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Messe findet statt

Coronavirus: Aussteller der ITB Berlin müssen Erklärung ausfüllen

ITB Berlin 2019(Bild: Messe Berlin GmbH)Nach bisherigem Stand wird die Veranstaltung wie geplant vom 04. bis zum 08. März über die Bühne gehen. Die Gefahr für Deutschland werde, so die Messegesellschaft, weiterhin als gering eingestuft. Allerdings sind alle Aussteller der ITB Berlin ab jetzt dazu aufgefordert, als Voraussetzung für den Zutritt zum Messegelände eine Erklärung auszufüllen. Auf Anweisung der örtlichen Gesundheitsbehörden möchte man auf diese Weise zur COVID 19 Risikogruppe gehörende Personen identifizieren.

Nachdem in den vergangenen Tagen nun auch in Italien mehrere Regionen als Risikogebiete eingeordnet worden waren, hatte die Messe Frankfurt am Montag ihren Entschluss bekanntgegeben, die Weltleitmesse für Licht- und Gebäudetechnik „Light + Building“ von März auf September 2020 zu verschieben. Gründe seien u. a. Reiserestriktionen und die mehrstufige gesundheitliche Prüfung von chinesischen Messegästen, die von Seiten des Gesundheitsamts verlangt werde und für die Messe Frankfurt einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeuten würde. Anders als bei der ITB bleibt jedoch zu erwähnen, dass Teilnehmer aus China und Italien nach Deutschland die größte Aussteller- und Besuchergruppe der Light + Building darstellen.

Die weltgrößte Tourismusmesse zieht zwar Teilnehmer aus aller Welt an, allerdings werde ein Großteil der chinesischen Messestände von Personal aus Europa besetzt. Bislang hätten sechs der insgesamt 22 angemeldeten Aussteller aus China ihre ITB-Teilnahme abgesagt. Zusätzlich ergreife die Messe pro-aktive Maßnahmen. So stehe man in laufendem Kontakt mit Gesundheitsbehörden, werde auf dem Gelände englischsprachiges bzw. zusätzliches medizinisches Fachpersonal und Notfallkräfte bereitstellen sowie die Sanitäreinrichtungen öfter reinigen und desinfizieren als üblich.

Doch reichen diese Maßnahmen?

Eine weltweite Ausbreitung des Erregers erscheine laut Robert Koch-Institut zunehmend wahrscheinlich. Diese Einschätzung teilt auch das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC). Laut Bundesgesundheitsministerium müsse man mit einem Import weiterer Fälle nach Deutschland rechnen. Auch neue Übertragungen und Infektionsketten hierzulande seien möglich. Die Experten des Robert Koch-Instituts schätzen jedoch die Gesundheitsgefährdung der deutschen Bevölkerung weiterhin als gering ein, da es gegenwärtig kein Indiz für eine anhaltende Viruszirkulation im Land gebe (www.rki.de).

So sieht die ITB bisher keinen Anlass, die Veranstaltung zu verschieben. Aktuell würden keine Einreisebeschränkungen für chinesische, asiatische oder italienische Staatsbürger nach Deutschland bestehen. Demnach gelte, so die Messe weiter, nach wie vor der Beschluss des außerordentlichen EU-Gesundheitsministerrats, nach dem Flugreisende vor Landung in EU-Ländern gefragt werden, ob sie in Corona-Infektionsgebieten waren oder in Kontakt mit Infizierten standen. Zum Schutz der Messe-Teilnehmer werde man die geplanten zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen aufrechterhalten sowie die Aussteller zur oben genannten Erklärung verpflichten.

Die Kriterien für die COVID 19 Risikogruppe sind:

  • Ein Aufenthalt in folgenden Risikogebieten (innerhalb der letzten 14 Tage):
    • China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang
    • Iran: Provinz Ghom
    • Italien: Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien
    • Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • Kontakt zu einer Person innerhalb der letzten 14 Tage, die positiv auf eine Infektion mit dem SARS-CoV- 2 getestet wurde.
  • Anzeichen von typischen Symptomen wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden

Wer zur Risikogruppe gehört oder sich weigert, die Erklärung auszufüllen, erhält keinen Zutritt zu ITB Berlin.

Darüber hinaus sollte jeder die vom Robert Koch Institut empfohlenen Schutzmaßnahmen beherzigen: häufig und gründlich Hände waschen, Nies- und Hustenetikette einhalten, Hände schütteln vermeiden.


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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Das ist unglaublich! Was ist mit dem Risikogebiet Mailand und weiteren neuen Fällen in Deutschland, deren Tragweite noch nicht erfasst werden konnte? Und was steht uns bevor, wenn jemand während der Messe Symptome aufweist? Werden dann 120.000 Menschen in Quarantäne gesteckt? Die Besucher sind von den Auflagen nicht betroffen. Unfassbar – wie hier mit der Gesundheit von Menschen gespielt wird. Das € Zeichen geht offensichtlich vor der Gesundheit. Armes Berlin – armes Deutschland!

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