Produkt: events Magazin digital 01/2018
events Magazin digital 01/2018
Managementpraxis: Die fünf wichtigsten Trends der Event-Branche +++ Agenturen: 30 Jahre Planworx +++ Destinationen: Schmelztiegel Jamaika +++
Events als Teil des Kommunikationsmixes

Von der Konferenz zur Content-Plattform

Konferenz(Bild: websubs - pixabay)Deutschland ist mit einem Eventwachstum von vier Prozent zum Vorjahr europäischer Spitzenreiter bei Konferenzen. Zudem rangieren Berlin und Frankfurt am Main unter den Top 10 der meistgebuchten Konferenzdestinationen in Europa. (Quelle: Global Meetings und Events Forecast 2019). Doch mit diesem Wachstum wächst nicht nur der Wettbewerbsdruck unter Konferenzveranstaltern, sondern auch die Ansprüche der Konferenzbesucher. Wer also (weiterhin) aus der zunehmend unüberschaubaren Anzahl an Konferenzen herausstechen möchte, sollte erwägen, umzudenken und innovativere Wege einzuschlagen.

In den USA haben sich große Veranstaltungen in den vergangenen Jahren über die Veranstaltung an sich hinweg entwickelt und neue Wege gefunden, um bei der Zielgruppe das ganze Jahr über Relevanz und Sichtbarkeit zu gewinnen. Rund um die Veranstaltungen selbst sind zahlreiche spannende, mediale Formate entstanden – von Printmagazinen, über Onlineportale bis hin zu Podcastsendungen. Diese Markendiversifikation verbreitet sich zunehmend auch in Deutschland. Paradebeispiele dafür sind z. B. Online Marketing Rockstars in Hamburg, die eine viel gehörte Podcast-Reihe produzieren und ein erfolgreiches Onlinemagazin herausgeben, oder 48forward in München, deren eigener Blog heute sogar komplett eigenständig, fernab der Event-Webseite, betrieben wird. Auch The Next Web (kurz: TNW) ist mittlerweile vor allem als Newsportal für die Startupbranche bekannt – dabei kam die gleichnamige Konferenz in Amsterdam zuerst, und der TNW Blog war ursprünglich nur als Promotiontool gedacht.

Diese Marken verstehen die eigene Veranstaltung als lediglich einen, wenn auch sehr wichtigen, Teil eines umfassenden Content-Mixes. Die Konferenz existiert somit neben dem Blog, Podcast, Magazin und möglichen anderen Medien als ein weiteres Content-Format. Zwar ist die Konferenz selbst immer noch die DNA und Kerngeschäft der Marke, aber darüber hinaus sind sie eine 360-Grad-Plattform für ein fachinteressiertes Publikum über mehrere Medienkanäle hinweg. Durch die Plattform werden auch Teilnehmergruppen abseits der bisherigen Besucher erreicht.

Ein weiterer Vorteil dieses Ansatzes ist es, dass man mit der Content-Plattform schon Monate im Voraus häppchenweise Interesse für ein breites Themenspektrum erwecken kann. Und mit einem hauseigenen (Online-)Magazin kann man eine Content-Kampagne relativ einfach umsetzen. Hochkarätige Referenten können im Vorfeld der Konferenz interviewt und angeteasert werden, wie zum Beispiel bei der Internet World Expo in München und dem dazugehörigen Magazin Internet World Business.

Durch die neue Positionierung ergeben sich darüber hinaus zusätzliche Möglichkeiten der Monetarisierung, die weit über die Konferenz hinausgehen. Workshops und kleinere Eventformate können dank der ganzjährigen Sichtbarkeit leichter beworben und gezielt gestreut werden. Zudem können auch kostenpflichtige Inhalte, wie zum Beispiel Advertorials, aufgenommen werden. Durch den fachspezifischen Themenfokus spricht die Konferenzmarke ein eng definiertes Publikum an, das sonst schwer für bestimmte B2B-Unternehmen zu erreichen wäre. Die Formate der Content-Plattform sind deswegen oft auch für Werber interessant, die genau diese Zielgruppe ansprechen wollen.

Loslegen! Aber wie?

Um die richtigen Tools und Kanäle zu finden, sollte man sich erstmal genauer fragen, welche Content-Formate zur Verfügung stehen und womit man bei der Zielgruppe Erfolg haben könnte. Hat man sich für einen Content-Mix entschieden, sollte man definieren, welche Rolle die verschiedenen Formate spielen werden. Wie zum Beispiel: Gibt es Inhalte, die ungeeignet sind für ein Schrift- oder Audioformat, aber großartig wären für eine Videoaufnahme? Damit die Markenkommunikation klar und deutlich bleibt, trotz der verschiedenen Formate, ist es hilfreich, früh festzulegen, wo bestimmte Inhalte hingehören und welche Tonalität bei verschiedenen Formaten angebracht ist.

Es bietet sich an, Inhalte rund um die Veranstaltung selbst als Video, z. B. als After-Movie oder als Live-Streaming zu spielen. Neben den eigenen Channels (Blog, Newsletter, E-Paper, etc.) können diese wiederum auf den gängigen Social Mediaplattformen wie z. B.: Youtube, Facebook, Instagram und Linkedin veröffentlicht werden. Im nächsten Schritt kann man dies auf Interviews mit den Referenten und Teilnehmern ausweiten. Videos können vom Referenten und Unternehmen wiederum auf ihren sozialen Profilen geteilt werden, und erreichen so ein noch größeres Fachpublikum.

Eine Strategie mit einem klaren Kommunikationskonzept ist eine unabdingbare Grundlage für den Aufbau einer starken Informationsplattform, die Leser bzw. Zuhörer und Zuschauer mit wertvollem und relevantem Content anzieht. So können nicht nur Besucher, sondern auch Sponsoren und, falls eine Expo angebunden ist, auch Aussteller vom eigenen Angebot überzeugt werden.

Darunter zum Beispiel der Podcast, der in Deutschland laut Statista unter allen Altersgruppen immer beliebter wird. Podcasts eignen sich wunderbar dazu, Interviewsendungen mit Speakern oder weiteren Experten zu veröffentlichen. Sie lassen Interessenten und Besucher sowohl zeit- als auch ortsunabhängig in die Veranstaltung eintauchen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Speaker so nicht nur vorgestellt werden, sondern auch über ihre Themen identifiziert werden können. Wenn ein Podcast-Gast besonders gut ankam, sollte er auch auf der Konferenz erscheinen. Neben populären Formaten wie Podcasts und Videos ist es trotzdem wichtig, auch ganz klassisch Texte zu veröffentlichen. Nicht nur, weil es Menschen gibt, die lieber lesen, sondern auch damit Inhalte über Suchmaschinen auffindbar sind.

Zudem kann jeglicher Inhalt, der online zu finden ist, mit dem eigenen Netzwerk geteilt werden. Denn einer der größten Vorteile zusätzlicher Content-Formate ist: Sie verewigen die Geschehnisse und Highlights der Konferenz und schaffen eine weitere Plattform für Feedback seitens der Besucher.

Über den Autor:

Sandro Spieß(Bild: Matti Hillig)Als Director Acquisition Marketing verantwortet Sandro Spieß die europäische Wachstumsstrategie von Eventbrite. Neben der Planung und Durchführung von Marketingkampagnen verfasst er zudem Beiträge zu den Themen Event-Promotion, Social Media und nachhaltige Events. Der gebürtige Oberpfälzer hat ein Diplom in International Management des Euro-Business-College Munich sowie einen Bachelor in Business Management der University of Sunderland.

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