Produkt: events Magazin 1/2020
events Magazin 1/2020
Sonderthema Nachhaltigkeit: Praktische Tipps zur Reduzierung des CO2-Footprints +++ Destinationen: Einladung nach Ras al Khaimah +++ Storytelling: Geheimwaffe oder überschätztes Instrument +++ BrandEx: Überzeugende Kommunikationsplattform
Die Wiener Ballsaison

Hoch-Zeit für attraktive Business-Events

Vom 21. bis 23. Februar 2020 und damit sozusagen „kurz vor Lockdown“ trafen sich Agenturchefs aus Deutschland und Österreich zum bilateralen Meinungsaustausch. Angeregt und begleitet vom Fachmagazin events und großzügig orchestriert vom Vienna Convention Bureau und der HOFBURG Vienna mit den Partnern Austrian Airlines, Le Méridien Vienna, dem DO&CO am Stephansplatz und nicht zuletzt der renommierten Tanzschule Elmayer. Highlight: Alles Walzer. Vorhang auf.

Silvesterball Hofburg Wien(Bild: ViennaPress / Andreas TISCHLER)Die deutschen Agenturprofis waren eingeladen und Wien zeigte seine Qualitäten als europäischer Top-Gastgeber für Business-Events. Wenn auch als kleiner Wermutstropfen krankheitsbedingt drei deutsche Last-Minute-Absagen zu beklagen waren. Es sind gerade kleine und mittlere Formate, die Christian Woronka, der Leiter des renommierten Vienna Convention Bureau, im Zuge der neuen Marketing-Strategie im Auge hat. Auf dem Sektor Großkongresse ist die Donaumetropole bekanntermaßen längst eine Weltmacht. Alle lokalen Partner hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um wichtigen deutschen Multiplikatoren gute Gründe für Wien einmal mehr nahezubringen.

Als Hotelstützpunkt wurde das Le Méridien am Robert-Stolz-Platz ausgewählt. Damit waren die Gäste erstklassig und fußläufig im Zentrum des Geschehens untergebracht, im imperialen Herzen von Wien sozusagen. Das Welcome-Get-Together fand in der gläsernen Rooftop-Rotunde im DO & CO am Stephansplatz statt mit Premiumblick auf den Stephansdom und vorzüglichem Catering. www.doco.com

Am Folgetag trafen sich die Agenturvertreter dann zum knapp vierstündigen Meinungsaustausch in der HOFBURG Vienna. Die begleitenden Partner genossen derweil ein kleines Privatprogramm. Anschließend und als Apéro zum Highlight der Reise war ein privater kleiner Walzer-Tanzkurs in der renommierten Tanzschule Elmayer organisiert. www.elmayer.at

HOFBURG Vienna
HOFBURG Vienna (Bild: L. Kirchgasser (l.), Hofburg Vienna (r.))

Finale Grande: Privilegiert in der Direktionsloge der HOFBURG Vienna trafen sich dann ab 20 Uhr alle wieder im Smoking und im Ballkleid zum großen Wiener Abschlussball der Ball-Saison 2020, dem Juristen-Ball. Er zählt zu den ältesten Traditionsbällen in Wien und stand in diesem Jahr unter dem Motto „Die Goldenen Zwanziger“. Eine rauschende Ballnacht, mit über 3.000 Gästen, großem Kino für Augen und Ohren und Champagnerstimmung bis weit nach Mitternacht rundeten ein Wien-Erlebnis der besonderen Art ab. Once in a Lifetime: Das muss man erlebt haben. Und es ist eine großartige Empfehlung, in der Ballsaison 2021 Kunden oder Mitarbeiter nach Wien einzuladen, wenn es wieder heißt: Alles Walzer. Die knapp dreitägige Blaupause mit deutschen und österreichischen Agenturen liegt hier vor!

Auszüge aus dem Roundtable in der HOFBURG Vienna

In Österreich ist die Kooperations-Kultur unter den Agenturen offenbar stärker ausgeprägt als in Deutschland und Zusammenarbeit führt offenbar häufig auch zu größeren Aufträgen. Aus Sicht der Agenturen werden Lücken gut gegenseitig ausgeglichen. Schön wäre noch etwas mehr „attention to detail“!

Roundtable_HOFBURG Vienna

Erik Kastner verweist im Ländervergleich auf die Struktur der Veranstaltungswirtschaft in Österreich. Einer Studie zufolge erwirtschaften 6.000 Unternehmen, davon 92% Einzelunternehmen etwa 3,3% des BIP und sichern 144.000 Arbeitsplätze. Auch in Österreich besteht allerdings das Problem, als Wirtschaftskraft bei der Politik Gehör für die Bedeutung der event-getriebenen Umsätze zu finden. Hohe Bedeutung wird dem Catering in Österreich beigemessen und alleine das Thema „Essen“ als isolierter Anlass für Events wahrgenommen. Essen wird zelebriert, auch bei reinen Foodfestivals. Bei der durchschnittlichen Veranstaltungsgröße variieren die Zahlen zwischen beiden Ländern kaum: Liegt sie in Österreich bei 300 bis 800 Teilnehmern, so sprechen die deutschen Agenturen von 150 bis 500 – zum Erstaunen der Österreicher, die die durchschnittlichen Veranstaltungsgrößen im Nachbarland höher eingeschätzt hätten. Alle österreichischen Agenturen attestieren bei der Gelegenheit der HOFBURG Vienna die perfekte Eignung für große Events.

Nachhaltigkeit führt ein Nischendasein

Leider werden nur etwa 10% der Veranstaltungen als Green-Events durchgeführt. Hauptsächlich aus Kostengründen. Damit ist die Veranstaltungswirtschaft ein Abbild der Gesellschaft. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich. Dabei ist den Agenturen klar: Wenn es sinnvolle Inhalte gibt, dann muss auch das Event sinnvoll gemacht werden, mit nachhaltigem Mehrwert und auf allen Ebenen Relevanz, statt Firlefanz abbilden. Der Mindchange ist zwar nach einhelliger Meinung notwendig, dennoch bleibt die Frage: Wie viel Nachhaltigkeit kann sich eine Agentur überhaupt leisten?

„War for Talents“ erfordert neue Arbeitsstrukturen

Die deutschen Agenturen erläutern neue Arbeitsmodelle, die sowohl Arbeitszeiten, flache Hierarchien und einen sehr toleranten Umgang mit den gewachsenen Ansprüchen junger Mitarbeiter an die Work/Life-Balance umfassen. Sehr unterschiedlich bewertet werden die Arbeitseinstellungen bei den Nachwuchskräften. Einig ist man sich aber darüber, dass mehr denn je eine klare Laufbahn vorgezeichnet werden muss und ein transparenter Führungsstil, Strukturierung der Arbeit, Systematisierung der Ausbildung und Beachtung der Work/Life-Balance beim Kampf um guten Nachwuchs mittlerweile unverzichtbar sind.

Bei aller Kritik: Die neuen Arbeitshaltungen der Youngster kann man nicht ändern, aber man kann an den notwendigen Strukturen arbeiten. Salopp und bildhaft ausgedrückt: Um dann von der Käfighaltung von gestern zur Freilandhaltung von morgen zu kommen. Insofern befinden sich die Agenturen in einem ständigen Veränderungsdruck, der zum einen von dem Thema Employer Branding ausgeht, aber auch zunehmend von den Kunden.

Allgemein beklagt wird, dass es für „Eventler“ immer noch keine einheitliche Nomenklatur gibt, sondern eine Vielzahl von Begriffen, die erst im Grundsatz einmal definiert werden müssen. Und zwar für Deutschland und Österreich, wo scheinbar „ein und dasselbe“ manchmal doch etwas ganz anderes bedeuten kann.

Trends? Es werden ständig neue „Events-Trends“ ausgerufen…

Darunter: Personal Branding (Datenmanagement), Food Fashion, Event-Design, Interaktion, Nachhaltigkeit, Event-Gamification, eSports, Social Teambuilding, Festivalisierung, Streaming usw.. Die anwesenden Agenturvertreter können mit diesen Buzzwords wenig anfangen. Das ist alles für sie nichts Neues oder gar Besonderes. Größtmögliche und zielgenaue Effizienz für den Kunden ist das, was zählt und dafür wird dann auch der jeweilige behauptete „Trend“ umgesetzt. Was aber eindeutig von allen bejaht wird: Live-Events sind mehr denn je Content-Marketing-Treiber für die Online-Kanäle. Eine saubere Bespielung aller passenden Kanäle, vor, während und nach einer Veranstaltung, darauf kommt es letztlich an, und eine gute Agentur liefert die Bullets, die dann alle Kanäle mitnutzen können. Live goes digital and digital goes live.

Dauerthema Pitch – im Grunde nichts Neues

Der richtige Umgang mit Pitches ist immer noch sehr umstritten. Die Agenturen stellen fest, dass meist nur etwa 10% der Summe bezahlt werden, die es regulär kosten müsste.

Detlev Wintzen von insglück verfolgt eine klare Strategie: „Wir haben zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit einer Teilnahme beim Pitch einen Kriterienkatalog mit zehn Positionen. Wenn die nicht bereits vorher im Wesentlichen erfüllt sind, erfolgt keine Teilnahme!“

Nach wie vor gibt es aber auch sogar namhafte Agenturen, die Pitches ohne Bezahlung angehen. Beim Ideenklau ist nach wie vor die Frage ungeklärt: Was ist wann schützenswert im Falle eines Falles? Der Königsweg gegen den Pitch-Wahn sind gute Rahmenverträge. Dazu gehört unabdingbar eine hohe Beratungskompetenz der Agenturen, die über die klassische Rolle des reinen Fullfillers weit hinausgeht. Wie Markus Illig ausführt, hat man dann auch keine Probleme mit der Einkaufsabteilung. Illig: „Die Einkäufer haben längst begriffen, dass man für erkennbare Sinnhaftigkeit auch Geld ausgeben muss!“.


Wichtige Kontakte für Veranstaltungen in Wien:


Teilnehmende FAMAB-Agenturen

Teilnehmende EMBA-Agenturen

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