der Welt öffnen und unsere Region noch nachhaltiger als spannender Arbeitgeber, „out of the box“ denkender MICE-Anbieter und inspirierender Trendsetter präsentieren.

Was ist Ihre Vision für erfolgreiche Business Events?

Erlebnisse schaffen! Was einfach klingt, ist Expertenwissen. Mit unserer neuen Marke BUSINESS BAD SAAROW by Esplanade konzentrieren wir uns auf den MICE-Anspruch. Wir stellen dem Kunden vor seinem Event die richtigen Fragen, um ihm während seines Aufenthalts als Guideline und Timekeeper zur Seite zu stehen. Mit welcher Methodik erreichen wir sein Ziel? Welcher Coach oder Trainer unseres Netzwerks landet den Wirkungstreffer? Wie viel Budget hat er für wie viel Leistung? Wenn der Teilnehmer im Nachgang erkennt, dass ihn das Event schlauer, selbstbewusster und/oder souveräner gemacht hat und er dabei Spaß hatte, haben wir unser Ziel erreicht.

Wie sieht für Sie die Zukunft des MICE-Business aus? Welche Veränderungen werden auf die Branche zukommen und wie müssen Konzepte neu gedacht werden?

Die Zukunft liegt im besonderen Austausch der Akteure. Erkenntnis und Inspiration liegen in jedem selbst – moderierte Barcamps und neue Workshop-Formate, die inhaltlich auch die Psyche des Menschen berühren, werden daher eine wertvolle MICE-Strategie prägen. Wir werden eine Zukunft erleben, die weniger von Produktpräsentationen genährt und viel mehr von Qualifikation und Mitbestimmung des Teams gekennzeichnet sein wird. Schließlich soll man lernen zu denken und nicht lernen, was man denken soll.

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