Produkt: events Magazin 04/2019
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Waren Schließungen hilfreich?

Neue Schätzung gibt Hoffnung für Hotel- & Gastronomiebetrieb

Restaurant_Lokal_Sitzplätze(Bild: Tama66 - pixabay)Im Verlauf der zweiten Märzhälfte wurden umfangreiche Regelungen zur Eindämmung der Viruspandemie eingeführt. Eine neue Auswertung deutet jetzt an, welche dieser Maßnahmen in Deutschland zur Abflachung der Corona-Infektionen geführt haben könnten und auch, dass die Schließungen in den Bereichen Einzelhandel und Gastgewerbe vergleichsweise wenig gewirkt hätten.

Einen entscheidenden Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung hätten gemäß der Studie wiederum Maßnahmen in den Bereichen Schulen und Kitas geleistet. Außerdem die Ausgangsbeschränkungen und Vorgaben im Profi- und Breitensport. Das stellen die Wissenschaftler Enzo Weber und Tobias Hartl – beide forschen am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und an der Universität Regensburg – anhand ihrer Ergebnisse fest. Demnach hätten die Schul- und Kitaschließungen die Wachstumsrate der bestätigten Corona-Infektionen um 7,9 Prozentpunkte verringert. Auf die Ausgangsbeschränkungen entfielen 5,0 Prozentpunkte und auf die Einstellung des Profi- und Breitensports 3,4. Für die Schließungen u. a. in den Bereichen Einzelhandel, Gastgewerbe oder Friseure und Kosmetik hätten sich dagegen kaum Wirkungen gezeigt, betonen die Forscher.

Chance für Hotels und Restaurants

Entsprechend könne es gute Chancen geben, dass eine kontrollierte Öffnung der Dienstleistungsbranchen des öffentlichen Lebens ohne beträchtliche Verstärkung des Infektionsgeschehens möglich sei, so Weber und Hartl. Auch DEHOGA-Präsident Guido Zöllick (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) hofft auf einen guten Start in die touristische Sommersaison. „Wir sind und bleiben zuversichtlich, für unsere Gäste auch in diesen herausfordernden Zeiten trotz der hohen Auflagen gute Gastgeber sein zu können. Voraussetzung dafür ist auch, dass alle mitziehen. Das heißt, dass auch die Gäste Verständnis für die neuen Spielregeln aufbringen. Je besser und konsequenter wir die Standards akzeptieren und einhalten, desto mehr Lebensqualität für uns alle wird wieder möglich sein.“ Die Coronakrise habe das Gastgewerbe besonders schwer getroffen, die Lage sei dramatisch. Jedoch zeigt sich Zöllick erleichtert über die Öffnungstermine für Restaurants und Hotels. „Wir begrüßen, dass es endlich konkrete Öffnungsperspektiven für das Gastgewerbe in den einzelnen Bundesländern gibt.“ Laut derzeitigem Stand dürfen die Betriebe unter bestimmten, landesabhängigen Auflagen im Laufe dieses Monats wieder Gäste empfangen – viele tun dies bereits.

Mit den derzeitigen Öffnungen könnten, so Weber und Hartl, auch die erheblichen Jobverluste begrenzt werden. Großveranstaltungen etwa im Sport seien aber weiterhin kritisch zu beurteilen. Weiterhin gilt zudem das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020.

Über die Untersuchung:

Trendbruchanalysen zeigen für den 20. März eine Reduktion der Wachstumsrate der bestätigten Infektionsfälle in Deutschland um 13 Prozentpunkte und für den 30. März um weitere acht Prozentpunkte. In der Studie untersuchen Weber und Hartl, welche konkreten Maßnahmen zu dieser Abflachung geführt haben und wie sich die tägliche Infektions-Wachstumsrate infolge der jeweiligen Maßnahme geändert hat.

Als abhängige Variablen in einer Panelschätzung wurden die bestätigten Corona-Infektionsfälle des Robert-Koch-Instituts nach Bundesländern verwendet. Der Schätzung liegt zu Grunde, dass die verschiedenen Eindämmungsmaßnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und nicht nach einem bundeseinheitlichen Zeitplan umgesetzt wurden. Die zeitliche und regionale Variation bei der Einführung der Maßnahmen erlaubt eine Abschätzung der Wirkungen auf die Verlangsamung der Virusausbreitung. Weitere Faktoren wie etwa ein geändertes Verhalten am Arbeitsplatz beeinflussen gemäß den Studienergebnissen die Entwicklung zusätzlich, können im Einzelnen aber nicht bestimmt werden.

Mehr Infos unter www.oekonomenstimme.org/artikel/2020/05/welche-massnahmen-brachten-corona-unter-kontrolle/

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