Erläuterungen und Checklisten

Tipps und Tricks für den Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten

Veranstaltung-Konzert-Rigging

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen hat das Technische Sachverständigenbüro Jastrob intensive Nachforschungen zum Thema Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten betrieben und ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen: Die rechtlichen Anforderungen und die tatsächliche Umsetzung der gesetzlich geforderten Maßnahmen bei Veranstaltungen gehen weit auseinander.

Besonders bei Musikfestivals und Veranstaltungen mit jüngerem Zielpublikum wird Arbeitssicherheit oft vernachlässigt. Aber selbst in großen Versammlungsstätten und Messen fehlt es oft an strukturierten Arbeitsschutzprozessen. Das liegt zum einen an dem fehlenden Bewusstsein der Veranstalter. Aber auch bei den Behörden bzw. dem Genehmigungsverfahren wird das Thema Arbeitsschutz oft nicht explizit behandelt.

Hier wird in erster Linie auf die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung geschaut, während die Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften bei der Genehmigung oft eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei sind die gesetzlichen Forderungen u. a. im Arbeitsschutzgesetz klar geregelt. Wer diese nicht beachtet und kontrolliert wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Strafrechtliche Verfahren gegen den Veranstalter sind ebenfalls möglich, wenn es zu einem Unfall kommt, der durch den Veranstalter hätte verhindert werden können.

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Fachplaner und Leiter für Besuchersicherheit Olaf Jastrob arbeitet bereits seit 20 Jahren in der Branche und fasst für events zusammen, wie es oftmals in der Praxis aussieht:

Häufig klettern Arbeitnehmer völlig ungesichert und ohne die nötige Unterweisung in schwindelerregenden Höhen herum. Solange nichts passiert, fragt keiner nach, aber wenn es zum Unfall kommt, ist der Schock groß und keiner will verantwortlich gewesen sein. Viel effektiver ist es, bereits vorher zu kontrollieren, ob die jeweilige Person für die eingesetzte Tätigkeit geeignet ist und über die nötige Ausrüstung verfügt. Dies zu kontrollieren liegt in der Verantwortung der Führungskräfte. Kommen diese ihrer Verpflichtung nicht nach, können sie anschließend rechtlich belangt werden. Eine Gefährdungsbeurteilung kann helfen, die Mitarbeiter zu schützen und sich im Falle eines Unfalls rechtlich abzusichern.

Ein Sicherheitskonzept muss Teilnehmer und Personal gleichermaßen schützen

Unbestreitbar ist, dass in den letzten Jahren in Sachen Veranstaltungssicherheit viel getan wurde, angefangen nach den Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg. Und speziell der Schutz vor terroristischen Angriffen ist nach den Terroranschlägen in Paris, Nizza und Berlin in den Fokus gerückt.

Arbeitsschutz

Diese Entwicklung hin zu umfangreichen Sicherheitskonzepten ist notwendig, aber nicht ausreichend. Denn Veranstaltungssicherheit sollte auch Arbeitssicherheit, also den Schutz der Mitarbeiter vor Gefährdungen, beinhalten. Momentan lässt sich jedoch noch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit feststellen.

In der Praxis enthalten längst nicht alle Sicherheitskonzepte auch explizite Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter. Meist zielen diese Konzepte auf die Gewährleistung einer sicheren Veranstaltung gemäß Versammlungsstättenverordnung ab und sollen schwerpunktmäßig die Besuchersicherheit gewährleisten. Allgemeine Maßnahmen, wie z. B. ein effektiver Brandschutz und Fluchtwege, tragen zwar auch zur Sicherheit der Mitarbeiter bei, aber die Gefahren, die für Mitarbeiter in Veranstaltungsund Versammlungsstätten relevant sind, sind meist andere als ein Bombenanschlag oder ein Großbrand.

Welche Maßnahmen Sie für den Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten ergreifen müssen, erfahren Sie in diesem kostenloses eDossier.

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