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Master-Thesis „Cooperation with a Social Start-Up“:

Nachhaltigkeit greifbarer machen für die alltägliche Umsetzung

Grafik: umweltfreundliche Icons(Bild: ©j-mel - fotolia.com)

Die Bedürfnisse der Zielgruppe zu erkennen und Lösungen anzubieten, die echten Mehrwert schaffen, ist nicht nur im Event-Business eine große Herausforderung. events hat der ehemaligen Master-Studentin Tanja Mirlieb über die Schulter geschaut: Mithilfe von Design Thinking-Methoden erarbeitete sie im Rahmen ihrer Master-Thesis für das Frankfurter Start-up inemaa eine Kommunikationsstrategie, die nachhaltige Maßnahmen für Event-Agenturen attraktiver macht und das Bewusstsein der Event-Branche verändern soll.

Als Kommunikationsgestalterin hat Tanja Mirlieb gelernt, Zielgruppen-Analysen zu betreiben sowie visuelle Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Ihr Master-Studiengang „Design Future Society“ an der Hochschule Mannheim legte dabei den Fokus auf die systematische Lösung von sozialen Problemen durch Gestaltung.

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Kooperation mit inemaa

Für ihre Master-Thesis suchte Mirlieb ein Start-up, um herauszufinden, an welcher Stelle sie die Kommunikation verbessern und helfen kann, die richtigen Zielgruppen zu erreichen. Ihre Wahl fiel auf inemaa, ein Frankfurter Start-up, das innovative Event-Konzepte entwickelt und Unternehmen dabei berät, sozial verantwortliche und umweltfreundliche Events zu veranstalten.

Zu inemaa gehören Kristina Gruber, Lechi Engel-Langewand, Martina Keller, Bogomir Engel und Christine Braun. Kennengelernt haben sich die Gründerinnen Kristina, Lechi und Christine 2016 beim Pioneers- into-Practice-Programm des European Institute of Technology. Innerhalb einer Gruppenarbeit entwickelten sie gemeinsam die Idee einer Suchplattform, die es Event-Planern erleichtert, kompetente und nachhaltige Service-Anbieter zu finden und zu kontaktieren.

Einen Prototyp für Anbieter in Frankfurt gibt es bereits unter www.search.inemaa.eu.

Was macht inemaa …?

Das Team hat sich auf die Entwicklung von Catering- und Event- Konzepten spezialisiert, die sowohl sozial verantwortliche als auch umweltfreundliche Maßnahmen bevorzugen. Der Name inemaa steht dabei für „innovative event management“. Mit breitem Hintergrundwissen in Event-Planung, Nachhaltigkeitsstrategie, Digitalisierung und Marketing bietet das Start-up Unterstützung, Workshops und Wissensvermittlung an, um die Event-Branche besser auf diese Themen einzustimmen und nachhaltiges Wissen zu vermitteln. Angefangen bei wiederverwendbaren Ressourcen wie normalem Geschirr und Besteck statt Wegwerf-Plastik und Topfpflanzen statt Schnittblumen über ein leckeres vegetarisches Buffet bis hin zum Messen und Ausgleichen der CO2-Emissionen eines Events.

Wichtig: Die Wünsche der Zielgruppe kennen

inemaas Ziel ist es, die Event-Branche dahingehend zu verändern, dass nachhaltige Lösungen mehr als ein Nice-to-have werden – nämlich Standard, und das in möglichst allen Bereichen. Aber wollen Kunden das überhaupt? Wollen Unternehmen ihren Mitarbeitern bei Product-Launches nicht eher so viel Luxus bieten wie nur möglich? Wie oft kommt es aber genau da vor, dass Event-Agenturen zum Kunden sagen: „Ach, wissen Sie, weniger ist mehr!“

Um die Kundenwünsche zu verifizieren und die Strategie des Startups zu festigen, führte Tanja Mirlieb das inemaa-Team durch verschiedene Design-Thinking-Workshops. Das Prozessmodell, das bereits in die Strukturen vieler innovativer Unternehmen integriert ist, dient dazu, sich in den Nutzer des Produkts oder Services hinein zu versetzen und dessen Bedürfnisse heraus zu finden. Ein möglichst kreatives Umfeld, ein interdisziplinäres Team und verschiedene Design-Thinking-Methoden helfen, Lösungen zu generieren, die das Know-how aller Anwesenden miteinbeziehen.

Design Thinking
Mit dem Ansatz Design Thinking zur Problemlösung und Entwicklung neuer Ideen

Als Zielgruppen wurden kleine und mittlere Unternehmen, Event-Agenturen, Städte und Kultureinrichtungen identifiziert. Da die Bedürfnisse dieser Zielgruppen sich aber grundlegend unterscheiden, konzentrierte man sich innerhalb des sechsmonatigen Projekts nur auf Event-Agenturen.

Durch Empathy Maps stellte man Annahmen auf über das Umfeld und die Einflüsse von Event-Agenturen sowie Pains and Gains, also Faktoren, die die Arbeit der Zielgruppe erschweren bzw. erleichtern. Um diese Annahmen zu überprüfen, interviewte Mirlieb zusätzlich inemaas bisherige Kunden und die Projekt-Managerin Laura Rohn von accente in Heidelberg.

Nicht alle Annahmen sind richtig …!

Während das Team in vielerlei Hinsicht richtig lag, wurde eine wichtige Annahme teilweise widerlegt: „Nachhaltigkeit war ja so ein Hype vor vier, fünf Jahren, der ist jetzt vorbei“, berichtete Rohn. Auch auf der IMEX Frankfurt, die selbst damit warb, nachhaltige Maßnahmen umzusetzen, befragte Mirlieb verschiedene Personen zu diesem Thema und kam zu dem Ergebnis, dass Nachhaltigkeit in der Event-Branche lediglich in den Bereichen Catering und Müllentsorgung erwartet und umgesetzt wird. Bei vielen Locations bestimme das Inhouse-Catering, ob die verwendeten Produkte aus regionalem und saisonalem Anbau stammen, so eine Angestellte des Rosengartens in Mannheim. Außerdem würden Kunden nur dann solch eine Lösung wählen, wenn es dadurch nicht erheblich teurer werde.

Lediglich bei medienwirksamen Events oder vereinzelten Unternehmen werde tatsächlich Wert darauf gelegt, so nachhaltig wie möglich zu sein. Dies bestätigte Anja Engelhardt, die als Go-To-Market Lead Travel & Transportation bei SAP arbeitet und bereits mehrere Events für das Unternehmen geplant und organisiert hat. Ihr zufolge solle sich jeder, der sich mit Event-Planung beschäftige, immer um nachhaltige Alternativen bemühen, denn dass diese zwangsläufig teurer seien, sei ihrer Erfahrung nach nicht der Fall. Da ihr das Thema persönlich am Herzen liege, verzichtet sie beispielsweise bei Events auf Give Aways und setzt das Geld stattdessen zur Unterstützung eines UNICEF-Projekts für sauberes Trinkwasser in Äthiopien ein. Engelhardt war inemaas Mentorin und beriet das Start-up in Sachen Marketing- und Verkaufsplanung.

Nutzen für Event-Planer & Agenturen

Da sich das Angebot stets nach der Nachfrage der Kunden richtet, bestand die Herausforderung für inemaa darin, Mehrwerte für Agentur und Kunden zu schaffen. Ihr Konzept sollte zeigen, dass Nachhaltigkeit mehr als ein Trend ist, und bei früher Beratung damit sogar Geld und Ressourcen eingespart werden können. Mithilfe von Laura Rohns Expertise entwickelte Mirlieb eine Customer Journey, um die Schritte, die bei Event-Agenturen ab dem ersten Kundenkontakt ablaufen, nachzuvollziehen: Ideenentwicklung, Konzeption, Ablaufpläne, Beispiele für Location und Dekoration, Budget-Verhandlung, Technik und andere Gewerke anfragen und so weiter. So konnte die Studentin einschätzen, an welcher Stelle Unterstützung hilfreich wäre und welche Schwierigkeiten sich innerhalb der Abläufe ergeben könnten. Rohns Angaben zufolge legen Agenturen keinen Wert darauf, während der Organisation des Events weitere Mitspieler zu haben, weshalb die Beratung im Voraus stattfinden sollte.

Lösungsansätze finden und prüfen

In einem weiteren Workshop mit inemaa teilte Mirlieb die neu gewonnenen Erkenntnisse mit dem inemaa-Team und es folgte der zweite Bereich des Design-Thinking-Modells, der Solution- Space. Während im ersten Workshop die Herausforderungen genauer definiert worden waren und man sich auf den Problem-Space konzentrierte, ging es nun um konkrete Lösungsvorschläge und deren Realisierbarkeit. Mithilfe der 6-3-5-Methode, bei der man unter Zeitdruck so viele Ideen wie möglich skizziert, um sie dann mit der Gruppe zu teilen und auf die Ideen der anderen aufzubauen, wurden Maßnahmen gesammelt, die alle Bereiche der Event- Planung und -Durchführung abdeckten. Angeordnet in einer Matrix zeigte sich, welche Maßnahmen einen hohen Wert für die Zielgruppe haben, und welche für das Start-up auch tatsächlich umsetzbar sind.

Nicht zu unterschätzen: Visuelle Gestaltung & Nutzerfreundlichkeit

Grafik Computer: Innovative Eventlösungen(Bild: Tanja Mirlieb)

Damit inemaa als professionelle Beratungsinstanz wahrgenommen wird, gestaltete Mirlieb außerdem die Startup- Webseite komplett neu mit einer zielgruppengerechten Visualisierung und einfachen Benutzerführung. Hier flossen auch die Workshop-Ergebnisse ein. Für den Prototyp der Suchplattform hatte inemaa außerdem wertvolle Informationen durch ein User Testings von Event-Planern erhalten.

Über die Autorin: 

Foto Tanja Mirlieb(Bild: Tanja Mirlieb)Tanja Mirlieb hat ihren deutsch-englischen Master im Studiengang „Design Future Society“ abgeschlossen. Ihre Auslandssemester verbrachte sie in Leeds und Manchester. Inzwischen arbeitet sie als Strategic Designerin bei Neuland Partners for Development & Training GmbH & Co. KG.

www.tanjamirlieb.de

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