Trends und Prognosen für das kommende Jahr

Events werden 2018 teurer

Vortrag Kongress Konferenz
kasto – Fotolia

Weltweit sind im Jahr 2017 die Veranstaltungskosten pro Teilnehmer und Tag gestiegen. Mit einem weiteren Anstieg der Gesamtkosten ist auch für das kommende Jahr zu rechnen, wie der 2018 Meetings & Events Future Trends Report zeigt.

Die Trendprognose, die von CWT Meetings & Events, der Geschäftseinheit von Carlson Wagonlit Travel für das Veranstaltungsmanagement, herausgegeben wird, zeigt regionale Unterschiede, Preisprognosen sowie die neuesten Trends der Veranstaltungsbranche.

Cindy Fisher, Senior Vice President und Global Head von CWT Meetings & Events:

Weltweit steigen in den wichtigsten Märkten die Kosten für Veranstaltungen. Aufgrund der prognostizierten Preissteigerung von 3,7 Prozent bei Hotels und 3,5 Prozent bei Flügen ist auch im kommenden Jahr mit einer Fortsetzung des Preistrends zu rechnen.

Diese Entwicklung wird einen starken Einfluss auf einige der Top-Städte für Veranstaltungen, darunter London, São Paulo und Rio de Janeiro, haben. Einige der beliebten Eventlocations in diesen Städten könnten einen Buchungsrückgang verzeichnen.

Die Kapazitäten der Flugbranche werden im laufenden Jahr voraussichtlich weltweit um 7 Prozent steigen. Im kommenden Jahr ist mit einem Wachstum von 6 Prozent zu rechnen. Das Angebot an Zusatzangeboten ist für Reisende attraktiv, da sie in der Lage sind, aus mehreren Optionen und Tarifen auszuwählen. Auch im Hotelbereich gibt es Veränderungen: Hotels versuchen Einkäufer weg von fest verhandelten Raten hin zu dynamischen Tarifen für bestimmte Leistungen zu bewegen.

5 Tipps, um Veranstaltungen im kommenden Jahr zu verbessern:

Abgesehen von Preisprognosen, zeigt der Report auch die Trends der Branche und gibt Tipps, wie das Veranstaltungsmanagement verbessert werden kann.

  1. Konzentrieren Sie sich auf das „Warum“ – Setzen Sie sich klare Ziele und nutzen Sie diese, um das Budget festzulegen. Legen Sie einen klaren Schwerpunkt auf die Einbeziehung der Teilnehmer.
  2. Budget – Überlegen Sie sich zuerst, welchen Mehrwert die Veranstaltung generieren kann. Ein festgelegter Return on Investment ist ein Schlüsselfaktor für erfolgreiche Veranstaltungen.
  3. Das Teilnehmererlebnis – Gestalten Sie den Ablauf so einfach wie möglich für Ihre Teilnehmer.
  4. Technologie – Nutzen Sie Technologien, um die Kommunikation zu erleichtern und ihre Veranstaltung benutzerorientiert auszurichten.
  5. Sicherheit – Planen Sie das Thema Sicherheit (sowohl die physische als auch die Cyber-Sicherheit) von Beginn an ein.
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Die einzelnen Regionen im Detail:

Europa, Nahost und Afrika

Kosten steigen in der Region geringfügig (wenn man Inflation und Währungsschwankungen berücksichtigt), während die Wirtschaft in den meisten Ländern stagniert. In realer Hinsicht steigen die Kosten von Veranstaltungen stufenweise und dieser Trend wird 2018 anhalten.

Der Brexit könnte zu großen Veränderungen in Europa führen. Es ist aber noch zu früh, um sagen zu können, welche Auswirkungen der Brexit haben wird. Erst 2019 wird das Bild klarer werden, wenn Großbritannien offiziell die EU verlässt.

Im europäischen Hotelmarkt gibt es nicht so eine hohe Nachfrage nach Hotels wie in Nordamerika – dadurch entsteht kein Verkäufermarkt. Zudem teilen Hotels ihre Kosten über Zusatzangebote auf. Es gibt eine Verschiebung von festverhandelten Raten hin zu Preisobergrenzen. Gleichzeitig werden Tagungspauschalen von Raten abgelöst, die auf Zimmernutzung, Verpflegung, Technik, etc. basieren.

Laut Daten von Cvent sind die Top-Städte für Veranstaltungen in der Region:

  • London, Großbritannien
  • Barcelona, Spanien
  • Berlin, Deutschland
  • Amsterdam, Niederlande
  • Paris, Frankreich
  • Madrid, Spanien
  • Frankfurt, Deutschland
  • Rom, Italien
  • München, Deutschland
  • Prag, Tschechien

Es ist unmöglich, das Thema Sicherheit bei der Suche nach Veranstaltungsorten in der Region außen vor zu lassen. Viele Länder sind inzwischen mehr gefährdet, auch wenn sie eigentlich als sehr sicher gelten. Dazu tragen die Terroranschläge in Brüssel, London, Manchester, Paris und Barcelona bei – wenn auch nur kurzfristig.

Vor diesem Hintergrund werden Länder wie Italien und Portugal wieder beliebter, Portugal auch wegen seiner moderaten Preise. Deutschland und Großbritannien sind beliebt wie eh und je. Einige Städte wie Berlin, Düsseldorf, Köln und Wien, ziehen unabhängig vom Land mehr Besucher an.

Es gibt aber auch neue Ziele, die besonders für Incentives interessant sind. Dazu zählen Bordeaux, Toulouse und Palma de Mallorca, die allesamt in die Infrastruktur investieren und geringe Preise haben.

Nordamerika

Im laufenden Jahr sind in Nordamerika die Veranstaltungskosten pro Teilnehmer und Tag um 3 Prozent gestiegen. Im kommenden Jahr ist mit einem Anstieg der Hotel- und Flugpreise um 2,5 Prozent zu rechnen. Da auch Freizeitreisen in der Region zunehmen, könnten manche Hotels Gruppen-reservierungen in der Hochsaison einschränken.

Top-Städte für Veranstaltungen:

  • New York, USA
  • Toronto, Kanada
  • Cupertino/San Jose, USA
  • Chicago, USA
  • Indianapolis, USA
  • San Francisco, USA
  • Austin, USA
  • Houston, USA
  • Orlando, USA
  • Las Vegas, USA

Destinationen wie Hawaii, Washington DC und Nappa Valley bleiben für Events beliebt. Durch das erweiterte Hotelangebot werden auch einige Städte in Arizona mehr Buchungen verzeichnen. Solange allerdings die Nachfrage das Angebot übersteigt, wird es kaum Verschiebungen geben.

Lateinamerika

Die Veranstaltungskosten der Region sind im laufenden Jahr um 1 Prozent gestiegen. Für das kommende Jahr wird insgesamt mit einem geringen Anstieg der Hotel- und Flugpreise gerechnet – es könnte aber bedeutsame regionale Unterschiede geben.

Im Hotelbereich wird ein Trend – besonders in Argentinien – ersichtlich, bei dem Eventveranstalter weniger Luxusunterkünfte dafür aber mehr Zusatzangebote wie bessere Verpflegung oder Wi-Fi buchen. Dies führt zu einer gesteigerten Nachfrage bei Mittelklassehotels in der gesamten Region. Es kann mit einer Preissteigerung von 3 – 5 Prozent bei Hotels in beliebten Märkten, wie Kolumbien und Mexiko, gerechnet werden, insgesamt wird ein Preisanstieg von 2 Prozent erwartet.

Top-Städte für Veranstaltungen:

  • São Paulo, Brasilien
  • Rio de Janeiro, Brasilien
  • Mexico City, Mexico
  • Bogota, Kolumbien
  • Buenos Aires, Argentinien

Im kommenden Jahr ist in Brasilien mit einer reduzierten Gruppengröße um 20 Prozent zu rechnen, da die Wirtschaft geschwächt ist und Kunden mit weniger Budget nach Lokationen im eigenen Land suchen. Bedingt durch das Angebot neuer Hotels nach den Olympischen Sommerspielen, werden in Rio de Janeiro 2018 viele Veranstaltungen ausgerichtet. Sicherheitsbedenken verlangsamen allerdings das Wachstum der Stadt als Eventdestination.

Hotelentwicklungen und Sanierungen in Kolumbien machen das Land zu einem beliebten Ziel für die US-Eventbranche. Beispielsweise gibt es verbesserte Hotel- und Kongressangebote in Medellin. Die Kaffeeregion wird immer attraktiver, weil sie besonders ist und die Kosten niedrig sind.

Auch andere, noch unbekanntere Destinationen, werden für die Branche interessant. Dazu zählen die exotische Atacama Wüste in Chile, genauso wie die Iguazú Wasserfälle an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien.

Asien-Pazifik

Die Veranstaltungskosten sind im laufenden Jahr um 5 Prozent angestiegen. Im kommenden Jahr werden die Preise um 3,5 Prozent bei Hotels und 2,5 Prozent bei Flügen steigen.

Hotels bleiben weiterhin die wichtigste Eventlokation der Region, besonders in China, wo wöchentlich neue Hotels eröffnen. Die Ausnahmen bilden Australien und Neuseeland, da es dort kaum Entwicklung im Hotelbereich gibt und die Nachfrage für einzigartige Veranstaltungsstätten hoch ist.

Trotz der stetigen Neueröffnungen in China, steigen die Hotelpreise dort, da es eine gesteigerte Nachfrage sowohl bei Geschäfts- als auch bei Freizeitreisen gibt.

Top-Städte für Veranstaltungen:

  • Singapur
  • Sydney, Australien
  • Bangkok, Thailand
  • Kuala Lumpur, Malaysia
  • Hong Kong
  • Schanghai, China
  • Melbourne, Australien
  • Tokio, Japan
  • Mumbai, Indien
  • Seoul, Südkorea

In der gesamten Region Asien-Pazifik schränken Sicherheitsbedenken die Reisefreudigkeit ein. Außerdem haben Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Thailand mit geopolitischen Herausforderungen zu kämpfen.

Viele verschiedene Hotelketten sowie geringe Sicherheitsbedenken sorgen dafür, dass China eine attraktive Destination für Veranstaltungen geworden ist. Darüber hinaus hat die Richtlinie der chinesischen Regierung, die vorgibt, dass nur lokale Hotels genutzt werden zu dürfen, zu fallenden Preisen geführt.

Singapur bleibt dank seiner Anzahl an Lokationen und exzellenten Fluganbindung nach wie vor ein Hauptzentrum für Veranstaltungen. Aber auch Südkorea und Vietnam rücken immer mehr in den Fokus als Destination, besonders da die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang in Südkorea ausgetragen werden.

Taiwan ist ebenfalls im Aufwind. Allerdings benötigen chinesische Staatsbürger eine spezielle Genehmigung zur Reise dorthin. Das führt, ungeachtet neuer Hoteleröffnungen, zu stabilen Preisen.

Die Kosten in Tokio sind höher als in anderen Teilen Japans. Kyoto, Okinawa und Osaka werden immer beliebter – besonders für Reisende aus der Region Asien-Pazifik, die die Ziele per Direktflug erreichen können.

Den gesamten Report können Sie hier kostenlos herunterladen.

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