VR, AR und vor allem Mixed Reality

Lernen 4.0 mit Star Wars oder Siri

Star-wars-hologramm-Prinzessin-Lea(Bild: Youtube)

Erhält man heute ein Briefing mit der Anforderung, alle Sinne anzusprechen und Emotionen zu wecken, kann das viele Kommunikationskanäle betreffen: natürlich die Live-Kommunikation, aber ebenso auch das Lernen. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass Lernen mit Virtual Reality, Augmented Reality und vor allem Mixed Reality sich zukünftig zu gängigen Lernstandards entwickeln könnten. Zumal sich die Techniken immer mehr optimieren und diesen Trend dadurch möglich und wahrscheinlicher machen.

Eine kleine Zeitreise in die Lerninszenierung:

Mit welcher Lernwelt sind Sie aufgewachsen? Monosensorisch – einer lehrt und der Rest hört mehr oder weniger aktiv zu? Diese Variante ist auch bei vielen Seminaren üblich (gewesen). Dabei war das Lerntempo vorgegeben, die Präsentation durchgetaktet. Wenn nicht gerade ein sehr fesselnder Lehrer/ Referent einen Vortrag hielt oder ein recht spannendes Thema behandelt wurde, konnte man sicher sein: Der Lernspaß war meist weit entfernt. Dazu kam, dass oftmals auch die Lernumgebung alles andere als motivierend war.

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Erste Änderungen gab es schon seit 1983, als die Initiative „Praktisches Lernen“ von der Robert Bosch Stiftung ins Leben gerufen wurde. Damit sollte fächerübergreifend die unsinnige Trennung zwischen Erfahrungslernen und (Schul-) Wissen abgebaut werden. Lernen wurde multisensorisch, zumindest dort, wo man es umsetzte. In der Erwachsenbildung, vor allem bei Seminaren und Kongressen, ging es aber größtenteils weiter um Fakten.

Heute liegt der Fokus auf Storytelling & Emotionen

Mittlerweile haben sich die Lernwelten dramatisch verändert hin zu Storytelling, Emotionen und vor allem Edutainment. Der Digitalisierung sei Dank können Menschen nun selbst entscheiden, wann und wo sie lernen wollen, ebenso mit wem und in welchem Tempo.

Hier ein Beispiel: Katharina B. möchte sich zum Thema Marketing weiterbilden. Ihre Berufstätigkeit hat einen hohen Reiseanteil, sodass die Teilnahme an regelmäßigen Ausbildungsblöcken nicht möglich ist. Deshalb braucht sie zeitlich flexible Lernformen, aber auch den Austausch mit Gleichgesinnten. Das kann z. B. in einem virtuellen Klassenraum geschehen, zusammen mit einem Dozenten und anderen Teilnehmern. Weitere Möglichkeiten sind web-based-Trainings, also onlinebasierte Lernformen, zumeist mit einem Tutor, 3D-PDFs und natürlich Lernvideos (schon heute lernen 80% der Schüler mit Youtube).

Einige Technologien haben zwar großes Potenzial, sind aber noch nicht massentauglich. So bekommen heute beim Einsatz einer Virtual-Reality-Brille noch bis zu 40% der User Probleme mit „motion sickness“. Aber: Alle digitalen Lernformen lassen sich gut mit Präsenzseminaren, Barcamps und Lerngruppen kombinieren, denn Live-Kommunikation ist wichtig – ganz besonders auch für die Motivation!

Und wie sieht die Zukunft aus …?

Es ist schon über 40 Jahre her, dass Prinzessin Lea als vom Druiden R2D2 projiziertes Hologramm um Hilfe rief. Die Star-Wars-Idee von Hologrammen wird heute in Form von 3D-Projektion real und für Schulungszwecke weiterentwickelt. Künstliche Intelligenzen sollen in den nächsten Jahren sogar Empathie entwickeln und damit als kompetente Lernpartner eingeplant werden können. Fünf der größten Technologiekonzerne (Amazon, IBM, Google, Facebook und Microsoft) haben schon vor mehr als 18 Monaten ein Partnership on Artificial Intelligence gegründet. Ein sehr deutliches Zeichen, dass in diese Richtung viel passieren wird. Vielleicht stehen demnächst ja auch die Avatare oder Holografien auf der Bühne?!

Fazit

Auch wenn der Einsatz dieser Techniken zunimmt, wird das Zwischenmenschliche in der Kommunikation weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Der Mix – auch bekannt als Blended-Learning – ist wichtig. Die kürzlich gehypten, also hochgepuschten „Massive Open Online Courses“ (MOOC) haben durch eine hohe „Absprungrate“ gezeigt: Selbermachen, individuell oder im Team, aber vor allem mit Freude, darauf kommt es auch in Zukunft an! [4593]


Unter Blended Learning …

… („blended“: „gemixt, zusammengemischt“) versteht man die Kombination von unterschiedlichen Methoden und Medien, etwa aus Präsenzunterricht und E-Learning. Im wissenschaftlichen Kontext spricht man auch vom Lernen im Medienverbund oder von hybriden Lernarrangements. Die Mischung aus formellem und informellem Lernen fällt nach verbreiteter Auffassung ebenfalls unter den Begriff. Zudem gibt es Experten, die die Anreicherung von Print-Medien mit 2D-Codes (v.a. QR-Codes) als Blended Learning bezeichnen.

Erklärung von Prof. Dr. Oliver Bendel, Experte E-Learning, Wissensmanagement, Social Media, Mobile Business, Avatare, Agenten und Informationsethik; entnommen Gabler Wirtschaftslexikon online


Über die Gastautorin

IST-Dorothee-SchulteDorothee Schulte ist Diplom-Ökonomin und spezialisiert auf die Bereiche Neue Medien/Internet, Kommunikation und Veranstaltungs-Management. Vielfältige Praxiskenntnisse sammelte sie u. a. als Marketing- und Vertriebsleiterin bei der Internet-Tochter einer großen Verlagsgruppe und im Bereich Weiterbildung bei einem international agierenden Anbieter von Konferenzen und Kongressen. Hinzu kommen Berufserfahrungen als Beraterin, Trainerin und Projektleiterin für ein Marktforschungsinstitut. An der IST-Hochschule für Management (www.ist.de) ist sie als Projektleiterin im Fachbereich Kommunikation & Wirtschaft für die Konzeption neuer Lehrgänge, Marketing und Vertrieb zuständig.

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