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Das denken Eventplaner über Design Hotels

Design-Architektur

Design und Architektur begegnen uns in der Veranstaltungsbranche überall. events hat nachgefragt bei Agnieszka Zwiefka, Vorstand Roadtrack AG, Andreas Schmitz, Business Development & Eventmanagement Global Union, Events & More  und Göran Göhring, Geschäftsführender Partner stagg & friends, wissen, was sie über Design Hotels denken.

Design-Hotels-Eventplaner
v.l.n.r.: Agnieszka Zwiefka, Andreas Schmitz, Göran Göhring

Welche Kriterien muss ein Design Hotel erfüllen?

Agnieszka Zwiefka: Ein Design Hotel muss sehr individuell und hochwertig sein, fern der gängigen Hotelketten – ein echtes Unikat. Das spiegelt sich sowohl in dessen Architektur, Raumaufteilung und -zuordnung, Service-Orientierung und Speisen- und Gastronomie-Konzepten wider. Die Zimmer sind bis hin zu den Badezimmern ebenfalls sehr individuell und/oder ausgefallen-elegant eingerichtet.

Andreas Schmitz: Ein Design Hotel muss innovativ und schick zugleich sein. Es hat ein Raumkonzept fast wie in einem Museum der modernen Kunst. Das Personal ist eloquent, integer, elegant oder hip (z. B. Tattoos sind sichtbar), intelligent, charmant und offeriert eine hohe, unkomplizierte Hilfsbereitschaft. Es sollte die entsprechende Stilrichtung charaktervoll mit Leben füllen können.

Innovative Ideen in der Gestaltung des Hauses im Allgemeinen sowie in den Zimmern sollten möglichst in einer Stilrichtung sein. Sind es zwei, dann gerne mit rafnierten Übergängen (z. B. historische Grundmauern zu modernem Interieur). Außerdem erwarte ich den neuesten Stand der Technik mit unkomplizierten, aber innovativen Bedienelementen, z. B. beim Check- in und den Meeting-Räumen.

Göran Göhring: Design Hotels sind etwas Tolles und ich liebe es, in solchen Häusern zu übernachten – das ist immer ein Erlebnis. Ich probiere auch regelmäßig neue Hotels aus, übernachte selten zweimal am selben Ort im gleichen Hotel. Bevor wir als Agentur ein spezielles Haus für Events vorschlagen können, müssen wir allerdings erst folgende zwei Kriterien prüfen:

1. Die Eignung für Gruppen: Es bringt nichts, wenn das Konzept eines Hotels auf einem Boutique-Ansatz beruht, der klar auf Einzelpersonen abzielt. Für Events sollten schon ein gutes Prozess-Management und ein gruppenbezogenes Selbstverständnis da sein.

2. Die Servicequalität: Nur wenn diese einem gewissen Standard entspricht, kommt ein Hotel überhaupt in Frage. Zudem muss man sich auf getroffene Absprachen mit dem Management verlassen können. Sind diese beiden Punkte nicht erfüllt, dann kann das Hotel noch so schön sein. Man tut sich keinen Gefallen damit, denn die Probleme und eventuellen Eskalationen im Prozess-Management und in der Organisation fallen schnell auf die eigene Agentur zurück.

Zitat-design-hotel

Welche Design-Richtung bevorzugen Kunden? Welches Design passt zu welcher Veranstaltung?

Agnieszka Zwiefka: Es kommt sehr auf die Zielgruppe an: Für junge und hippe Manager passt ein modernes und bezahlbares Haus mit vielen modernen Gadgets. Es gibt z. B. keinen typischen Empfang, sondern die Rezeption entspricht einer Bar, ein Billardtisch steht um die Ecke und die Lounges laden zum Verweilen beim After-Work-Chillout ein, ohne dass man das Haus verlassen muss. Gediegenen Kunden gefallen eher historische und hochwertige, jedoch nicht verstaubte und konservative Hotels.

Andreas Schmitz: Es hängt von der geplanten Veranstaltung ab. Für Incentive-Kunden oder kreative Meetings eignen sich z. B. Design-Themen-Hotels. Das können Häuser im Theater- oder Film-Look sein, die inspirieren und gleichzeitig auch einen hohen technischen Standard bieten. Gut aufgehoben für ein strategisches Meeting ist man in einem Design Hotel mit wenig Ablenkung durch Ausstellungsstücke und Schnick-Schnack.

Göran Göhring: Da gibt es keine generelle Regel. Entscheidend ist, dass ein Hotel zur Marke und zum Produkt passt. Nehmen wir das Beispiel Audi: Die Marke passt nicht in ein „Plüsch-Design-Hotel“, sondern eher zu einem Haus mit klaren Linien und sehr modernem Design.

Wo liegt die monetäre Schmerzgrenze pro Designer-Zimmer bei Gruppen?

Agnieszka Zwiefka: Das hängt sehr von der Branche oder Gruppe ab. Je größer die Gruppe, umso niedriger das Budget pro Person. Hier liegt die Spanne zwischen 100 bis 150 Euro. Wenn die Gruppe klein ist (unter 50 Personen), sind die Budgets großzügiger und können bis zu < 300 Euro betragen. Ein anderer Gesichtspunkt ist, ob die Gruppe aus Mitarbeitern bzw. unternehmensinternen Personen besteht, bzw. ob es sich um eine Kundenveranstaltung handelt.

Andreas Schmitz: Grundsätzlich müssen Design Hotels nicht zwingend teurer sein, denn die Erfahrung zeigt, dass sie sich kurioserweise preislich genauso im Wettbewerb mit klassischen Häusern befinden. Zimmerraten von 140 Euro bis 220 Euro sind eine übliche Spanne für unsere Kunden.

Design Hotels sind eine eindeutige Frage des Geschmackes. Im Rahmen des Budgets und der Destination akzeptieren Kunden Raten, die ihnen im Preisvergleich fair erscheinen. Wenn ein bestimmtes Hotel unbedingt genommen werden soll, darf die Rate auch bis zu 20% über der vermeintlichen Vergleichsrate liegen.

Göran Göhring: Hier existiert keine obligatorische Schmerzgrenze. Entscheidend ist die Zielgruppe des Events. Für Vertriebsveranstaltungen werden grundsätzlich andere Hotelkategorien gewählt als etwa für Presse-Events. Und das, obwohl es sich um die gleiche Marke oder das gleiche Produkt handelt. Diesen Budgetpunkt abzufragen, ist bei uns immer Bestandteil des Re-Briefings, bevor wir mit der Konzeption einer Live-Experience beginnen.

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