19 Fragen an den prizeotel Gründer

Der “kontrollierte Regelbrecher”: Marco Nussbaum

Nusssbaum

Marco Nussbaum ist einer der Gründer und CEO von prizeotel. Der Spezialist für die Umsetzung neuer Hotelkonzepte beschreibt in seinem Blog „So geht Hotel heute!“ unter anderem die Geheimnisse des Abbaus von Hierarchien und sein radikales Bekenntnis zur Teamarbeit. events hat ihm mit 19 Fragen auf den Zahn gefühlt.

Mit seiner jungen Budget-Design Hotelmarke prizeotel hat er als „kontrollierter Regelbrecher“ fast alles anders gemacht. Kreativität und Querdenken, Meinungsstärke und Authentizität machen Marco Nussbaum zu einer besonderen Erscheinung unter den deutschen Hoteliers.

Wie richtig er mit seinen Thesen liegt und dass er keiner von den vielen „Bühnen-Theoretikern“ ist, bewies der große Deal im März 2016, der wie ein Raunen durch die Branche ging: Die Rezidor Hotel Group hat 49 Prozent der Anteile an Prizeotel gekauft – für 14,7 Millionen Euro. In vier Jahren ist auch die Übernahme der restlichen 51 Prozent optioniert.

Marco Nussbaum bleibt auf der Kommandobrücke als CEO und führt auch seine erfolgreichen Teams unverändert weiter. Bedenkt man, dass er mit diesem Hotelkonzept erst vor sieben Jahren an den Markt gegangen ist – und das sicherlich nicht ohne Widerstände – dann ist das ein beachtlicher Erfolgsweg.

1. Was wollten Sie als Kind werden?
Da gab es keine klare Vorstellung.

2. Hier dürfen Sie einen Kollegen / Marktpartner loben:
Es gibt so viele richtig tolle Hoteliers – da wäre es ungerecht, hier nur einen Kollegen aufzuführen. Ich schätze die Kollegen, die kontinuierlich den Status-Quo in Frage stellen und mit innovativen Produkten und Vorgehensweisen den Markt verändern und dabei „Mensch“ bleiben.

3. Was ist Ihr Lebensmotto/Ihr Wahlspruch?
Gedanken schaffen Realität.

4. Verraten Sie uns Ihre größte Schwäche?
Mir gehen viele Dinge nicht schnell genug.

5. Was bezeichnen andere als Ihre größte Stärke?
Das müssen Sie andere fragen.

6. Welche historische Persönlichkeit hat Sie besonders beeindruckt und warum?
Da gibt es viele Persönlichkeiten, ob es nun z.B. Socrates, Seneca, der Dalai Lama, Muhammed Ali oder Gandhi ist (um wirklich nur einige zu nennen). Ich lese viele Biografien und Bücher gerade von historischen Persönlichkeiten. Besonders tief beeindruckt bin ich immer noch von der Besichtigung des Gefängnisses von Nelson Mandela auf Robben Island, da kriege ich heute noch Gänsehaut.

7. Sie geben eine Million aus für private Zwecke – wofür?
Bei mir steht Glück vor Geld und Teilen vor Besitzen. Deshalb würde ich wohl eine Stiftung gründen und mit diesem Geld etwas Sinnvolles anstellen und Menschen helfen.

8. Mit wem würden Sie gerne mal einen ganzen Tag lang tauschen und warum?
Mit jemandem, der Einblick in alle verfügbaren Informationen hat. Ich würde 24 Stunden nur lesen, um zu gucken, was wirklich hinter Area 51 steckt, wer Kennedy umgebracht hat usw.. Einfach mal den Geheimnissen dieser Welt auf den Grund gehen.

9. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen ganz besonders? 
Ehrgefühl, Loyalität und Gradlinigkeit.

10. Und welche mögen Sie gar nicht?
Egoistische und manipulative Menschen, die mit einem hohen Maß an Ziel-Zweckorientierung nach Anerkennung ringen und statusgetrieben sind.

11. Die berühmte Fee erfüllt Ihnen drei Wünsche: 
Eine Frage, die ich noch nie beantwortet habe.

12. Was halten Sie für eine große politische Torheit und warum?
Jegliche Form von Krieg. Gewalt ist niemals eine Lösung.

13. Wo würden Sie am liebsten wohnen, wenn Sie die freie Wahl hätten?
In New York City

14. Was ist Ihr persönliches Lieblingshotel?
The Greenwich Hotel, NYC. Es ist mit seiner Größe und seinem persönlichen Charme eine Oase mitten in einer der aufregendsten und pulsierendsten Metropolen der Welt. Die Bar gleicht einem gemütlichen Wohnzimmer und der italienisch gestaltete Patio unter freiem Himmel sucht seinesgleichen. Der asiatische Wellnessbereich und vor allem das Design von Axel Vervoordt runden das Gesamtbild ab und machen es zu einem meiner Lieblingshotels.

15. Worauf sind Sie besonders stolz?
Auf meinen Sohn. Weil mich die Liebe zu ihm Demut gelehrt hat. Obwohl noch sehr klein, zeigt er mir, was wirklich wichtig ist. Mein Leben ist endlich und ich bin sehr dankbar für jeden Tag, den ich mit ihm verbringen kann.

16. Sie dürfen eine Zeitreise unternehmen – in welche Epoche, wohin und warum würden Sie reisen?
Ich lebe nicht in der Vergangenheit. Und da ich grundsätzlich ein
neugieriger Mensch bin, würde ich in die Zukunft reisen.

17. Welche „typische Unart“ ärgert Sie bei Geschäftspartnern in unserer Branche am meisten?
Wenn man von Partnerschaft spricht, diese aber nur selten wirklich lebt.

18. Was war Ihr schönstes Event-Erlebnis im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit?
Die Eröffnung unseres prizeotel Bremen-City!

19. Wem würden Sie gerne mal eine Torte ins Gesicht werfen?
Allen Internetnutzern, die sich selbst gut fühlen, wenn sie andere Personen oder Produkte niedermachen und die Möglichkeit der Anonymität nutzen, um Neid, Frust und Hass abzulassen. Ihre Motive sind niederer Natur und es ist immer wieder gleich, Fakten werden außer Acht gelassen, stattdessen wird, gerne auch im Kollektiv, mit Dreck geworfen.

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