Produkt: events Magazine 04/2018
events Magazine 04/2018
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Offener Brief:

Jürgen May, 2bdifferent: “Warum rufen wir die Veranstaltungsbranche zum Klimastreik auf?”

2bdifferent_Team
Das Team von 2bdifferent ruft die Eventbranche zu mehr Verantwortung für die Umwelt auf: v.l.n.r. Paolo-Daniele Murgia (Partner), Clemens Arnold (Partner), Jürgen May (Geschäftsführer) (Bild: 2bdiffernt)

Schon seit vielen Monaten gehen Kinder und Jugendliche auf die Straße und fordern eine Politik, die sich in angemessener Weise dem Thema Umweltschutz widmet. Die Agentur 2bdifferent setzt sich tagtäglich mit Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen der MICE-Branche auseinander und befürwortet die FridaysForFuture-Bewegung der Jüngeren. Laut deren Ansicht müssten alle an einem Strang ziehen, damit die Folgen des Klimawandels zumindest noch abgemildert werden. Eine besondere Verantwortung trägt hierbei auch die ressourcenintensive Veranstaltungs­branche. Deshalb ruft  2bdifferent Branchenteilnehmer aus dem MICE- Segment dazu auf, am 20. September an den Demonstrationen von FridaysForFuture und EntrepreneursForFuture teilzunehmen und mehr Druck auf die Politik auszuüben.

Lesen Sie nachfolgend den offenen Brief von Geschäftsführer Jürgen May, worin er sein Anliegen an die Event-Branche begründet:

“Die Event-, Messe- und MICE-Branche gehört mit zu den größeren CO2- und Abfallverursachern. Deshalb sehe ich alle in der Veranstaltungswirtschaft Tätigen mit in der Verantwortung Ihren Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Dazu gehören nicht nur die Dienstleister und Verbände der Branche. Vor allem die Auftraggeberseite sehe ich in der Verantwortung bereits bei der Auftragsvergabe, in den Ausschreibungen, bei der Auswahl ihrer Veranstaltungspartner nachhaltige Kriterien verbindlich zu verankern und diese auch entsprechend zu honorieren. Denn oftmals fällt ein nachhaltiges Konzept dem Budget zum Opfer.

Bei rund 412 Millionen Teilnehmern an knapp drei Millionen Tagungen, Kongressen und Events in Deutschland ist der Ressourcenverbrauch immens. Dazu kommen noch knapp 200 internationale und nationale Messen, mit fast 200.000 Ausstellern und über 10 Mio. Besucher*innen.  Laut dem Branchenverband AUMA finden rund zwei Drittel aller globalen Branchenmessen in Deutschland statt, was hohe CO2-Werte für die An- und Abreise erzeugt. Dazu kommen noch viele MICE-Events auf Kreuzfahrtschiffen. Laut dem Österreichischen Umweltzeichen „Green Meeting“ und den Untersuchungen des Austrian Convention Bureaus verursacht pro Veranstaltung im Schnitt ein/e Teilnehmer*in ca. 3,0 kg Restmüll, 5,0 kg Altpapier, 150 Liter Abwasser und 204 kg CO2. Darin ist noch kein Ressourcenverbrauch für Messebau, Technik, Catering, Unterbringung, Crewmobilität, etc. enthalten.

Wer bei Events, insbesondere bei Messen hinter den Kulissen arbeitet, weiß wie viel Abfall sich ansammelt. Die Müllberge nach dem Abbau einer Messe sind teils gigantisch und die Materialien werden meist nur einmal verwendet. Hier erfolgt nur sehr selten ein verantwortungsbewusster Umgang mit Rohstoffen und deren Wiederverwertung. Gleiches gilt für die Lebensmittelverschwendung beim Catering. Bei einer Veranstaltung mit 100 Personen werden bei konventioneller Planung über 30 kg Speisen vernichtet.

Ich denke, dies alles sind genügend Argumente für ein Umdenken. Deshalb ist es für die Branche wichtig, sich Fragen der Nachhaltigkeit zu stellen und aktiv zu handeln. Also macht mit. Wir freuen uns, wenn wir euch beim Klimastreik am 20. September 2019 treffen!”

Jürgen May, Geschäftsführer von 2bdifferent

Weitere Infos zum Klimastreik

Produkt: events Magazine 03/2018 Digital
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