Trotz Tabuisierung:

Deutsche Berufstätige befürworten Gehaltstransparenz

Gehalt Preis Geld
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Das eigene Gehalt gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Deutschen. Auch deshalb fehlt Berufstätigen bei Gehaltsrunden oder Karriereentscheidungen häufig eine Orientierung über die Verhandlungsspielräume. Das könnte jedoch bald der Vergangenheit angehören.

Am 1. Juli 2017 wird voraussichtlich das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit in Kraft treten und damit in der Wirtschaft für gesteigerte Gehaltstransparenz sorgen. Das berufliche Online-Netzwerk XING hat in diesem Zusammenhang 2.024 deutsche Berufstätige nach ihrer Meinung zur Gehaltstransparenz befragt.

Rund 38 Prozent der Deutschen sind eindeutig für mehr Gehaltstransparenz 

Das Ergebnis: Der überwiegende Teil der Befragten steht einer neuen Offenheit in Sachen Gehalt positiv gegenüber. Rund 38 Prozent der Berufstätigen bekennen sich eindeutig zu einer gesteigerten Gehaltstransparenz und signalisieren damit auch die Bereitschaft, die eigenen Einkommensverhältnisse offen zu legen. Weitere 39 Prozent der Berufstätigen unterstützen das Vorhaben etwas verhaltener („Ja, eher schon“), aber zeigen sich immerhin aufgeschlossen für die Initiative, um mehr Lohngerechtigkeit zu ermöglichen. Damit befürworten in Summe immerhin rund 77 Prozent der Befragten Gehaltstransparenz in unterschiedlichen Abstufungen.

Frauen unterstützen Transparenz stärker als Männer 

Während mehr als 80 Prozent der weiblichen Befragten zum Ja-Lager gehören, unterstützen nur rund 74 Prozent der Männer eine umfassende Transparenzoffensive in Geldfragen. Zwei von drei Befragten (65 Prozent) zeigen sich zudem überzeugt, dass Gehaltstransparenz ein Mittel ist, um geschlechterspezifische Gehaltsunterschiede zu eliminieren. Insgesamt geht jeder fünfte Befragte (18 Prozent) fest davon aus, dass es geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der Bezahlung im eigenen Unternehmen gibt.

Auffällig dabei: Während jede fünfte weibliche Befragte (21 Prozent) glaubt, dass Frauen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, sind nur rund 12 Prozent der männlichen Befragten der Ansicht, dass weibliche Beschäftigte benachteiligt werden.

Jeder dritte Befragte verrät sein Gehalt nicht einmal dem eigenen Partner 

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen aber auch, dass zwischen Wunschvorstellung und Realität ein großer Unterschied besteht. So spricht ein knappes Drittel (29 Prozent) der Befragten nicht einmal mit dem eigenen Partner über das eigene Gehalt. Eine ähnliche Diskretion existiert gegenüber Eltern oder Freunden. Fast die Hälfte der Deutschen redet nicht mit den Eltern (44 Prozent) offen über Gehaltsangelegenheiten. Etwas transparenter sind die Befragten gegenüber Freunden, mit denen immerhin 40 Prozent der Befragten über ihre Einkommensverhältnisse sprechen.

Obwohl eine innerbetriebliche Offenlegung von Gehältern für viele vorstellbar ist, sieht die Wirklichkeit auch hier anders aus. So geben etwa drei Viertel (76 Prozent) der Befragten an, dass sie ihr Gehalt nicht gegenüber Kollegen preisgeben. Fast jeder Zehnte (9 Prozent) gibt sich zudem vollständig verschlossen und spricht mit niemandem über den eigenen Gehaltsscheck.

Insgesamt sind die Deutschen mit ihren Gehältern im Großen und Ganzen zufrieden. So empfindet fast die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer (44 Prozent) ihr Gehalt für ihre Position als angemessen. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) denken, dass sie für ihre erbrachten Leistungen fair entlohnt werden und 69 Prozent der Befragten gaben an, von ihrem Gehalt gut leben zu können.

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