Erkenntnisse aus virtueller Podiumsdiskussion der IST-Hochschule

Empfehlungen & Ausblick fürs Gastgewerbe

Restaurant(Bild: peter-mueller-1980 - pixabay)Da in den aktuell schwierigen Zeiten gegenseitige Unterstützung und Austausch besonders hilfreich sind, hat die IST-Hochschule für Management im Rahmen des „IST-Talks“ mit dem Hotelier Alexander Aisenbrey und Robert Cordes, Unternehmensberater für Tourismus, Hotellerie und Gastronomie, gesprochen. Im Folgenden lesen Sie als Fazit der Podiumsdiskussion einen Ausblick für die Branche sowie wichtige Thesen und Empfehlungen der beiden Experten zu den Themen „Krisenmanagement“, „Personal“ und „Finanzen“.

In punkto Krisenmanagement gibt es für Alexander Aisenbrey für das Gastgewerbe neben Take-Away-Food und Co-Working-Spaces kaum Alternativen zur Überbrückung der Krise. Und auch diese Möglichkeiten müssten genauestens überlegt sein. Hierbei spielten die geografische Lage, die Personalkosten für die Instandhaltung des Betriebes sowie weitere Voraussetzungen eine wichtige Rolle. Man könne z. B. keinen Co-Working-Space anbieten, wenn die Ausstattung der Zimmer es nicht hergebe.

Robert Cordes stufte im Rahmen des Experten-Talks vor allem den permanenten Kontakt zum Kunden als bedeutend ein. Hierbei würden  die sozialen Medien ungemein helfen. Allerdings dürfe nicht gejammert werden, sondern dem potentiellen Gast müssten positive Signale vermittelt werden. Der Fortschritt eines Umbaus, Mitarbeiter, die noch im Hotel beschäftigt seien, versteckte Ecken, die man sonst als Gast nicht entdeckte – all diese Informationen könnten den Gast dazu animieren, nach der Krise im Hotel einzuchecken.

Bei einem waren sich beide Experten einig: Gäste sollten nicht mit Billig-Angeboten gelockt werden, denn die Wertschöpfung sei von größter Bedeutung und zeige die Qualität des Produktes.

Personal und Finanzen im Gastgewerbe

Offene, ehrliche und transparente Kommunikation mit den Mitarbeitern sei laut Robert Cordes in einer Krise wie dieser das Wichtigste. Die Mitarbeiter seien verängstigt und unsicher und müssten vom Arbeitgeber stets informiert werden. Der Mitarbeiter sollte zu jeder Zeit wissen, wie es mit ihm weitergeht. Sollte man also den Job wechseln wollen, oder auf der Suche nach einem Job sein, so wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu bewerben.

Kurzarbeit sei laut Alexander Aisenbrey in der Hotellerie und der Gastronomie noch Neuland. Viele andere Branchen seien da viel erfahrener und hätten sehr viel schneller Kurzarbeit beantragen können. Hier müssten die Strukturen verbessert und Strategien erstellt werden, sodass die Branche zukünftig besser aufgestellt sei.

Laut Robert Cordes würden ganz unterschiedliche Fördertöpfe zur Verfügung gestellt, auf die man zugreifen könnte. Auf Bundesebene gäbe es die bekannte Förderbank KfW, Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Unternehmen in Krisenfällen mit besonders günstigen Darlehen unterstützte. Auf Länderebene könnten mehrere Institutionen kontaktiert werden: Investitionsbanken, Wirtschaftsbanken und Beteiligungsgesellschaften der Länder. Auch die sogenannten „verlorenen Zuschüsse“ (Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen) in Höhe von bis zu 30.000 Euro könnten beantragt werden. In jedem Fall sei es aber wichtig, sich bei seiner Bank zunächst umfassend zu informieren und die Fördermöglichkeit individuell zu prüfen.

Ausblick für das Gastgewerbe

Was wir aus dieser Krise allerdings lernen, sei, dass die Zusammenarbeit der Verbände Potential für Verbesserung aufweise. „Ich würde mir wünschen, dass die 38 Branchen-Verbände zukünftig gemeinsam auftreten, um unter anderem erfolgreiche Lobbyarbeit gewährleisten zu können“, teilte Alexander Aisenbrey mit.

Ausgehend von der jetzigen Situation würden laut Robert Cordes die Themen Nachhaltigkeit, Zero-Waste, Transparenz und Sicherheit in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Um auch nach der Krise wettbewerbsfähig zu sein, sollten sich sowohl Gastronomen als auch Hoteliers auf Gäste-Rückfragen dieser Art einstellen und ihre Produkte entsprechend anpassen.

Getreu dem Motto „das Reisen ist das Glück des Menschen“ sehen beide Experten der Zukunft optimistisch entgegen und sind davon überzeugt, dass das Gastgewerbe die Krise als Chance nutzen könne und die Branche zukünftig mit mehr Respekt und Wertschätzung behandelt würde.

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