Achtes Wachstumsjahr in Folge

Aufwärtstrend im Gastgewerbe ist kein Selbstläufer

Statistik-Entwicklung-Verbesserung-Grafik

Auch die Deutsche Hotellerie und Gastronomie profitiert von der Reiselust und Konsumfreude der Gäste aus dem In- und aus Ausland. 2017 konnte das Gastgewerbe das achte Jahr in Folge mit einem Plus abschließen und setzte damit seinen Aufwärtstrend fort. Gute Zahlen seien allerdings kein Selbstläufer, warnt DEHOGA-Präsident Guido Zöllick. Wachsende Bürokratie, unfaire Wettbewerbsbedingungen sowie der vielerorts spürbare Mitarbeitermangel würden für Gegenwind sorgen.

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Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erwirtschaftete die Branche im vergangenen Jahr 2,9 Prozent mehr Umsatz als 2016 – und das nach einem bereits starken Vorjahresergebnis. Preisbereinigt (real) stieg der Umsatz um 0,9 Prozent. Die Beherbergungsbranche verbuchte im vergangenen Jahr einen nominalen Umsatzanstieg von 2,9 Prozent (real 0,9 Prozent). Etwas besser mit einem nominalen Umsatzplus von 3,0 Prozent (real 0,9 Prozent) schnitten die Gastronomen ab. Die Caterer melden einen Zuwachs von 2,0 Prozent (real 0,1 Prozent).

Von der steigenden Nachfrage profitiert der Jobmotor Gastgewerbe. Nie waren mehr Menschen in Gastronomie und Hotellerie sozialversicherungspflichtig beschäftigt als heute: Im September 2017 meldete die Bundesagentur für Arbeit 1.075.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. In den vergangenen zehn Jahren wurden damit fast 300.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Gastronomie und Hotellerie geschaffen – ein Plus von fast 40 Prozent (38,7 Prozent). Die Gesamtwirtschaft kommt auf ein Plus von 19 Prozent.

„Das Gastgewerbe mit seinen 221.000 Betrieben und 2,2 Millionen Beschäftigten ist bestens aufgestellt und überzeugt mit einem tollen Produkt- und Serviceangebot zu attraktiven Preisen“, erklärte Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband). Gute Zahlen seien „indes kein Selbstläufer“, betonte Zöllick. „Die wachsende Bürokratie und ausufernde Regulierungswut, eine angespannte Ertragslage und unfaire Wettbewerbsbedingungen sowie der vielerorts spürbare Mitarbeitermangel sorgen für Wolken am Branchenhimmel.“

Mit Blick auf den vorliegenden Koalitionsvertrag erteilte Zöllick weiteren Belastungen für die Branche eine klare Absage. „Damit unsere Betriebe auch in Zukunft erfolgreich sind, brauchen wir keine weiteren Reglementierungen, sondern mehr unternehmerische Freiräume.“ Es sei an der Zeit, „Bürokratie konsequent abzubauen und das starre Arbeitszeitgesetz endlich zu flexibilisieren.“ So zeige sich Wertschätzung und Anerkennung für die Wirtschaftskraft und den Jobmotor Gastgewerbe.

Für das laufende Jahr ist Zöllick trotz der großen Herausforderungen zuversichtlich. Deutschland als Tourismusdestination liege weiter im Trend. Auch vor dem Hintergrund der allgemeinen positiven Wirtschaftslage rechnet der DEHOGA für 2018 für die Gesamtbranche mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent.

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