Produkt: events Magazin digital 02/2018
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Maßnahmen, die Luft verschaffen vor den staatlichen Hilfspaketen

Hilfsangebote für Selbstständige, Freiberufler & Kleinunternehmer

Telefon(Bild: Negative Space - Pexels)Angesichts der anhaltenden Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland mussten viele Unternehmen in der MICE-Branche ihr Geschäft stark herunterfahren oder sogar ganz einstellen. Hart getroffen von der aktuellen Wirtschaftslage sind dabei auch Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer, deren Existenzgrundlagen jetzt bedroht sind. Auf welche Unterstützungsmaßnahmen sie in ihrer Situation hoffen dürfen, lesen Sie im folgenden Artikel.

Am 13. März 2020 haben das Bundesfinanzministerium und das Bundeswirtschaftsministerium ein Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen beschlossen, das ein Maßnahmenpaket in Milliardenhöhe vorsieht. Auf einer Pressekonferenz erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Oberstes Ziel der Wirtschaftspolitik in dieser Lage muss nun sein, Unsicherheit abzubauen. Kein gesundes Unternehmen sollte wegen Corona in die Insolvenz gehen, kein Arbeitsplatz sollte verloren gehen. Wir spannen daher ein umfassendes Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen.”

Das Schutzschild beruht auf vier Säulen:

  • Kurzarbeitergeld flexibilisieren
  • Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen
  • Hilfspakete in Milliardenhöhe der Kfw-Bank und der Landesbanken
  • Stärkung des Europäischen Zusammenhalts – hier geht es insbesondere um die internationale Bekämpfung der Infektionsverbreitung und die Stärkung der europäischen Banken.

Was können Selbstständige, Freiberufler & Kleinunternehmer tun?

Die Flexibilität der Steuern gilt für Freiberufler auch bei der Einkommenssteuer. So rät der BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V. – sich danach zu erkundigen. Ebenso könne bereits ab einem beschäftigten Mitarbeiter Kurzarbeitsgeld beantragt werden. Laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) und dem Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V. (VGSD) erhalten Selbstständige bei Dienstausfall durch das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten, ausgehend von ihrem Vorjahresgewinn eine Entschädigung. Dazu zähle auch eine Erstattung der Aufwendungen für soziale Sicherung bei privat Krankenversicherten (§ 56 und 58 IfSG). Allerdings gelte diese Verordnung nur, wenn man seinen Lebensunterhalt nicht durch Homeoffice bestreiten könne und der Dienstausfall aufgrund einer behördlich angeordneten Quarantäne entstehe.

Bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit müssten nach Angaben des BVMW Arbeitgeber ihren Beschäftigten sechs Wochen lang weiter Lohn bzw. Gehalt auszahlen. Unternehmen mit weniger als 30 Vollzeit-Beschäftigten müssten generell die Umlage U1 regelmäßig an die Krankenkasse entrichten, die in solchen Fällen zwischen 40 und 80 Prozent der Entgeltfortzahlung übernimmt. Jedoch bei ärztlich verordneter Quarantäne erstatten die Behörden die Lohnkosten gemäß Infektionsschutzgesetz (s. o.).

Unternehmer und Selbstständige könnten nach Angaben des Deutschlandfunks zudem beim Finanzamt die Stundung von Steuern oder eine Aussetzung von Steuervorauszahlungen beantragen. Liquidität verschaffen können sie sich z. B. durch einen Kredit, etwa um ihre laufenden Kosten wie Mieten zu bezahlen. Dazu müssten sie sich zunächst an ihre Hausbank wenden, die anschließend ihre Bonität prüft, auch wenn der Kredit teilweise oder ganz von öffentlichen Banken wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder Investitionsbanken bereitgestellt werde. Jeder Soloselbständige könne, so Deutschlandfunk, selbstverständlich im Notfall auch Hartz IV beantragen.

Doch was ist bei Dienstausfall wegen Kinderbetreuung? Durch die vorübergehenden Schließungen von Schulen und Kitas stehen Unternehmen oftmals weniger Mitarbeiter zur Verfügung. In Ausnahmefällen gebe es dort zwar teils Notfallbetreuungen, jedoch laut BVMW noch keine richtige Lösung von Seiten der Bundesregierung.


Tipp: Alle Selbstständigen, Freiberufler und Kleinunternehmer, denen aufgrund von COVID-19 Einkommen wegbricht, sollten offen mit ihrer Situation umgehen und zunächst einmal mit dem Finanzamt, der Krankenkasse, dem Vermieter, der Bank oder dem Steuerberater sprechen.


Der BVMW schlägt, bevor es zu staatlichen Hilfspaketen kommt, folgende Maßnahmen vor: 

  • Einnahmen vorziehen: Wenn Sie noch offene Rechnungen haben, sollten Sie dafür sorgen, dass diese schnellstmöglich beglichen werden. Hierbei heißt es also Kunden anrufen und um Verständnis in Zeiten des Coronavirus bitten.
  • Ausgaben zurückstellen: Für Sie als Unternehmer gilt das Gegenteil. Betriebsausgaben sollten verzögert und zurückgestellt werden. Außerdem sollten Sie in der Krise auf Skonti und Rabatte verzichten.
  • Vorhandene Überstunden abbauen
  • Minusstunden aufbauen
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