Produkt: events Magazin digital 02/2018
events Magazin digital 02/2018
Managementpraxis: Event Design mit #Event Canvas +++ Venues: Wiesbaden eröffnet Kongresszentrum +++ Destinationen: Kreuzfahrtschiffe für Tagungen +++
Teil der deutschen Kultur in Gefahr

Musikwirtschaft fordert 582 Mio. Euro staatliche Soforthilfe

Konzert(Bild: daniel dinu - Pexels)Angesichts der vielfach existensbedrohenden Auswirkungen der Coronapandemie warnen die maßgeblichen Branchenverbände und Verwertungsgesellschaften, der Musikwirtschaft drohe der Corona-Kollaps. Um den Schaden besser abfangen zu können, fordern sie jetzt erneut ein staatliches, unverzügliches Hilfsprogramm für alle Sektoren der Musikwirtschaft. Insgesamt generiert die Branche jährlich rund 11,1 Mrd. Euro Umsatz.

Die bisher bereitgestellten Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern seien zwar beeindruckend, jedoch in vielen Fällen nicht auf die in der Musikwirtschaft miteinander verzahnten Wertschöpfungsketten abgestimmt und damit bei weitem nicht ausreichend. Nur gesonderte Maßnahmen, die sich am konkreten Bedarf orientierten, könnten das Überleben vieler Unternehmen und die Existenz der rund 130.000 Selbstständigen und Arbeitnehmer garantieren.

Umfangreiches Hilfsprogramm notwendig

Zur Überbrückung der aktuellen Notlage fordert die Musikwirtschaft insgesamt 582 Mio. Euro nicht rückzahlbare staatliche Hilfe. Diese Summe entspreche nach internen Erhebungen rund zehn Prozent der zu erwartenden Einbußen der Musikwirtschaft, die sich bei einer sechsmonatigen Dauer der COVID-19-Maßnahmen auf annähernd fünfeinhalb Mrd. Euro belaufen werde. Grundlage des geforderten Hilfsprogramms ist ein am 25. März von den Verbänden veröffentlichter Schadensbericht, der die in der Musikwirtschaft zu erwartenden Einnahmeausfälle für die betroffenen Bereiche beziffert und begründet. Der Finanzbedarf setzt sich u. a. aus den Sektoren „Musikklubs und kleinere Festivals“, “ große Festivals“ sowie „Künstlervermittler, Konzert- und Tournee-Veranstalter“ zusammen.

Da die Musikbranche kleinteilig und durch Verwertungsketten eng miteinander verwoben ist, verlagern sich wirtschaftliche Probleme eines Sektors schnell und in zeitlichen Wellen auf die übrigen Teilnehmer. Alle Branchenakteure stehen somit in gegenseitiger Abhängigkeit von der Solvenz der jeweiligen Partner. Ohne staatliche Unterstützung sei laut der Verbände und Verwertungsgesellschaften bis Jahresende zu erwarten, dass rund die Hälfte der Künstler, Urheber und Musik-Unternehmen zahlungsunfähig seien. Außerdem sei damit zu rechnen, dass die Branche auch im kommenden Jahr noch unter den negativen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leiden wird. Das geforderte Hilfsprogramm müsse daher nachhaltig aufgebaut sein, um auch in potentiellen späteren Notsituationen zur Verfügung zu stehen.

Kultur in Deutschland werde ohne Hilfe erheblichen Schaden nehmen

„Jenseits der wirtschaftlichen Förderung ist die Musikwirtschaft essentiell für den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft und wird einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zurück in die Normalität leisten“, so die Verbände. Wenn man jetzt nicht die erforderliche Hilfe erhalte, würden die Auswirkungen auf die vielfältige und identitätsstiftende Musikkultur in Deutschland verheerend sein. Bestehende Strukturen liefen Gefahr, verloren zu gehen.

Hinter der Forderung stehen der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V. (BDKV), der Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI), der Bundesverband Popularmusik e. V. (BV POP), der Deutscher Musikverleger-Verband e.V. (DMV), der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC), die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), der  Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LIVEKOMM), die Society Of Music Merchants e. V. (SOMM) und der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e.V. (VUT).


Weitere Informationen finden Sie hier: 

Produkt: Kostenloser Download: Der Hosted Buyer – Steinzeit- oder Zukunfts-Modell?
Kostenloser Download: Der Hosted Buyer – Steinzeit- oder Zukunfts-Modell?
Regelmäßig wird über die Sinnhaftigkeit von Hosted Buyer Programmen diskutiert. Wie steht es um das Prinzip Hosted Buyer und wie zukunftsfähig ist es?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren