Produkt: events Magazin 1/2020
events Magazin 1/2020
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Erklärung vom 06. April 2020

QZVE sieht Zukunft der Eventbranche in Gefahr

Ausrufezeichen(Bild: geralt - pixabay)Der „Qualitätszirkel Veranstaltungs- und Eventstudium“ (QZVE) – Zusammenschluss der führenden Hochschulen mit Event-Studiengängen – wendete sich jetzt mit großer Sorge um die Branche an die Öffentlichkeit. In einer Erklärung hieß es, in Gefahr seien rund zwei Mio. Arbeitsplätze und über 70 Mrd. Euro Umsatz. Die Zukunft der Eventwirtschaft in Deutschland sei strukturell und nachhaltig gefährdet und damit auch das internationale Geschäft sowie die weltweite Reputation des Standorts Deutschland. Für die Stabilisierung der Gesamtwirtschaft seien Fachveranstaltungen und Business-Events hierzulande unverzichtbar, weshalb jetzt ein schnelles und entschlossenes Handeln von Seiten der Politik notwendig sei. 

Gerade angesichts des Versuchs der Bundesregierung, Masseninsolvenzen, Massenarbeitslosigkeit und das Abgleiten der deutschen Wirtschaft in eine Rezession zu vermeiden, müsse für die Veranstaltungswirtschaft schneller, entschlossener und umfassender als bisher gehandelt werden. Besonders problematisch sei laut QZVE-Sprecher Professor Dr. Bernd Schabbing der personalintensive Dienstleistungscharakter der Eventbranche:

„Die Eventbranche kann als Live-Dienstleistung das „Produkt“ Event NICHT auf Lager legen, sondern nur im Moment der Nutzung live erstellen. Damit kann die Branche, anders als produzierendes Gewerbe und auch Handel, nicht Produkte auf Lager produzieren oder Waren aus dem Lager dann eben später verkaufen, sondern sie verliert reales Geschäft.“ Zudem käme die Krise gerade in der Hochzeit der Messe- und Tagungssaison im Frühjahr. Damit seien bereits etwa 15 bis 20 Prozent der Jahresumsätze unwiederbringlich verloren, was auch starke Auswirkungen auf andere Branchen habe, die von Messen und Tagungen wirtschaftlich abhingen.

Diese Verluste würden laut QZVE nicht nur die Beschäftigten der Veranstaltungsbranche treffen. Messen, Kongressen und Tagungen sowie Incentives und Marketingevents hätten erhebliche und in den letzten Jahren kontinuierlich wachsende Bedeutung für den Erfolg der deutschen Wirtschaft und deren Image in der Welt gewonnen. So wäre Deutschland bisher weltweit unangefochten die Nummer eins bei den internationalen Messen und ebenso bei Tagungen und Kongressen in Europa. Mit etwa 70 Mrd. Euro Umsatz sei die Branche zudem ein großer Wirtschaftsträger für Deutschland, nicht zuletzt wegen ihrer starken Vernetzung und Impulskraft für andere Branchen. Außerdem stellte sie mit den zugehörigen Tagungs-, Messe- und Veranstaltungshallen relevante Infrastruktur zur Verfügung, die aktuell selbst in der Krise benötigt werde.

Im Papier des QZVE wird auch auf die wissenschaftlich nachgewiesene große Bedeutung von Live-Kommunikation für die deutsche Wirtschaft eingegangen. Dazu Frau Prof. Dr. Cornelia Zanger von der TU Chemnitz:

„…als Forscher beschäftigen wir uns intensiv mit der Wirkung von Messen und Marketingevents und tragen mit den Forschungsergebnissen zu deren Verbesserung und damit auch zum weltweiten Erfolg des Standortes Deutschland bei. In zahlreichen Forschungsarbeiten konnte empirisch nachgewiesen werden, welche herausragende Bedeutung Messen und Events für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation haben. Im emotionalen, erlebnisorientierten Umfeld gelingt es durch die persönliche Kommunikation, Kundenbeziehungen im In- und Ausland aufzubauen, zu entwickeln und zu pflegen. Veranstaltungen im geschäftlichen Umfeld sind unverzichtbar für den Erfolg unserer Wirtschaft. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Es zeigt sich also, dass es bei Events bei weitem nicht um Spaß und Freizeitvergnügen geht, sondern auch und vor allem um Stärkung der Wirtschaft.“

Abschließend fordern die Verfasser, den Besonderheiten der Branche sowie der besonderen Bedeutung für die deutsche Wirtschaft durch geeignete Rettungsmaßnahmen, Rechnung zu tragen: „Die Mitglieder des Qualitätszirkels Veranstaltungs- und Eventstudium fordern daher die Bundes- und Landesregierungen, aber auch die Kommunen und Kreise und andere geeignete öffentliche Träger und Stellen auf, möglichst schnell und umfassend durch Förderprogramme und sonstige spezifische Unterstützungsleistungen dafür Sorge zu tragen, dass diese Branche und ihre Infrastruktur erhalten bleibt – auch für die aktuelle Bewältigung der Krise.“

Die Arbeit in der Veranstaltungsbranche gehöre zu den zehn wichtigsten Dienstleistungsberufen in Deutschland. Das Fachkräftepersonal in der Event- und Messebranche und die Aus- und Weiterbildung für diesen Bereich müsse daher unbedingt erhalten werden und staatlich unterstützt werden.

Über den Qualitätszirkel Veranstaltungs- und Eventstudium (QZVE):

Der QZVE ist ein Zusammenschluss führender Hochschulen mit ausgewiesenen Eventstudiengängen sowie den entsprechenden Professorinnen und Professoren, Dozentinnen und Dozenten und Fachleuten aus der Berufspraxis. Sein Ziel ist die Konkretisierung und Sicherung von Qualitätskriterien für das Eventmanagement-Studium, die akademische Lehre in diesem Bereich und die Vernetzung mit der Praxis. Der Qualitätszirkel arbeitet stark auf berufspraktische und arbeitgeberbezogene Kompetenzen und Qualitäten der Absolventen hin. Entsprechend sind auch die wichtigsten Eventverbände wie der FAMAB, AUMA, VPLT und EVVC Mitglied im QZBE. Und entsprechend ist der QZVE auch Partner der Qualitäts- und Nachwuchskampagne „100 pro“ der deutschen Eventverbände (www.100pro.org).

Produkt: events Magazine 01/2019 Digital
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