Produkt: events Magazin 04/2019
events Magazin 04/2019
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Statement zur aktuellen Wirtschaftslage

FAMAB schlägt Alarm: Politik muss Perspektiven schaffen

SOS

Ohne ein Einlenken der Politik werde die gesamte Veranstaltungsindustrie sterben. Kaum ein Unternehmen der Branche werde das dritte Quartal 2020 überleben. So heißt es von Seiten des FAMAB Kommunikationsverband e.V., der ein Massensterben gesunder Betriebe und mehrere zehntausend Arbeitslose befürchtet. Argumentativ untermauert durch eine Studie fordert der Verband die Politik auf, Perspektiven zu schaffen.

Die gesamte Veranstaltungsbranche in Deutschland sei laut FAMAB im März 2020 auf 0 gestellt worden. Grund: Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Die mittelfristigen Folgen dieses Shutdowns ließ der Verband durch das R.I.F.E.L. (Research Institute for Exhibition and Live-Communication) untersuchen. Die auf Basis von Branchenumfragen und Szenarien ermittelten Ergebnisse ließen ein Massensterben der Unternehmen der Branche befürchten. Im Worst-Case-Szenario müsse mit einem Umsatzverlust von nahezu 90% gerechnet werden. Selbst ein abgemildertes Szenarium zeige bereits einen Umsatzverlust in Höhe von fast 50%. Die Unternehmen der Branche hätten, so der FAMAB, alle Maßnahmen ergriffen, um die eigene Liquidität deutlich zu stabilisieren. Dennoch zeige sich, dass ganze Monate ohne Umsätze nicht im Rahmen von Reorganisationsmaßnahmen selbst kompensiert werden könnten.

Allen Unternehmen der Branche drohten daher erhebliche Verluste, was wiederum zu gravierenden, negativen Eigenkapitalbeständen am Ende des Jahres führen würde. Die Kompensation der Liquiditätsengpässe durch Fremdkapital müsse zudem kritisch bewertet. Die Kapitaldienstfähigkeit der Unternehmen sowie die Rückführung der Liquiditätsdarlehen zu den vereinbarten Konditionen sei in Frage zu stellen.

Dazu Jörn Huber (Vorstandsvorsitzender des FAMAB e.V.):

„Die Ergebnisse der Studie zeigen exakt die verheerende Lage der Branche. Wir wurden faktisch qua behördlicher Verfügung mit einem Verbot, unser Geschäft auszuüben, belegt. Ich kenne kein Unternehmen, das derzeit überhaupt nennenswerte Umsätze generieren kann. Leider erscheint mir der Worst Case der Studie mittlerweile eher als das realistischste Szenarium.

Alle Kolleginnen und Kollegen der Branche haben in den zurückliegenden Wochen einen großartigen Job dabei gemacht, ihren Unternehmen durch persönlich und unternehmerisch sehr harte Maßnahmen überhaupt einen gewissen Überlebenshorizont zu verschaffen. Ich kenne keine Kollegin und keinen Kollegen, der seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gutem Gewissen in die Kurzarbeit und damit in eine wirtschaftliche Notsituation sendet. Trotz aller getroffenen Maßnahmen werden wir alle in diesem Jahr erhebliche Verluste machen, die in der gesamten Branche zu negativem Eigenkapital führen wird. Natürlich können die Unternehmen sich derzeit – zumindest theoretisch und zu teils horrenden Konditionen – liquiditätsseitig über Wasser halten.

Das wird allerdings nicht viel bringen, wenn dieser Shutdown anhält. Es ist natürlich die Aufgabe der Politik, geeignete Maßnahmen zum Schutz der Menschen zu ergreifen. Aber es ist genauso die Aufgabe der Politik, der Wirtschaft dieses Landes eine Perspektive zu geben. Hierzu benötigen wir realistische Szenarien, wie das alles weiter gehen soll. Einen mittelständischen Unternehmer in dieser unverschuldeten Notsituation zu zwingen, sich, ohne Aussicht auf Verbesserung seiner Situation, über beide Ohren zu verschulden und dabei die gesamte Veranstaltungsbranche zu zombifizieren, ist sicher keine gute Politik. Sollte hier nicht schnellstens nachgeregelt werden, werden viele Unternehmer unserer Branche die dann einzig vernünftige Entscheidung treffen – und in die Insolvenz gehen.“


Hier geht’s zum Schadensbericht Veranstaltungbranche.

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