"Die Bettenbelegung ist die Fetischzahl der Branche"

Gery Nievergelt über die Tourismus-Destination Schweiz

Schweiz-Flagge

Ist nur der “starke Schweizer Franken” Schuld an der angespannten Lage vieler Schweizer Hoteliers? Gery Nievergelt, Chefredakteur all media htr hotel revue und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung im Unternehmerverband hotelleriesuisse, über den Schweizer Tourismus und die Hotellerie.

Für Nievergelt ist klar, dass die Zeiten des Schweizer Tourismus schon ein mal besser waren. Im Interview mit eventlokale.ch verrät er, dass die Branche besonders durch den starken Franken gefordert ist. Viele Deutsche würden weg bleiben – ein Ausfall den die vermehrten Gäste aus Asien und den arabischen Staaten noch nicht kompensieren könnten.

Insgesamt macht er sich jedoch wenig Sorgen um die Tourismus-Destination Schweiz. Das Land sei wunderschön und attraktiv und gelte außerdem als sicher – gerade in der heutigen Zeit ein großes Plus. Angespannt sei die wirtschaftliche Situation jedoch in einzelnen Bergregionen, etwa im Wallis oder im Bündnerland.

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Monte-Rosa-Hütte, Wallis

Den Versuch, über Dumpingpreise die Hotels zu füllen, hält Nievergelt jedoch für Riskant. Seiner Meinung nach sagt die Bettenbelegung überhaupt wenig aus über den Gewinn eines Hauses und sei die Fetischzahl der Branche. Auch wenn für Nievergelt nachvollziehbar ist, dass Hoteliers in der Krise die Preise anpassen – für die Hotelbranche sei dieses Vorgehen insgesamt ungesund.

Auch den schlechten Ruf der Schweiz als Servicewüste hält Nievergelt für ungerechtfertigt. Viele Gästebewertungen würden zeigen, dass insgesamt und im weltweiten Vergleich die Servicequalität in der Schweiz sehr hoch sei. Nicht die Gäste aus dem Ausland würden sich über mangelnde Freundlichkeit beklagen, sondern die Schweizer selber.

Das Interview finden Sie hier.

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