Starres Arbeitszeitkorsett schadet dem Gastgewerbe

DEHOGA startet Branchen-Kampagne für Wochenarbeitszeit

DEHOGA-Präsident Guido Zöllick und Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges zum Kampagnenstart am Brandenburger Tor.
DEHOGA Bundesverband/Bildschön
DEHOGA-Präsident Guido Zöllick und Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges zum Kampagnenstart am Brandenburger Tor.

54,2 Prozent der Betriebe aus Gastronomie und Hotellerie haben seit 2015 wegen des Arbeitszeitgesetzes ihre Öffnungszeiten reduziert, 50,4 Prozent haben ihr Leistungsangebot (Küchenzeiten, Speiseauswahl, Veranstaltungen, Mittagstisch, Catering) eingeschränkt und 32,5 Prozent ihre Ruhetage erhöht. Das ist das Ergebnis einer Branchenumfrage, an der sich bundesweit mehr als 6000 Betriebe beteiligt haben.

Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband):

Die Zahlen untermauern dramatisch, wie sehr das starre Arbeitszeitkorsett dem Gastgeber-Standort schadet. Wie kaum eine andere Branche sind wir geprägt von erheblichen Nachfrageschwankungen. Selbst bei bester Personaleinsatzplanung stoßen wir an unsere Grenzen.

Doch das neue Arbeitszeitgesetz von 2015 widerspricht nicht nur Gäste- und Unternehmerwünschen, sondern auch dem ausdrücklich Wunsch von Arbeitnehmern. Mitarbeiter, die gerne länger, aber dafür an weniger Arbeitstagen arbeiten wollen, sind betroffen. Ebenso Nebenbeschäftige, die sich freiwillig etwas hinzuverdienen wollen.

Der DEHOGA hält die starre tägliche Höchstarbeitszeit im geltenden Arbeitszeitgesetz von regelmäßig acht, im Ausnahmefall maximal zehn Stunden für nicht mehr zeitgemäß. Er macht sich deshalb stark für eine Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. So könnten Arbeitszeiten individuell und flexibel auf die Woche verteilt werden, ohne die Gesamtarbeitszeit zu verlängern.

Dabei ginge es laut Zöllig nicht um mehr Arbeit, sondern um eine bessere Verteilung der Arbeitszeit. Gesundheitsschutz, Jugendarbeitsschutz und Mindestruhezeiten blieben gewahrt.

Der DEHOGA beruft sich bei seinem Lösungsvorschlag auf die EU. Die Europäische Arbeitszeitrichtlinie sieht die Möglichkeit vor, Arbeitszeiten flexibler auf die Woche aufteilen zu können.

Weitere Infos zur DEHOGA Kampagne erhalten Sie hier.

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