Gedämpfte Preisentwicklung

CWT-Studie: Wie teuer werden Geschäftsreisen in 2020?

Geschäftsreise_Koffer_Flughafen(Bild: StelaDi - pixabay)Für das kommende Jahr können sich Travel Manager u. a. auf fallende Flugpreise sowie steigende Hotel- und Mietwagenraten in Deutschland einstellen. Generell sollten sie die wirtschaftspolitische Lage je nach Land und Region auf dem Radar haben sowie dynamische Raten, neue Technologien und den wachsenden Fokus auf Mitarbeiter und Klimawandel. Diese Ergebnisse resultieren aus einer Studie der globalen Geschäftsreisemanagement-Plattform CWT, anhand der Preis-Prognosen für geschäftliche Reisen in 2020 aufgestellt wurden.

Preisprognosen 2020 Westeuropa_CWT(Bild: CWT)Flugpreise würden tendenziell um 2,2 Prozent in Nahost und Afrika ansteigen, um über 0,5 Prozent in Westeuropa sowie in Osteuropa um bis zu 0,2 Prozent fallen. In Deutschland sollen die Preise sogar um 1,9 Prozent reduziert werden. Regionale Unterschiede wird es laut CWT auch bei den Hotelraten geben: Während sie in Nahost und Afrika voraussichtlich um 2,5 Prozent steigen, ist in West- und Osteuropa mit einem Anstieg von 0,7 Prozent zu rechnen. Die Preise für Mietwagen würden in Osteuropa höchstwahrscheinlich um 1,5 Prozent anziehen, im übrigen europäischen Gebiet durchschnittlich um nur 0,5 Prozent. Österreich liegt mit einem voraussichtlichen Preisanstieg von 2,3 Prozent über dem Durchschnitt.

Laut CWT seien die vorhergesagten Preise mit einigen Unsicherheiten verbunden, die unterm Strich für eine gedämpfte Preisentwicklung in 2020 sorgen werden. Aktuelle Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Klimawandel würden das globale Wirtschaftswachstum abschwächen und der GEPU-Index, der die wirtschaftspolitische Unsicherheit in 20 Ländern weltweit erfasst, sei bereits in diesem Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen. So würden Faktoren wie Handelskriege, steigende Ölpreise, eine globale Rezession, Währungsinstabilität und der bevorstehende Brexit das Geschäftsreisesegment beeinflussen. Mit Fortschritten in Technik und Datenwissenschaft könne man jedoch als Unternehmen auf die Auswirkungen reagieren und für Zufriedenheit, Sicherheit und Produktivität der Reisenden sorgen.

Einflussfaktoren auf Geschäftsreisen

CWT kam zu dem Ergebnis, dass immer mehr Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Reiseprogramme auf das Wohlbefinden der eigenen Mitarbeiter achten würden. So befinden 77 Prozent der Einkäufer eine auf die Reisenden ausgerichtete Richtlinie als wichtig für die Mitarbeiterbindung. Nicht zuletzt, weil ein attraktives Arbeitsumfeld dabei helfe, fähiges Personal zu halten.

Der Klimawandel werde nach Angaben von CWT mit der Zunahme von Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen, Erdbeben und Überschwemmungen auch die Geschäftsreisebranche nicht verschonen. Denn Auswirkungen wie diese könnten dazu führen, dass es auf dienstlichen Ausflügen häufiger zu Zwischenfällen käme, die Risiken für Gesundheit und Sicherheit mit sich brächten. Auf der anderen Seite würde der Klimawandel den Ausbau von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie den Bahnverkehr fördern, sodass Geschäftsreisende, die auf eine umweltschonende Beförderung achten, vor allem bei innereuropäischen Reisen Zugfahrten in Betracht ziehen sollten.

Bei Hotelketten zeichne sich eine Verlagerung von festen, ausgehandelten Tarifen bis hin zu dynamischen Preismodellen ab. Volumenrabatte würden bei bestimmten Hotels spärlicher ausfallen und Travel Manager hätten es schwieriger, Reisenden eine klare Richtung zu weisen. Um attraktive Rabatte und niedrige Raten zu sichern, könnten dezidierte Empfehlungen an Reisende jedoch sinnvoll sein: So sollte man etwa Destinationen mit niedrigen Hotelkapazitäten möglichst nur in der Nebensaison buchen und generell ausreichend im Voraus, um günstige Raten beziehen zu können.

71 Prozent der Geschäftsreisenden weltweit begrüßten Reise-Innovationen: So würden sich viele Unternehmen aktuell um die Digitalisierung ihrer Reise-Services und -prozesse kümmern. Produktivität und Sicherheit könne man durch Entwicklungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Blockchain, Automatisierung und Biometrie steigern und die Art und Weise, wie gereist werde, verändern. Da die Branche stark von Daten abhänge, wäre es künftig für einen sicheren und nahtlosen Geschäftsausflug entscheidend, Daten für technische Neuerungen erheben, verbinden und analysieren zu können.

Hier mehr Infos zur Studie…


Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren: HRS prognostiziert Hotelraten auf Basis künstlicher Intelligenz

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Die Art und Weise, wie gereist wird sollte sich definitiv ändern, da die Reise der Geschäftsreisenden der größte CO2-Produzent bei Meetings ist. Persönliche Meetings sind für ein Unternehmen von entscheidender Bedeutung – man kann sie nicht immer durch Webmeetings ersetzen, also sind intelligente Lösungen erforderlich sind.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren