Messe 4.0

Tools für mehr Mehrwert auf Messen

M Messe(Bild: ©rcfotostock)

Messen gehören zu den wichtigsten Marketing-Instrumenten deutscher Unternehmen, das bestätigte eine Untersuchung des AUMA aus dem Jahr 2018. Demnach sind für rund 84% der Aussteller Messen in der B2BKommunikation wichtig oder sehr wichtig und liegen damit an zweiter Stelle des Kommunikationsmix.

Doch je nach Branche und Zielgruppe haben sich die Bedürfnisse und Ansprüche von Ausstellern (und auch die der Messebesucher) in den letzten fünf, zehn oder 15 Jahren deutlich verändert. Auch und gerade im Zeitalter der Digitalisierung. So wollen Unternehmen immer detaillierter wissen, wie erfolgreich ihre Messeteilnahme wirklich war und wie gut sie bei den Besuchern ankamen. Besucher ihrerseits geben sich oft nicht mehr mit einem zusätzlichen Rahmenprogramm zufrieden, dass nicht genau ihren Informationsansprüchen entspricht. Zwei Tools, die genau hier ansetzen, stellt events vor:

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Waytation

Sein großes Messe-Debüt feierte der kleine Bluetooth-Anhänger, genannt WayTag, des Wiener Startups Waytation Mitte des Jahres auf der Cebit in Hannover. 10.000 WayTags wurden auf der Messe ausgegeben und sollten die Customer- Journey der Besucher abbilden. Ziel war es, das Messeerlebnis sowohl für Besucher als auch Veranstalter und Aussteller zu digitalisieren und so für ein Messeerlebnis 4.0 zu sorgen.

„Wir helfen Veranstaltern mit Bewegungsanalysen, ihre Veranstaltung für die Zukunft vorzubereiten.“

Cemsit Yelgin, CEO Waytation

Durch den WayTag erhalten Veranstalter und Aussteller die Möglichkeit, Besucherströme und die Verweildauer an Messeständen, bei Vorträgen oder Workshops exakt zu analysieren. Die im Anschluss dokumentierten Datensätze werden ohne eine Anbindung an Smartphones, WIFI, Scanner oder andere Geräte verschickt und vollständig anonym ausgewertet. Der Veranstalter gibt Waytation dabei keine persönlichen Daten der Besucher, sondern nur eine Registrierungs-ID. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können zur Verbesserung des Messeangebots genutzt werden, ist sich der Start up-Gründer Yelgin sicher: „Waytation bietet Veranstaltern aufschlussreiche besucherzentrierte Analysen, die eine detaillierte Einsicht in das Messeerlebnis ermöglichen. Während in der Online- Welt jeder Click dokumentiert wird, waren die Möglichkeiten, Besucherströme auf Messen zu analysieren, bisher sehr begrenzt. Das wollen wir nun ändern.“

Waytation(Bild: © Sebastian Freiler)

Veranstalter sollen so neue Möglichkeiten erhalten, den Messeauftritt, das Event, Vorträge und Workshops noch besser an die Bedürfnisse der Besucher zu adaptieren und die Ausstellungsplanungen im Sinne ihrer Kunden zu optimieren. Gleichzeitig werden mit dem WayTag, der einfach am Messe-Badge befestigt wird, dem Besucher alle Infos rund um seinen Messebesuch zum Beispiel in der Event-App zur Verfügung gestellt. Unter dem Stichwort Waytation-Journey erhält der User ein personalisiertes, digitalisiertes Messetagebuch – eine Zusammenfassung des Veranstaltungsbesuchs mit Informationen darüber, welche Vorträge wie frequentiert wurden und welche Themen von besonderem Interesse waren. Mit diesen Daten können dem Besucher zukünftig noch individueller Informationen angeboten werden. Auch für Kongresse kann die Waytation-Journey hilfreich sein, denn mithilfe des Waytags können Fortbildungspunkte an die Kongressteilnehmer vergeben werden. Besonders bei medizinischen Kongressen kam dieses Angebot bisher zum Einsatz.

Collect Me

„Die Besucher sollen, unterstützt durch die Technologie, finden, was sie brauchen und glücklicher nach Hause gehen.“, so fasst Serafino Melloni, Head of New Business Initiatives der MCH Group, die Idee hinter dem Tool CollectMe zusammen. Konkret soll CollectMe zum jetzigen Zeitpunkt das Sammeln von Unterlagen auf Messen erheblich vereinfachen und dabei gleichzeitig auch noch neue Marketing- Möglichkeiten eröffnen. Bei CollectMe handelt es sich um ein Touch-Terminal, das Aussteller vor ihrem Messestand positionieren können, um digital ihre Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Kompatibel sind Links, Adressen, Filme, PDFs oder auch Visitenkarten (V-Cards). Die Besucher sammeln somit Infomaterial nicht mehr physisch, sondern können es mithilfe von RFID-Technologie auf ihr Badge laden, um es später auf dem Smartphone oder Desktop anzusehen und abzuspeichern.

CollectMe

Der Besucher wählt am Touch-Terminal einfach die gewünschten Dokumente aus, hält sein Ticket hin und schon landet das Infomaterial in der persönlichen digitalen Dokumententasche. Die Unterlagen können über einen QR-Code oder eine individuelle ID abgerufen werden. Bei personalisierten Tickets wird das gesammelte Material zusätzlich per E-Mail mit einem Zugangslink versendet. Abgelegt werden alle Dokumente auf der CollectMe-Plattform, die einfach in bestehende Apps oder Event-Webseiten integriert werden kann. Bei einem ersten Pilotprojekt, eine Berufsmesse in der Schweiz, kamen die Touch-Terminals bei den jungen Besuchern und den Ausstellern gleichermaßen gut an. Sie empfanden das Tool als zeitgemäß und nachhaltig, z. B. aufgrund der minimierten Druckkosten. Vor allem aber fanden das einfache Handling und der angenehme Umstand, keine schweren Informationsunterlagen über die Messe schleppen zu müssen, großen Anklang.

Von der Dokumentenablage zur Marketing-Plattform

Doch CollectMe soll zukünftig noch viel mehr können, als nur die Sammlung von Dokumenten zu erleichtern. „Die Idee ist, dass das Tool letztendlich eine Art Marketing-Plattform wird. Das bedeutet, wenn ich als Unternehmen meine Unterlagen auf die CollectMe-Plattform lade, kann ich diese dann auch in meinem Showroom, in Verkaufsgesprächen via Tablet, auf Kongressen, Events oder auf Messen nutzen. So können Unterlagen und Präsentationen einfach geteilt und in den Verkaufsprozess integriert werden“, so Serafino Melloni. Besucher sollen ihrerseits zukünftig einen lebenslangen CollectMe-Account anlegen können, z. B. über ein Messe- Ticket. Es ist aber auch denkbar, einen solchen Account mithilfe einer RFID-fähigen anderen Karte, wie z. B. einer Bahnkarte, zu erstellen und dann darüber Dokumente zu sammeln. Die Dokumente sollen auf der Plattform verbleiben und User ihr Konto verwalten, Dokumente löschen oder nachträglich andere Dokumente herunterladen können.

Leadgenerierung mit CollectMe

Größere CollectMe-Terminals könnten zukünftig zudem für Verkäufer und Berater als zusätzliche Präsentationsfläche in einem PresentMe-Modus genutzt werden, über die dann Videos oder Präsentationen abgespielt werden – wenn nicht gerade im CollectMe-Modus Dokumente gesammelt werden. Denkbar ist auch eine Lead-Generierung bzw. ein Lead-Tracking. Bei B2B-Messen mit einer Vollerfassung könnten Aussteller so an ihrem Stand in Echtzeit potenzielle Kunden scannen, auf der virtuellen Visitenkarte Notizen machen, sehen, welche Dokumente der Besucher bereits vom Unternehmen gesammelt hat und ihm weiteres Material und Angebote zukommen lassen. Kommt es zu keiner Interaktion und der Besucher sammelt nur Dokumente vom Touch-Terminal, würde es trotzdem noch zu einer passiven Lead-Generierung kommen und Interessenten könnten im Nachhinein kontaktiert werden.

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