„Sicherheit ist eines der großen Zukunftsthemen!“

Im Interview: Carina Bauer, CEO IMEX Group

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(Bild: davidmyersphotography.com)

Kurz vor der IMEX in Frankfurt, die 2018 vom 15. bis 17. Mai stattfindet, hatten wir die Gelegenheit, Carina Bauer ein paar praktische Fragen rund um die IMEX zu stellen. Die wichtigste Antwort: Jetzt wissen wir, was ein Hosted Buyer dem Veranstalter genau wert ist!

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events: Mit welchen Methoden sichern Sie den ROI für Ihre Aussteller?

Carina Bauer: Jeder unserer Aussteller hat seine individuellen Vorstellungen vom ROI. Sie unterscheiden sich zwischen den Kategorien wie Hotels, Destinationen, Locations usw., aber auch innerhalb der jeweiligen Kategorie. In der Hauptsache geht es aber immer um qualitativ hochwertige Kontakte und natürlich auch: konkretes Geschäft. Wir sorgen in erster Linie für die richtigen Einkäufer in guter Qualität und Anzahl. Wir unterstützen mit persönlicher Hilfe, Technologie und Beratung. Unser Appointment-Prozess erlaubt schon im Vorfeld der Messe einen dezidierten Austausch zwischen Einkäufern und Ausstellern, der auf der Messe selbst dann vertieft werden kann.

events: Aus welchen Quellregionen stellen Sie einen deutlichen Zuwachs an Besuchern fest? In welchen Ländern intensivieren Sie Ihre Bemühungen zur Rekrutierung von Hosted Buyers und warum?

IMEX-GrafikCarina Bauer: Für die IMEX in Frankfurt können wir sagen, dass die Prozentzahlen der Besucher hinsichtlich ihrer Herkunft in den letzten fünf Jahren sehr stabil sind: 75% kommen aus Europa, 13,5 % aus Deutschland und 8% aus Großbritannien (siehe Grafik). Künftig wollen wir konstant den Fokus auf dem europäischen Markt halten, auf Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien beispielsweise. Fast 30% unserer Besucher kommen aus Long-Haul-Destinationen. Obwohl wir diesen Anteil leicht steigern könnten, wollen wir uns doch in der Hauptsache auf Europa konzentrieren. Für die IMEX AMERICA indes sieht das allerdings anders aus: 75% kommen dort aus Nordamerika und Kanada, 25% kommen Long Haul, u. a. aus Europa und Asien. Es wäre künftig kein Problem, die Anzahl der Hosted Buyers zu erhöhen, beispielsweise aus Indien und anderen aufstrebenden Ökonomien. Wir suchen eben ständig nach neuen Möglichkeiten, den sich verändernden Marktgegebenheiten zu entsprechen. Auch mit Formaten wie „Rising talents”, „Future leaders” oder unseren Tech-Areas.

events: Wie hoch sind eigentlich die Kosten für das Hosted-Buyer-Programm?

Carina Bauer: Die Durchschnittskosten pro HB liegen bei etwa 1.000 Euro. (Anmerkung der Redaktion: Bei etwa 4.000 Hosted Buyers entspricht das einer Gesamtsumme von ca. 4 Millionen Euro!)

events: Sicherheit ist heutzutage ein Kernthema. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um ein Maximum an Sicherheit für Aussteller und Besucher zu gewährleisten? Haben Sie ein Krisen-Interventions-Team vor Ort?

Carina Bauer: Ja, da stimme ich zu, Sicherheit ist essenziell. Wir haben eine Vielzahl von Maßnahmen und Aktivitäten in dieser Hinsicht entwickelt. Vor allem arbeiten wir sehr eng mit der Messe Frankfurt zusammen und koordinieren unsere Konzepte mit den Sicherheitsvorkehrungen der Messegesellschaft, die wiederum Hand in Hand mit Polizei und lokalen Behörden arbeitet. Dazu gehören Security-Kräfte in Zivilkleidung auf den Ausstellungs- und Nebenflächen, Hunde, Zufallskontrollen, Mitarbeiter-Trainings u.v.m.

events: Wie hoch ist eigentlich die Wiederholungsquote bei Ihren Wild-Card-Gewinnern?

Carina Bauer: Unterschiedlich – das hängt immer auch von der Fähigkeit des Ausstellers ab, seinen kostenlosen Erstauftritt gut zu nutzen. Ruanda ist beispielsweise ein ehemaliger Wild-Card-Gewinner und hat anschließend bei uns 36 qm gebucht.

events: Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, mit denen sich die IMEX in den nächsten Jahren konfrontiert sieht?

Carina Bauer: Innovativ zu bleiben und sicherzustellen, dass wir die richtige Plattform bleiben, um die gesamte Industrie darauf zu vereinigen mit der Aussicht auf anhaltend gute Geschäfte.

events: Für die Industrie insgesamt?

Carina Bauer: Sicherheit an erster Stelle. Wir organisieren große, hochkarätige Veranstaltungen und die können immer ein Ziel für Angriffe sein. Wir müssen darauf reagieren, indem wir Veranstalter entsprechend sensibilisieren, aber auch konkret ausbilden. Eine weitere Herausforderung ist die Notwendigkeit, immer „strategischer” zu werden. Immer weiter weg zu kommen von der Funktion als reiner Logistik-Dienstleister und hin zu einer Anerkennung der Tatsache, dass mit Meetings und Events hochwertige Ziele und Inhalte transportiert werden können. So kommen wir in den Dialog mit den Führungseliten und zu einer längst überfälligen Wahrnehmung als „Treiber und Entwickler“ und nicht nur als Kostenfaktor.

events: Haben Sie Tipps für Aussteller, wie sie das Beste aus ihrer IMEX-Teilnahme machen können?

Carina Bauer: Immer wieder: frühzeitige und gute Vorbereitung! Die IMEX sollte einen zentralen Platz im jährlichen Marketing-Plan einnehmen und auch Mitarbeiter-Trainings müssen darauf hinwirken, dass das Bestmögliche aus den drei Messetagen heraus geholt wird. Je besser wir die Ausstellerbedürfnisse und Ziele im Einzelfall kennen, umso besser können wir vom Organisations-Team mit Ideen und Beratung schon im Vorfeld unterstützend mitwirken. [4193]

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