Liquidität sichern:

8 Tipps zum erfolgreichen Forderungseinzug

Euro Geldschein

Mittlerweile gehört es leider fast schon zum Geschäftsalltag vieler Firmen: Kunden, die ihre Rechnung gar nicht oder zu spät zahlen. Das kann oft zu einer Gefahr für die Liquidität des Unternehmens werden. Was kann bereits im Vorfeld oder auch nach einer offenen Forderung getan werden, um den Schaden so gering wie möglich zu halten?

Wichtig ist es, sich beim Umgang mit offenen Rechnungen nicht zu viel Zeit zu lassen. Worauf Sie sonst noch achten müssen, erfahren Sie hier:

1. Vertragsabschluss unbedingt in Schriftform
Angebote sollten unbedingt schriftlich abgegeben, Bestellungen schriftlich bestätigt werden. Die eigenen individuellen Allgemeinen Geschäftsbedingungen sollten außerdem Regelungen zum normalen und verlängerten Eigentumsvorbehalt enthalten. Bei eventueller Kundeninsolvenz kann das bares Geld wert sein. Im Angebot und der Auftragsbestätigung sollte dann wiederum vermerkt werden, dass Lieferung und Leistung auf der Basis der eigenen Geschäftsbedingungen erbracht werden.

2. Zahlungsziel genau und unmissverständlich festlegen
Durch ein konkret benanntes Datum erhöht sich die Zahlungsmoral, das lässt ebenfalls keinen Raum für Interpretationen. Je nach Branche gibt es unterschiedliche Zahlungsziele. Handelsüblich sind 10 bis 14 Tage, nach deren Ablauf die Zahlung der Rechnung fällig ist.

3. Rechnungszugang nachweisen können
Säumige Zahler behaupten oftmals, sobald ein Rechtsanwalt oder ein Inkassobüro ins Spiel kommt, niemals eine Rechnung erhalten zu haben. Möchte man als Gläubiger dann die Anwalts- oder Inkassokosten vom Schuldner erstattet bekommen, muss man als Rechnungssteller in der Regel den Zugang der Rechnung beweisen.

Kostengünstige Möglichkeiten im Vergleich zur Versendung per Einschreiben sind das Faxen der Rechnung (in dem Fall muss das Faxprotokoll aufgehoben werden) oder die Versendung der Rechnung per Email mit der Anforderung einer Lesebestätigung. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, lässt die Rechnung von einem Mitarbeiter übergeben.

4. Vertragsgemäße Leistung bestätigen lassen
Ist ein Auftrag erledigt, sollte man sich vom Auftraggeber schriftlich bestätigen lassen, dass die Arbeit zu dessen Zufriedenheit erledigt wurde. Geht es um Warenlieferungen, sollte der Kunde den Lieferschein unterschreiben, dieser muss gut aufbewahrt werden.

5. Rechnung fällig? Sofort handeln!
Hinter einer unbezahlten Rechnung steht nicht immer Böswilligkeit oder Absicht. Manchmal ist eine unbezahlte Rechnung auch nur eine vergessene Rechnung. In dem Fall sollte der Kunde unbedingt mit freundlicher Bestimmtheit auf sein Versäumnis aufmerksam gemacht werden. Zwei bis drei schriftliche Zahlungsaufforderungen im Abstand von 7-10 Tagen sind kaufmännisch üblich. In der letzten Zahlungsaufforderung sollte eine klare Zahlungsfrist gesetzt werden.

6. Kunde in Zahlungsverzug setzen
Möchte man als Unternehmen seinen Verzugsschaden, also z. B. seine Kosten für die Einschaltung eines Anwalts oder Inkassounternehmens ersetzt haben, muss der Zahlungsverzug gegen den Kunden geltend gemacht werden. Mit Eintreffen einer Mahnung beim Schuldner tritt der Zahlungsverzug ein. Ohne Mahnung kommt der Kunde nach § 286 Abs. 3 BGB automatisch 30 Tage nach Zugang und Fälligkeit der Rechnung in Zahlungsverzug, wenn er ein Unternehmer ist. Ist der Kunde Verbraucher, muss auf diese besondere Verzugsregelung deutlich in der Rechnung hingewiesen werden, sonst gilt sie nicht.

7. Rechtzeitig Hilfe vom Fachmann holen
Jeder Gläubiger hat das Recht, anwaltliche Unterstützung oder die Dienste eines Inkassounternehmens in Anspruch zu nehmen, wenn sich sein Schuldner im Verzug befindet. Die Kosten dieser Unterstützung sind Verzugsschaden, den der Schuldner zu ersetzen hat.

8. Gerichtlichen Mahnbescheid beantragen
Ein letzter Schritt für den Gläubiger kann ein gerichtliches Mahn- und Vollstreckungsverfahren sein. In diesem Fall benötigt der Gläubiger gute Kenntnisse über Rechtsformen der Unternehmung und deren Vertretungsverhältnissen sowie auf auf den Gebieten der Verjährung- oder des Zahlungsverzuges. Bevor also der gerichtliche Weg eingeschlagen wird, sollte ein Gläubiger eine realistische Einschätzung seiner eigenen Möglichkeiten und Kenntnisse vornehmen. Bestehen Zweifel unbedingt Hilfe vom Fachmann holen!

(via: bremer-inkasso.de)

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