Produkt: events Magazin Digital 04/2015
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Viele haben noch gar keine Fördermittel beantragt

VDVO-Umfrage zeigt: Bisher kam kaum Hilfe an

Coronavirus_COVID-19(Bild: TheDigitalArtist - pixabay.com)Der am 13. März beschlossene „Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“ wurde von der Bundesregierung zwar schnell durchgewunken, allerdings kam in der Veranstaltungsbranche bisher weitestgehend keine Hilfe an. Deutlich wird dies an den Ergebnissen der aktuellen Umfrage des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren e. V. (VDVO), bei der nur zwei der insgesamt mehr als 400 Teilnehmer bestätigten, dass sie Unterstützungsgelder erhalten hätten. Einige haben allerdings noch gar nichts beantragt.

Laut VDVO hätten inzwischen nicht nur die Beschäftigten und Unternehmen der eigenen Branche existenzielle Ängste, sondern es sei noch schlimmer: Aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen der COVID-19 Pandemie stünde ganz Deutschland vor der größten, ordnungspolitischen Herausforderung seit Ende des zweiten Weltkrieges. Jeden Tag stehe der Verband mit Dutzenden von Unternehmern in Kontakt und hinterfrage bei den zuständigen Förderbanken sowie der Bundesagentur für Arbeit den Status Quo der Lage. Hierbei würden zwei Dinge deutlich: Einerseits seien die betreffenden Institutionen völlig überlastet und könnten die Flut an Anfragen nicht mehr managen. Andererseits bestehe auch bei den Vertretern von Banken und Förderstellen große Unwissenheit, wie der Schutzschild überhaupt umgesetzt werden soll.

Sollte man der Bundesregierung mehr Zeit geben, die notwendigen Schritte gut überlegt umzusetzen und wird durch permanenten Aufbau von Druck die Panik noch weiter geschürt? „Ganz im Gegenteil“, meint VDVO-Vorstandsvorsitzender Bernd Fritzges und erklärt auch warum: „Panik entsteht gerade dadurch, wenn die Menschen nicht mehr glauben, dass ihnen geholfen werden kann. Der Schutzschild war das erste und richtige Zeichen, die Menschen zu beruhigen und zu signalisieren, dass sie nicht im Stich gelassen werden. Was seitdem jedoch fehlt, sind die Umsetzer.“ Weiter ergänzt er: „Es muss jedem auch klar sein, dass zur Verfügungstellung von Liquiditätshilfen Europäisches und Nationales Recht in dieser Notsituation gebrochen werden muss und wir uns hinterher über die Konsequenzen Gedanken machen können. Es scheint nur keiner, den ersten Schritt zu wagen.“

Damit spielt Fritzges auf die Eigenkapital- und Ratingvorschriften der EU an, die für alle Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute gesetzlich vorgeschrieben sind. Im Umkehrschluss würde laut VDVO der Schutzschild der Regierung bisher nicht aufgehen, denn die Banken seien überhaupt nicht in der Lage, in dieser Situation zu helfen, auch wenn sie wollten.

Umfrage-Ergebnisse im Detail

Dank der kürzlich durchgeführten VDVO-Umfrage steht nun ein erster Überblick zur Verfügung, wie viel Liquidität in der Veranstaltungsbranche wirklich erforderlich sein wird und wie viel schon ankam. Nach Einschätzung der Befragten benötigen Anbieter wie Hotels, Locations und Dienstleister einen Kapitalbedarf von durchschnittlich fast 283.000 Euro, um die Krise überwinden zu können. Bei Veranstaltungsplanern aus Unternehmen liege der Bedarf an Finanzmitteln bei ca. 138.000 Euro und bei Planern aus Agenturen sowie Vermittlern bei rund 124.000 Euro. Gar keine Hilfe benötigten wiederum 16,3% der Veranstaltungsplaner aus Unternehmen, 4,5% der Planer aus Agenturen und 1,5% der Anbieter (Hotels, Locations, Trainer, Speaker, Dienstleister).

VDVO-Umfrage_Coronahilfe

Auffällig ist jedoch, dass der größere Teil der Umfrageteilnehmer bisher noch keine Fördermittel beantragt hat. Laut VDVO könne das an der Verunsicherung oder fehlenden Klarheit darüber liegen, was beantragt werden soll. Ebenfalls hervorzuheben ist, dass Fördermittel gefordert werden und keine Kredite. Mehr als jeder zweite Anbieter beantwortete die Frage nach der Art der Fördermittel zudem mit „egal Hauptsache Liquidität“. Im Freitext äußerten einige Teilnehmer den Wunsch nach Sofortmaßnahmen, die so allmählich auch von den Ländern umgesetzt werden, allen voran von Bayern. Lediglich zwei der mehr als 400 Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie bereits 15 bzw. 200 Tausend Euro Fördermittel erhalten hätten.

VDVO-Umfrage_Coronahilfe 2

Was bedeuten diese Ergebnisse?

Bernd Fritzges: „Am 11. März schrieb mir Florian Neuhann vom ZDF-Hauptstadtstudio, dass die Große Koalition sich zu der gewagten Ansage verleiten ließ, möglichst kein Arbeitsplatz solle wegen dieser Krise wegfallen, möglichst kein Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. An diesem Versprechen muss man sie in der Praxis nun messen und ich soll ihn informieren, wenn ich andere Erkenntnisse habe. Daher hoffe ich, dass die Bundesregierung jetzt ins Doing kommt und ich nicht von massenhaft anderen Erkenntnissen berichten muss.“

Hier geht’s zur Übersicht der Umfrageergebnisse.

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