Von Mobile Minds bis Mobile Dreamer:

Mobiles Arbeiten wird immer beliebter

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Die Beschäftigten im deutschsprachigen Raum sind sehr mobil-affin, trotzdem haben viele Nachholbedarf bei technischen Fragen im Umgang mit mobilen Devices und mobilen Daten. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Mobile Work 2017“, eines laufenden Forschungsprojekts von spring Messe Management, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) und dem Büro für Arbeits- und Organisationspsychologie (bao GmbH).

Demnach lassen sich die Beschäftigten mehrheitlich in vier Mobile-Work-Typen unterteilen: Ein gutes Drittel (33,7 %) sieht sich als „Mobile Minds“, die mobiler IT gegenüber sehr aufgeschlossen sind, hervorragend damit umgehen können und sich im Umgang absolut wohlfühlen.

Ein zweiter Typ sind die „Mobile Naïfs“, die wie die Mobile Minds eine absolut aufgeschlossene Haltung gegenüber mobilem Arbeiten mitbringen, allerdings trotz hohem Wohlfühlfaktor noch nicht sehr gut damit umgehen können (8,5 %).

Die aufgeschlossene Haltung zeichnet auch die „Mobile Dreamer“ aus, die jedoch in zweifacher Hinsicht im Widerspruch zur praktischen Erfahrung steht: Sowohl beim Umgang mit mobiler IT als auch beim Wohlfühlen ist dieser Typus noch nicht am oberen Ende der Skala angekommen (21,1 %).

Ein vierter Mobile-Work-Typ hat in Bezug auf Aufgeschlossenheit, Kompetenzen und Wohlfühlfaktor noch Entwicklungsmöglichkeiten: 28,3 Prozent gehören zu diesen „Mobile Potentials“.

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Mit der neuen Befragung aus Sicht der Beschäftigten konnten zudem die Ergebnisse der bereits 2016 durchgeführten Studie „Mobiles Arbeiten“ bestätigt werden.

Unter den nun Befragten arbeiten sogar 6 von 10 mit mobilen Geräten (2016 waren es laut einer Befragung unter Personalverantwortlichen 54 Prozent). Auch die Art und Weise, wie Beschäftigte mobil arbeiten, hat sich bei der neuen Zielgruppe der Studie verifiziert:

Die größte Gruppe der Teilnehmer arbeitet intern und extern mobil („Internal and External Mobile Worker“, 44,6 %), 10 Prozent ausschließlich intern („Internal Mobile Worker“) und 6 Prozent ausschließlich extern mobil („External Mobile Worker“). Deutlich weniger als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet noch vorwiegend an einem stationären Arbeitsplatz („Stationary Worker“, 39,4 %). 9 von 10 Befragten nutzen ihre Technik, also auch die mobile, in mehr als der Hälfte ihrer täglichen Arbeitszeit.

Nachholbedarf bei den digitalen Sachkompetenzen

Die Teilnehmer wurden in der Online-Befragung unter anderem auch nach der eigenen Einschätzung ihrer Kompetenzen gefragt. Demnach sind die digitalen Sozialkompetenzen mit 82,7 Prozent sehr hoch. Die digitalen Selbstkompetenzen sind weniger stark ausgeprägt (bei 76,5 % hoch).

Bei den digitalen Sachkompetenzen sehen die Teilnehmer den größten Aufholbedarf. Nur 63,5 Prozent schätzen ihre Kompetenz hier hoch ein. Ein Manko ist die Fähigkeit, Daten bei der mobilen Zusammenarbeit über die IT-Geräte zu schützen. 4,9 Prozent können dies gar nicht und 17,8 Prozent nur wenig.

Nicht leicht fällt es vielen Befragten, schnell eine Lösung zu finden, wenn bei der digitalen Arbeit technische Probleme oder Inkompatibilitäten auftauchen (4,5 % gar nicht, 15 % wenig). Auch die Zeit mithilfe von mobilem Arbeiten flexibel einzuteilen, will einigen nicht recht gelingen (7,2 % gar nicht, 12,2 % wenig). Die Aussage „Ich bin im Kontext digitaler Arbeit sicher im Umgang mit Fehlermeldungen und Manualen“ lehnen 3,7 Prozent vollständig (stimmt gar nicht) und 12,5 Prozent größtenteils (stimmt wenig) für sich ab.

Hohe Zufriedenheit mit Luft nach oben

Die Befragungsteilnehmer sind mit ihren Arbeitsbedingungen grundsätzlich sehr zufrieden – insbesondere mit den Arbeitsergebnissen, den Arbeitsaufgaben und den Arbeitsbeziehungen. Etwas schlechter wurden die Arbeitsmittel beurteilt, mit durchschnittlich 3,8 auf einer Skala von 1 für “sehr unzufrieden” bis 5 für “sehr zufrieden”. Jeder dritte Befragte ist allerdings sehr bis teilweise unzufrieden mit der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Und fast jeder zweite äußert Unzufriedenheit mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten.

Prof. Dr. Jochen Prümper, Wirtschafts- und Organisationspsychologe an der HTW Berlin und Leiter der Studie „Mobile Work 2017“ kommentiert die Ergebnisse:

Angesichts der allgemeinen Affinität für mobiles Arbeiten darf nicht übersehen werden, dass sich Menschen in ihren speziellen Bedürfnissen, ihr Arbeitsleben einzurichten, sehr unterscheiden. Aber gerade das stellt sowohl den besonderen Reiz, als auch die besondere Herausforderung bei diesem Thema dar.

Laut Ralf Hocke, CEO von spring Messe Management, kann mobiles Arbeiten nur dann greifen, wenn Organisationen auch die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür anbieten. Das könne von einer passenden technischen Ausstattung über flexible Arbeitsgestaltung und Personalentwicklung bis hin zu einer neuen Führungs- und Vertrauenskultur reichen.


Über die Studie „Mobile Work 2017“

An der fortlaufenden Befragung zur Studie „Mobile Work 2017“ nahmen im Februar und März 2017 bereits 1.065 Beschäftigte teil. Fast jeder zweite Befragungsteilnehmer ist Mitarbeiter ohne Personalverantwortung. Mehr als jeder vierte Befragte arbeitet als Führungskraft mit Budget- und/oder Personalverantwortung. 14,9 Prozent der Teilnehmer gehören der Unternehmensleitung an. Das Alter ist sehr gleichmäßig verteilt und ein Viertel der Befragungsteilnehmer ist jünger als 35 Jahre, während mehr als ein Drittel der Befragungsteilnehmer der Generation 50plus angehört. Auch verschiedene Unternehmensgrößen sind relativ gleichmäßig vertreten; darunter alle Branchen. Die meisten Teilnehmer kommen jedoch aus der Verwaltungs- & Dienstleistungsbranche, dem Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege sowie den Branchen für Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse.

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