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Corona bremst Erfolgswelle, investiert wird dennoch

Deutsche Messe übertrifft Geschäftsziele in 2019

Deutsche Messe(Bild: Deutsche Messe/Thomas Koy)Die Messegesellschaft hat das vergangene Jahr überplanmäßig gut abgeschlossen, hieß es im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung des Unternehmens Ende Mai. Mit einem Umsatz von 346 Mio. Euro und einem Ergebnis von 14,5 Mio. Euro übertreffe man die ursprünglichen Planungen für 2019 deutlich, so Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe. Das Konzernergebnis liege damit rund 5 Mio. Euro über dem Planwert.

Gründe für das gute Gesamtergebnis seien zum einen die positive Entwicklung der Großmessen in Hannover, die alle im Ergebnis besser gelaufen seien als prognostiziert. Zum anderen sorgten die Aktivitäten im Ausland für einen ebenfalls überplanmäßigen Erfolg. Auch der Start ins Geschäftsjahr 2020 war für die Deutsche Messe zunächst sehr erfolgreich. So überzeugte z. B. die Bodenbelagsmesse DOMOTEX im Januar mit einer hohen Aussteller- und Besucherzufriedenheit.

Corona bremst Erfolge in 2020 aus

„Im Rahmen unserer Neugeschäftsoffensive standen für 2020 elf neue Messen am Standort Hannover in den Startlöchern. Im Ausland waren zwölf Messepremieren geplant“, erklärt Köckler. „Die positiven Vorzeichen wurden jedoch durch das Auftreten des Corona-Virus in Gänze aufgehoben.“

Seit Mitte März 2020 finden keine Veranstaltungen mehr auf dem Messegelände in Hannover statt. Die nächste Großmesse wird laut derzeitigem Stand die EuroBLECH vom 27. bis zum 30. Oktober sein. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden arbeite man an einem Sicherheits- und Hygienekonzept, das Messen auch in Zeiten von Corona möglich machen soll, so Köckler. „Wir können auf unserem Gelände für die notwendige Gesundheitssicherung sorgen, damit unsere Aussteller ihren Geschäften nachgehen können“, so Messevorstand Dr. Andreas Gruchow, der u. a. das Geländemanagement der Deutschen Messe verantwortet. „In dieser Krise kommt es gerade jetzt auf Wirtschaftsförderung und Geschäftskontakte an.“

Geprüft wird, die Abstände zwischen den Ständen sowie die Gangbreite zu vergrößern. Gleichzeitig können die Besucherzahlen bereits an den Eingängen geregelt werden und es sollen strenge Hygieneregeln gelten: auf Abstand achten, kein Händeschütteln, Mundschutz, häufiges Hände-Waschen und -Desinfizieren. Vorträge vor versammeltem Publikum könnte man in Anbetracht der Coronalage komplett aus dem Programm streichen, ebenso Standpartys. In nächster Zeit müssten Messen allein auf ihre Kernfunktion reduziert werden, nämlich Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, so Gruchow.

Investitionen in 5G

Trotz Krisensituation müsse man für einen Vorsprung und Alleinstellungsmerkmale in der Branche gerade jetzt weiter ins Geschäft investieren, erklärt Köckler. Darunter falle z. B. der Ausbau von 5G. Die Deutsche Messe verfolgt das Ziel, das Messegelände in den Hallen und im Freigelände schnellstmöglich mit einer flächendeckenden 5G-Infrastruktur auszustatten. Die Investitionen dafür belaufen sich in den Jahren 2020 bis 2022 auf insgesamt 12 Mio. Euro. Die Weiterentwicklung des Messegeländes zum „Smart Venue“ bedeutet für das Unternehmen eine Erweiterung des Geschäftsmodells und ermöglicht neue Umsatzpotenziale.

Belit Onay ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung wurde Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Messe gewählt. Dabei hob er die Bedeutung der Messe als Wirtschaftsfaktor für Stadt, Region und Land hervor: „Die Deutsche Messe AG ist eines der ganz großen Wirtschaftsunternehmen in Hannover. Die in Hannover durchgeführten internationalen Investitionsgütermessen erhöhen den Bekanntheitsgrad und die Attraktivität der Stadt auf internationaler Ebene. Die durch Ausstellende und Besuchende induzierte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sowie die Möglichkeit der örtlich vereinfachten Kontaktpflege für die regionalen Wirtschaftsunternehmen trägt zur Sicherung der führenden Position der Wirtschaftsregion Hannover im norddeutschen Raum bei. Durch die Messeaktivitäten in Hannover ergeben sich wesentliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte in der Region Hannover, was den Charakter der Deutschen Messe AG als ein Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung belegt. Gemeinsam wollen wir dafür kämpfen, dass das auch unter den bedrückenden Bedingungen so bleibt, die durch die Corona-Krise für Messe und Stadt zu erwarten sind.“

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