Tourismus läuft verhalten wieder an

Deutschlandtourismus noch nicht über den Berg

Berlin Hauptbahnhof(Bild: Morgengry - pixabay)Auch wenn viele Grenzübergänge aufgrund der Coronapandemie derzeit noch geschlossen sind, läuft der Tourismus in Deutschland schrittweise wieder an. Mit regional unterschiedlichen Regelungen und Standards ist es deutschen Gästen wieder erlaubt, innerhalb des eigenen Landes zu reisen. Von Normalität und wirtschaftlicher Sicherheit sei der Deutschlandtourismus jedoch noch weit entfernt, so der Deutsche Tourismusverband (DTV).

„Zusätzliche Auflagen und Hygienemaßnahmen sowie die teilweise Beschränkung der Belegungskapazität führen zu enormem Mehraufwand und gleichzeitig zu Einbußen für die Anbieter. Wenn eine Umfrage dann auch noch zeigt, dass 50 % der Deutschen diesen Sommer gar nicht erst in Urlaub fahren wollen, ist das alarmierend“, so DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz. Daher forderte der Verband die Wirtschaftsminister von Bund und Ländern erst kürzlich dazu auf, einen Rettungsschirm für den Deutschlandtourismus auf den Weg zu bringen. Er soll u. a. ein Soforthilfeprogramm des Bundes mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen für alle existenzbedrohten Tourismusakteure mit 11 bis 249 Arbeitnehmern enthalten, um Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken und Arbeitsplätze zu erhalten. Darüber hinaus sieht der DTV auch den von Bundesfinanzminister Scholz ins Spiel gebrachten Rettungsschirm für die Kommunen als wesentlichen Baustein zum Erhalt der touristischen Infrastruktur in Deutschland.

Auch die vor Wochen angekündigten bundesweit einheitlichen Regelungen von Standards und Vorschriften stünden immer noch aus, so der DTV. „Auch wenn regionale Unterschiede vor Ort notwendig und richtig sind, braucht es gemeinsame Abstands- und Hygienekonzepte für die schrittweise Öffnung touristischer Betriebe – zum Wohl von Gastgebern wie auch zur Sicherheit und Klarheit der Gäste. Die Wirtschaftsminister haben es jetzt in der Hand, den Deutschlandtourismus, seine wirtschaftliche Bedeutung und seine Rolle als Arbeitgeber gerade auch in ländlichen Regionen zu sichern und zu stärken“, sagt Norbert Kunz.

Geschäftsreisen nur in Ausnahmefällen

Im Rahmen einer Barometerumfrage erfasst der Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) alle 14 Tage die Stimmungslage der deutschen Wirtschaft beim Thema Geschäftsreisen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der befragten Wirtschaftsunternehmen sowie Organisationen/Institutionen mit Geschäftsreisenden (ordentliche VDR-Mitglieder), die dienstliche Fahrten ausnahmslos verbieten, deutlich gesunken ist. Stand 25. März hatten noch 42,0 % über ausnahmslose Verbote gesprochen, Stand 15. Mai sind es lediglich 12,1 %. Jedoch erlauben 75,7 % der Unternehmen derzeit Geschäftsreisen generell nur in begründeten Ausnahmefällen. Dazu zählen z. B. Notfall-Kundenkontakte bei Außendiensttechnikern, geschäftskritische Termine und Termine der Geschäftsleitung.

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