Editorial von Hans Jürgen Heinrich, Herausgeber events

Haben wir keine anderen Sorgen?!

In Kooperation mit dem Verband Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) und dem Bundesverband Sekretariat und Büromanagement e. V. (BSB) hat ein Dienstleister das Projekt „Frauen reisen anders“ ins Leben gerufen. Im Zuge des stetig wachsenden Frauenanteils bei Geschäftsreisen beschäftigen sich die Partner nun mit den aktuellen Anforderungen von Frauen auf Geschäftsreisen und starten eine Umfrage.

Heinrich

Nun, man darf ja mal fragen, aber dann muss auch eine andere Frage erlaubt sein: Wie viele Jahrzehnte Bemühungen um Gleichberechtigung brauchen wir eigentlich noch, um letztendlich in Teilbereichen immer wieder zu Fred und Wilma Feuerstein zurück zu eiern? Ich wittere die Geschäftsabsicht und ahne die Argumente: Sicherheit ist eines. Aber Entschuldigung bitte: Haben Männer (darunter auch alte und schwächliche :-)) keinen Anspruch auf beleuchtete Parkplätze in Eingangsnähe? Auf Sicherheit in Hotelfluren und -zimmern? Und weiterhin: Auf beleuchtete „Schmink“-Spiegel zum sauberen Rasieren und Augenbrauen zupfen oder Pickel vernichten? Sie werden lachen: Das soll es geben! Ist es ein Problem, neben Auto-Motor-Sport auch eine „Frauenzeitschrift“ auf das Zimmer zu legen? Ist ein vernünftiger, starker Fön auch für trumpsche Wallemähnen-Männer keine feine Sache? Und wer will eigentlich im Restaurant jetzt zu allen anderen Gender-Übeln auch noch ausgewiesene Frauen-Tische? Es geht doch um Hospitality-Kultur insgesamt und nicht um neue Trennungslinien. Die zugigen Schmuddel-Ecken für Raucher sind schon schlimm genug. Merke: Der Graus jeder guten und daher wie auch immer erfolgreichen Frau ist die Quotenfrau.

Dann die andauernde Beschäftigung mit der „Zukunft“. Wir wissen doch: Die Wissenschaft von heute ist der Irrtum von morgen. Im Hier und Heute gibt es ausreichend Regelungsbedarf. Auch in der MICE-Branche. Wie oft habe ich erlebt, dass Basics nicht funktionierten, während vollmundig über Trends und neue Technologien schwadroniert wurde. Häufig bei so genannten Podiumsdiskussionen, die an institutionalisierter Langeweile nicht zu überbieten sind. Da kracht es längst nicht mehr, da werden nur noch semantische Bäuerchen gemacht.

Generell sind es oft jene, die unser Vorausschauen in ihrem Sinne ökonomisch lenken wollen, die uns die Köpfe zu dröhnen. Dabei waren gute Leute im besten Sinne immer schon vorausschauend – sprich: nachhaltig, weil sie bei allen Maßnahmen immer auch das Morgen im Auge zu hatten. Wenn Sie denn durften und nicht in der Quartalsberichts-Falle saßen…

Nachhaltigkeit ist angekommen in der MICE-Welt. Das hat ein mit guten Praxis-Beispielen angereicherter FAMAB Sustainability Summit prächtig dokumentiert. Tolle junge Leute waren auf der Bühne, die an einer tragbaren Welt von Morgen werkeln. In der Industrie und bei Dienstleistern. Und ein „Alter“, der im besten Sinne altersgerecht einfach nur vernünftig und einsichtig handelt, hat Jung und Alt, Männlich und Weiblich begeistert: Michael Stober. Die Befähigung zu Nachdenklichkeit und ökologisch-ökonomischer Intelligenz ist alterslos und allemal besser als stumpfsinnig Häkchen zu machen auf grünen Glücksbärchi-Listen. Meine erleichterte Schlussbilanz des FAMAB-Summits: Wenn das härene grüne Oberlehrer-Fräckchen ausgezogen wird, kann sogar der skeptische Umwelt-Saulus die Wandlung zum CSR-Paulus regelrecht genießen. Sinnvoll handeln, Sinnloses unterlassen. Damit schließt sich der Kreis. In diesem Sinne ist dieses Editorial echte Kreislaufwirtschaft.

Die nächste events erscheint am 10. März 2017.

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