Die Frisur sitzt. Der Schuh drückt.

„Der Schuh der Gala“

High-Heels-Stiletto-Pumps

Die Frisur sitzt. Der Schuh drückt. Um es gleich vorweg zu sagen: Als Geschäftsfrau, Veranstaltungsplanerin oder Reise-Journalistin haben wir es nicht leicht!

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Dabei beginnt es nicht erst beim Check-in, wenn wir zu nachtschlafender Zeit unser Flugzeug entern wollen und stattdessen erst einmal unter mitleidigen Blicken am Schalter brav unser „Übergepäck“ bezahlen. Nein, bereits Nächte zuvor schreckt Frau aus dem Schlaf und grübelt darüber nach: „Die nehm’ ich mit, die nehm’ ich nicht mit, die nehm’ ich mit…!“

Durchschnittlich 13 Paar Schuhe nennt jeder Deutsche sein Eigen, wobei die Herren den geringeren Anteil zu dieser Statistik beitragen. Ungefähr sechs Paar davon nehmen wir Frauen auf kurzen Reisen mit. „Be prepared“, lautet denn auch unser Credo und wir versuchen damit den leichtfüßigen Spagat zwischen Red Carpet-Schuhwerk und solchem im Birkenstock-Look für den berühmten Eselsritt über die Anden oder die große Wanderung von einer Location zur nächsten.

Diesen Stress kennen die Herren der Schöpfung beileibe nicht. Ein „braun-grauschwarz-braunes“ Modell (Danke Loriot!) mit Einheitsabsatz reicht unseren männlichen Kollegen stets aus. Praktisch, glamourös und pflegeleicht: anspruchsvolle Attribute vereint in einem Schuh – für uns Frauen ungefähr so unmöglich wie ein zufälliges Treffen mit George Clooney.

Böse Zungen behaupten, dass Damen ihre Schuhe nur nach dem Aussehen und nicht mit Verstand kaufen. Aber, selbst bei Vernachlässigung aller modischen Aspekte: Welches Schuhwerk hält schon eine Iglubesichtigung am Polarkreis genauso gut aus wie eine durchtanzte Nacht im kleinen Schwarzen? Keins! Und da wir keine robusten Rentierlappenschuhe zum Abendkleid tragen wollen und schon gar nicht mit High Heels á la Manolo Blahnik den frisch ausgelegten Messeboden zu perforieren wagen, brauchen wir ihn endlich, den idealen Schuh: mit „versenkbarem“ Absatz!

Endlich müsste Frau nicht mehr den ganzen Tag auf Stilettos umherlaufen oder sportiv aussehen wie frisch dem Leichtathletiktraining entkommen. Wir könnten situations- und stimmungsabhängig die Höhe unserer Absätze selbst anpassen, wann immer wir wollen oder es nötig ist. In der Bestausstattung mit antirutschfestem Profil für alle Bodenbeläge, die uns an so manchem Reisetag über Stock und Stein begegnen.

Auch, falls wir uns längst damit abgefunden haben, im Geschäftsoutfit und mit Blockabsatz durch den Messetag zu wandern, ausziehen wollen wir die flachen Treter alle spätestens dann, wenn die große Gala naht. Vorbei die Zeit des Sonnenkönigs, in der nur Adelige und Könige rote Schuhe tragen durften.

Also liebe Schuhindustrie: Nichts wie her mit dem neuen Innovationsschuh mit individuell variablem Absatz – manuell, Batterie betrieben oder übers Smartphone regulierbar! Flugs einen Prototyp herstellen, Patent anmelden und dann gebt ihn uns endlich: In möglichst vielen aufregenden Farben, verschiedenen Ausführungen und Größen natürlich. Wir versprechen auch – wie unsere österreichischen Nachbarinnen – weiterhin sechs neue Paar Schuhe jedes Jahr zu kaufen. Mindestens…!

Übrigens: Auch Salvador Dalí war schon fasziniert vom „Gala Schuh“! So entstand das „Objet escatologique de fonctionnement symbolique“. Eine Komponente dieses Werkes ist ein getragener, roter Schuh, den er sich aus dem mehr als gut bestückten Schuhschrank seiner Frau Gala entliehen hat. Den Herren sei an dieser Stelle gesagt: Nachahmung nicht empfohlen! Beim Schuhwerk verstehen wir Frauen keinen Spaß – weder auf Reisen noch im Namen der Kunst!

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Aber es gibt doch schon den Schuh mit den auswechslebaren Absätzen:
    http://www.mimemoi.com

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